Investitionen und dicke Rücklagen

Die Pro-Kopfverschuldung in Rottach-Egern sinkt auf nunmehr 446 Euro und die Gewerbesteuer sprudelte mehr denn je. Überhaupt stimmte den Gemeinderat die Jahresrechnung 2018 hoffnungsvoll. Für den obersten Kassenprüfer war es allerdings die letzte.

Erfrischende Zahlen gibt es für die Rottacher. Sorgenkinder bleiben das Warmbad und Seeforum./ Quelle: Rose Beyer

Das Jahr 2018 war ein Jahr der Konsolidierungen aufgrund zahlreicher Investitionen in den Vorjahren. Dies stellte CSU-Gemeinderat Thomas Forche als Vorsitzender des Rechnungsprüfungsausschusses fest. Untersucht hatte das kleine Gremium mit Gabriele Schultes-Jaskolla und Karl Kölbl die Jahresrechnung 2018. Die weist eine Erhöhung der Rücklagen um 2,6 Millionen auf 9,37 Millionen Euro aus. Dem Vermögenshaushalt konnten laut Forche 4,5 Millionen Euro zugeführt werden. Und dies, obwohl man zahlreiche Vorhaben auf den Weg gebracht habe.

Als Beispiele nannte Forche Sanierung und Neubau von drei Gemeindehäusern in Ellmösl, damit sei ein zentrales Wahlversprechen aller Fraktionen im Gemeinderat eingelöst worden, den Bungalow-Neubau der Schule, den Erweiterungsbau der Feuerwehr, die Neugestaltung des Kurparks und die Sanierung der Wanderwege an die Rottach-Wasserfälle.

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Rote Zahlen weiterhin für Seeforum und Warmbad

Ein Wermutstropfen dieser Positiv-Bilanz sei nach wie vor die „nicht völlig zufriedenstellende Ertragslage“ im Seeforum, angesichts des enormen Investitionsumfangs der vergangenen Jahre. Zwar habe sich die Einnahmesituation insbesondere bei den Veranstaltungen von Pächter Peter Blümer um 40.000 auf rund 160.000 Euro verbessert, doch werde wie das Seeforum wie auch das Warmbad „immer ein Defizit aufweisen“. Dessen sei man bei der seinerzeitigen Investitionsentscheidung „bewusst gewesen“. Denn sollte „ein regelmäßiges Controlling erfolgen und an der weiteren Optimierung gearbeitet werden“, so Forches Rat als Sparkassenbetriebswirt.

Zum allgegenwärtigen Top-Thema „bezahlbares Wohnen“ habe Rottach mit den 140 Gemeindewohnungen seinen Teil dazu beigetragen. Denn der Mietpreis liege immer noch zwischen fünf und acht Euro, und damit deutlich „unter dem Mietpreisniveau unseres Ortes“ auf dem freien Markt. 250 Personen, etwa fünf Prozent der Gesamteinwohnerzahl, „haben somit die Möglichkeit, langfristig gesicherten bezahlbaren Wohnraum zu nutzen“.

„Hohe Steuerkraft“

Möglich werde dies auch durch das hohe Gewerbesteueraufkommen von 5,2 Millionen Euro, über eine halbe Million Euro mehr als im Jahr 2017. Mit der „hohen Steuerkraft der Gemeinde“ sollte „weiterhin verantwortungsbewusst“ umgegangen werden. Die Rechnungsprüfer attestieren dem Gemeinderat und seinem Bürgermeister, sich „nicht nur auf die Verhinderung übermäßiger Bebauung zu konzentrieren, sondern auch das Wohl aller Bevölkerungsschichten im Blick zu haben“. Einstimmig wurden die Rechnungsprüfer entlastet.

Für Forche war es die letzte öffentliche Gemeinderatssitzung. Mit seinem Umzug nach Tegernsee wechselt er die Gemeindegrenze und muss daher sein Mandat niederlegen. Am 12. November soll die offizielle Verabschiedung erfolgen und sein Nachfolger Franz-Josef Maier vereidigt werden.

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