Neuer Gemeinderat steht

Gmunds 2. Bürgermeister kommt aus dem Ü-Ei

Auch in der Gemeinde Gmund hat sich einiges getan. Sechs neue Gemeinderäte wurden vereidigt und zwei (fast) neue Bürgermeister-Stellvertreter gewählt. Doch das gestaltete sich schwieriger als gedacht. Insgesamt brauchte es fünf Wahldurchgänge und zwei Ü-Eier bis Gmund ein neues Team an der Spitze hatte.

Die konstituierende Sitzung der Gemeinde Gmund fand im Neureuthersaal statt.

Nachdem Alfons Besel (FWG) bereits vor zwei Jahren zum neuen Gmunder Bürgermeister gewählt wurde, waren nun nach den Kommunalwahlen 2020 seine beiden Stellvertreter an der Reihe. Georg Rabl (FWG) und Herbert Kozemko (CSU) begleiteten als zweiter und dritter Bürgermeister sowohl seinen Vorgänger Georg von Preysing (CSU) als auch Besel die vergangenen zwei Jahre.

„Mit viel Engagement haben mich bislang Georg Rabl und Herbert Kozemko unterstützt“, so Besel bei der konstituierenden Sitzung am Mittwoch-Abend im Neureuther-Saal. „Die Vergangenheit hat gezeigt, dass die Gemeinde Gmund mit ihrer aktiven Bürgerschaft und ihrer wirtschaftlichen Prosperität drei Bürgermeister gut verträgt“, hieß es als Begründung für weiterhin zwei Stellvertreter.

Bleiben 2. und 3. Bürgermeister gleich?

Für den Posten des zweiten Bürgermeisters schlug die FWG erneut Rabl vor: „Er hat in dem Amt die letzten 12 Jahre immer harmonisch mit allen zusammengearbeitet. Wir sind der Meinung, dass er deshalb weiter zweiter Bürgermeister bleiben sollte“, so Fraktionsvorsitzende Christine Zierer. Rabl sei seiner Gemeinde gegenüber immer loyal und pflichtbewusst gewesen.

Im Namen der CSU nominierte Franz von Preysing Herbert Kozemko. 12 Jahre lang war er dritter Bürgermeister, seit 18 Jahren ist er im Gemeinderat. „Er bringt große Erfahrung mit, ist zuverlässig, ehrlich und in vielen Ortsverbänden engagiert“, so Preysing. Die Nominierung sei auf keinen Fall etwas persönliches gegen Rabl. Es gehe um Transparenz und eine gewisse Kontrollfunktion, den zweiten Bürgermeister aus einer anderen Fraktion zu stellen.

Kozemko erklärte mit Blick auf seinen Kollegen Rabl: „Für mich steht 100-prozentig fest: An unserem persönlichen und freundschaftlichen Verhältnis wird sich rein gar nichts ändern.“ Beide Nominierungen seien aus seiner Sicht völlig legitim und nachvollziehbar. Dabei betonte der bisherige dritte Bürgermeister:

Die Bewerbungen ham rein gar nix mit Egoismus, Nausbatzn oder Ned-hi-lassn-woin zum doa.

Danach ging es für alle Gemeinderäte in die Wahlkabinen. Und das nicht nur einmal. Beim ersten Wahlgang entfielen zehn Stimmen auf Rabl, neun auf Kozemko, eine auf Andrea Schack (Grüne) und ein Stimmzettel wurde leer abgegeben. Da ein Kandidat mehr als die Hälfte der gültigen Stimmen auf sich vereinen muss, musste erneut gewählt werden.

2. Bürgermeister wird durch Ü-Ei-Los ermittelt

Und auch dieser Wahldurchgang brachte keinen zweiten Bürgermeister hervor: zehn Stimmen für Rabl, zehn für Kozemko. „Jetzt entscheidet das Los“, erklärte Geschäftsleiter Florian Ruml. Mit Hilfe von zwei Ü-Eiern und einer Kameratasche wurde kurzerhand ein Los-Topf eingerichtet. Bauamtsleiterin Christine Wild durfte die Rolle der Glücksfee übernehmen. Der „Gewinner“ und somit Gmunds zweiter Bürgermeister: Herbert Kozemko.

Auch für die Wahl zum dritten Bürgermeister brauchte es zwei Wahlgänge. Nominiert wurden zuvor Christine Zierer (FWG), Barbara von Miller (SPD) und Franz von Preysing (CSU). Nachdem auch hier beim ersten Durchgang nicht mehr als die Hälfte der Stimmen auf eine Person fielen, wurde erneut gewählt. Zierer konnte sich letztlich mit 12 Stimmen gegenüber Preysing (neun Stimmen) behaupten. Seit den 1960er-Jahren ist damit wieder eine Frau Teil der Gmunder Spitze.

Gmunds neue Spitze: 2. Bürgermeister Herbert Kozemko (CSU), 1. Bürgermeister Alfons Besel (FWG) und dritte Bürgermeisterin Christine Zierer (FWG).

Neben den Bürgermeister-Stellvertretern wurden auch die neuen Mitglieder im Gremium vereidigt. „Ich wüsste nur sehr wenige hitzige Debatten“, lobte Besel zunächst die bisher harmonische Zusammenarbeit im Gemeinderat. „Wenn, wird mit Leidenschaft diskutiert, aber immer mit gegenseitigem Respekt, Verständnis und mit Sachargumenten.“

Am Ratstisch würden Entscheidungen getroffen, die die Lebensverhältnisse unmittelbar vor der Haustür betreffen – von Kinderbetreuung über Wohnungsmangel bis hin zur Digitalisierung. „Ich wüsste kein anderes Ehrenamt, das diese Bandbreite an Themen mit sich bringt.“ Besel wandte sich an die sechs neuen Ratsmitglieder:

Ihr habt euch dazu bereit erklärt, für unsere lebens- und liebenswerte Gemeinde Verantwortung zu übernehmen – das verdient Respekt.

Vereidigt wurden daraufhin: Andrea Schack (Grüne), Franz Huber (CSU), Tobias Bauer (CSU), Korbinian Kohler (CSU), Florian Floßmann (FWG) und Maria Kaulfersch (FWG). „Ich wünsche euch, dass ihr euer Amt als Bereicherung anseht und immer mit Freude in den Gemeinderat kommt“, so der Rathaus-Chef.

„In Gemeinden, in denen viel gestritten wird, bleiben öffentliche Belange oft auf der Strecke“, erklärte Besel zum Schluss der Sitzung. Anders als in Gmund, wo er sich mit Blick auf seine neuen Stellvertreter und den Gemeinderat weiter auf respektvolle Diskussionen auf Augenhöhe verlässt und optimistisch in die Zukunft blickt.

Die Vereidigung der neuen Gemeinderäte (v.li.): Andrea Schack (Grüne), Franz Huber (CSU), Tobias Bauer (CSU), Korbinian Kohler (CSU), Florian Floßmann (FWG), Maria Kaulfersch (FWG) und Bürgermeister Alfons Besel (FWG).

Hier die Liste des neuen Gemeinderats:

  • Alfons Besel (FWG) – 1. Bürgermeister
  • Christine Zierer (FWG) – 3. Bürgermeisterin
  • Georg Rabl (FWG)
  • Bernd Ettenreich (FWG)
  • Martin Maier (FWG)
  • Josef Stecher (FWG)
  • Florian Floßmann (FWG) – neu
  • Maria Kaulfersch (FWG) – neu
  • Michael Huber (GRÜNE, zuvor SPD)
  • Laura Wagner (GRÜNE)
  • Andrea Schack (GRÜNE) – neu
  • Barbara von Miller (SPD)
  • Johann Schmid (SPD)
  • Herbert Kozemko (CSU) – 2. Bürgermeister
  • Franz von Preysing (CSU)
  • Martina Ettstaller (CSU)
  • Korbinian Kohler (CSU) – neu
  • Josef Berghammer (CSU)
  • Tobias Bauer (CSU) – neu
  • Johann Huber (CSU)
  • Franz Huber (CSU) – neu
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