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Nach nur einer Legislaturperiode

Darum verlässt Thomas Forche den Rottacher Gemeinderat

Von Klaus Wiendl

Nur eine Legislaturperiode wird der 59-jährige Sparkassenbetriebswirt dem Gemeinderat der CSU-Fraktion von Rottach-Egern angehören. Warum Thomas Forche bei der nächsten Kommunalwahl im März 2020 nicht wieder kandidiert, verrät der gebürtige Rottacher der Tegernseer Stimme in einem Interview.

Warum kandidiert Thomas Forche nicht wieder für den Rottacher Gemeinderat? Wir haben mit ihm gesprochen.

Tegernseer Stimme: Herr Forche, was sind Ihre Beweggründe, nicht mehr als Gemeinderat für die CSU zu kandidieren?

Thomas Forche: Es ist meine private Lebensplanung mit dann 60 Jahren. Ich trenne mich von meinem Rottacher Privathaus und verkleinere mich. Leider liegt dazwischen eine Gemeindegrenze. Ich ziehe nach Tegernsee. Daher ist eine Kandidatur in Rottach-Egern nicht mehr möglich, auch wenn ich nur 500 Meter Luftlinie entfernt davon dann leben werde.

Kandidieren Sie dann in Tegernsee?

Forche: Das will ich nicht ausschließen. Aber noch habe ich mich über die Tegernseer CSU-Liste nicht kundig gemacht. Im Moment habe ich andere Prioritäten. Hier muss man auch erst einmal ins Gespräch kommen.

Haben Sie mit Tegernsees CSU-Rathauschef Johannes Hagn schon Kontakt aufgenommen?

Forche: Nein. Die Dinge sind noch ganz frisch. Noch bin ich Rottacher Gemeinderat.

Mit 59 Jahren bewerben sich andere noch um das Amt des Bürgermeisters.

Forche: Ich gehe noch nicht ins Altenheim.

Wie interessant ist das Ehrenamt Gemeinderat?

Forche: Wenn man wie ich in Rottach aufgewachsen ist, möchte man auch irgendwann mitgestalten. Interessant dabei war für mich der Spagat zwischen dem Bewahren und der angemessenen Weiterentwicklung. Wichtig ist, dass man alle Bürger bei Entscheidungen mitnimmt, soweit dies möglich ist. Jedem kann man es sowieso nicht recht machen.

Was hat Ihnen in den knapp 6 Jahren als Gemeinderat gefallen und was weniger?

Forche: Wir haben ein gutes an der Sache orientiertes Gremium, das sehr gut zusammenarbeitet. Es hat viel Spaß gemacht. Das bedauere ich sehr mit meinem Ausscheiden. Enttäuschend ist, das hat aber weniger mit dem Gemeinderat zu tun, dass das Verkehrsproblem im Tegernseer Tal, das es schon vor 30 Jahren gab, noch immer nicht gelöst ist.

Oder man macht es wie Tirols Landeshautmann Platter, der an Wochenenden Fahrverbote verhängt?

Forche: Das ist kein europäisches Gedankengut, wenn man sich so verhält. Man muss gemeinsam nach Lösungen suchen. Dafür ist es allerhöchste Zeit.

Sie waren oberster Kassenprüfer der Gemeinde, weil dies durch Ihren Beruf naheliegend war oder weil Sie sich danach drängten?

Forche: Viele Dinge werden einem als Sparkassler angetragen. Jeder sollte sich dort einbringen, wo er am meisten davon versteht. Kassier des Fördervereins Musikschule bleibe ich weiterhin, wie auch CSU-Bundeswahlkreis-Schatzmeister für die Landkreise Miesbach und Bad Tölz/Wolfratshausen. Das mache ich schon über 25 Jahre.

Wie gut steht die Gemeinde Rottach-Egern finanziell da?

Forche: Wir haben vernünftig gehaushaltet und stehen im Vergleich zu anderen Gemeinden sehr gut da. Das gute Polster ist unter anderem durch die Einnahmen bei der Gewerbesteuer, der Zweitwohnungssteuer und der Fremdenverkehrsbeiträge entstanden. Rottachs Kämmerer Michael Butz macht seine Sache sehr gut.

Scheiden Sie mit einem lachenden oder weinenden Auge im März nächsten Jahres aus?

Forche: Es ist eher ein weinendes Auge, auch wenn ich gesellschaftlich weiterhin Rottacher bin. Dort habe ich mich von der Jungen Union an auch politisch engagiert. Mit 26 Jahren trat ich in die CSU ein und wurde 2014 Gemeinderat. Das schüttelt man nicht so leicht ab.

Herr Forche, danke für das Gespräch.


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