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Polizei nimmt Stellung

Geiseldrama am Tegernsee: Wie der Abend ablief

Von Maxi Hartberger - Nina Häußinger

Gestern Abend kam es zu einer Bluttat in Tegernsee. Ein 46-Jähriger soll mit dem Messer auf seine Freundin eingestochen und sie getötet haben. Jetzt haben die Behörden einen ersten Ablauf des Abends präsentiert.

Die heutige Pressekonferenz wurde live via Facebook übertragen. / Quelle: Screenshot Facebook

Kurz nach 17.00 Uhr: Eine Anwohnerin meldet einen Familienstreit in einer Wohnung eines Mehrfamilienhauses in der Schwaighofstraße in Tegernsee. Eine Frau soll geschrien haben.

17.27 Uhr: Die ersten Beamten treffen ein. Es sind Polizisten der Inspektion Bad Wiessee, weitere Kollegen von anderen Dienststellen treffen vor Ort ein. Sie können, so Polizeipräsident Robert Kopp, mit dem 46-jährigen Täter Kontakt durch die verschlossene Tür aufnehmen. Er erklärt, dass er die Tür nicht aufmachen, aber seinen Sohn sprechen wolle. Erst nach diesem Gespräch wolle er die Tür öffnen.

Erst gegen 18.40 Uhr trifft der Sohn am Haus ein. Er spricht auf Italienisch mit seinem Vater – ebenfalls durch die Tür. Ein Dolmetscher soll nicht vor Ort gewesen sein. Danach ist laut Polizei von drinnen erneut Geschrei zu hören. Die Beamten verschaffen sich gewaltsam Zugang zur Wohnung.

Währenddessen ist der Täter zusammen mit der 25-jährigen Frau über den Balkon in die benachbarte Wohnung gestiegen. Diese wurde nicht von Polizisten gesichert. Die Einsatzkräfte, die das Haus umstellt haben, können beobachten, so der Polizeipräsident, wie der Täter seine Lebensgefährtin bedroht. Auch mehrfache Stichbewegungen sollen von Polizisten gesehen worden sein.

SEK noch nicht vor Ort am Tegernsee

Gefahr ist in Verzug. Das Leben der Frau scheint akut in Gefahr zu sein. Die Einsatzkräfte dringen in die Nachbarwohnung ein. Ein Knallkörper wird gezündet. Die Polizisten ziehen sich kurzfristig zurück, gehen jedoch wenig später erneut in die Wohnung, wollen der verletzten Frau helfen. Die Wohnung wird von Beamten des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd und Beamten der Wiesseer Polizeiinspektion gestürmt. Das SEK ist zwar angefordert, aber zu diesem Zeitpunkt noch immer nicht am Einsatzort.

In diesem Haus in Tegernsee soll es gestern zu dem Tötungsdelikt gekommen sein.

Der Täter soll mehrfach vom späteren Schützen aufgefordert worden sein, das Messer wegzulegen. Mehrmals sei ihm außerdem angedroht worden, dass es sonst zum Schuss komme. Das belegt laut Angaben der Staatsanwaltschaft eine Bodycam, die einer der Beamten getragen hat. Danach soll es zu einer ungeklärten Situation gekommen sein. Zwei Schüsse fallen.

Aufnahmen sollen den Einsatz in der Wohnung am Tegernsee dokumentieren

Die Frau wurde mit mehreren Stichwunden auf dem Balkon gefunden. „Trotz erheblicher Anstrengung des Notarztes, konnte eine Wiederbelebung der beiden Personen nicht erfolgen“, erklärte Rainer Kehrer, erster Kriminalhauptkommissar der Kripo Miesbach, bei der heutigen Pressekonferenz. Nachdem bekannt wurde, dass Bodycam-Aufnahmen vorlagen, habe man sich zur Sichtung zur Polizeiinspektion Bad Wiessee begeben.

Die Auswertung hat ergeben, dass der Täter mehrere Male von Beamten aufgefordert wurde, das Messer wegzulegen.

Die Aufnahmen sollen dokumentieren, dass auch der Beamte unmittelbar vor seiner Schussabgabe drei mal gesagt hat, „Leg das Messer weg, ich muss sonst schießen, wir wollen deiner Frau helfen.“ Nach Angaben von Kehrer sei auf der Kamera der weitere Ablauf dann aber nicht mehr genau zu sehen. Die zwei Schüsse, durch die der Täter tödlich verletzt wurde, konnten aber deutlich gehört werden.

Es liefen Ermittlungen gegen Täter wegen häuslicher Gewalt

„Nach vorläufiger Bewertung aller uns derzeit zu Verfügung stehenden Umstände und Beweismittel, ist davon auszugehen, dass der Beamte in einer Nothilfe/Notwehr-Lage gehandelt hat“, so Kehrer. Dementsprechend werde er nicht als Beschuldigter in diesem Verfahren geführt. „Es bedarf aber zur abschließenden Bewertung noch weitere Ermittlungen. Wir müssen zum Beispiel das Ergebnis der angeordneten Obduktionen abwarten.“

Das Kleinkind, das währenddessen ebenfalls in der gemeinsamen Wohnung des Paares war, befindet sich mittlerweile in der Obhut von Angehörigen. Auf Nachfrage der Tegernseer Stimme sei der Täter laut Staatsanwaltschaft nach derzeitiger Kenntnis strafrechtlich nicht vorbelastet. Allerdings „liefen Ermittlungen im Zusammenhang mit früherer häuslichen Gewalt, die aber einer weiteren Aufklärung bedürfen und noch nicht abgeschlossen sind.“

Hier die heutige Pressekonferenz:

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