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Wiesseer Bürgermeister schließt seinen Schuhladen

Herr Kühn, glauben Sie noch an Ihren Ort?

Von Martin Calsow

Immer wieder hat sich der umtriebige Jungpolitiker für den örtlichen Einzelhandel engagiert – schon aus Eigennutz: Schließlich verkauften er und sein Mann Thomas an der Münchner Straße seit Jahren Schuhe. Damit ist jetzt Schluss. Ausverkauf beim Kühn – der Mann wird Rettungssanitäter, der Bürgermeister sperrt zu. Warum eigentlich?

Bürgermeister Robert Kühn schließt seinen Schuhladen in Bad Wiessee.

Herr Bürgermeister, Sie schließen nun Ihr eigenes Geschäft. Glauben Sie nicht mehr an ihren eigenen Ort?

Robert Kühn: Glauben allein reicht nicht Herr Calsow. Man muss auch machen! Sowohl der Gemeinderat, die Verwaltung als auch ich arbeiten hart und vereint daran, dass Bad Wiessee eine gute Zukunft bevorsteht. Gemeinsam tun wir dies mit voller Überzeugung und Kraft, und das müssen Sie mir jetzt glauben.

Mir war Ihre Nähe zu Glaube und Hoffnung nicht so bekannt. Welche Signalwirkung geht von seiner Schließung aus? Haben Sie Rückmeldungen von anderen Unternehmern?

Kühn: Wenn man etwas ehrlich machen möchte, dann muss man es 100%ig tun. So wie ich in meinem neuen Amt als Bürgermeister voll aufgehe, so hat mein Mann seine Berufung im Rettungswesen gefunden. Dies will er nun von ganzen Herzen angehen und hauptberuflich als Rettungssanitäter arbeiten. Diese Entscheidung trage nicht nur ich voll mit, sondern wird auch von meinen Unternehmerkollegen*innen und auch unseren Kundinnen äußerst positiv anerkannt.

Ihr Geschäft befindet sich in direkter Nähe zu einer baldigen Großbaustelle (Grühn-Areal) Wie hat das Ihre Entscheidung mit beeinflusst?

Kühn: Dass wir die nächsten Jahre vor enormen unternehmerischen Herausforderungen stehen, das ist klar. Allerdings muss man auch immer das Ziel vor Augen haben. Nach Abschluss der Großbaustelle wird unsere Geschäftslage eindeutig aufgewertet.

Wenn Sie schon da den Laden schließen, wer wird den Mut finden, in ihren Räumen ein neues Geschäft zu eröffnen?

Kühn: Es melden sich wöchentlich neue Interessenten, daran mangelt es nicht. Sieht man dadurch doch, dass Bad Wiessee nicht an Attraktivität eingebüßt hat. Was es am Ende wird, muss man sicherlich auch übergangsweise im Kontext mit der kommenden Baustelle betrachten.

Das ist jetzt zwar hübsch inhaltsfrei formuliert, aber diese Baustelle wird über Jahre die Geschäfte in diesem Bereich negativ treffen. Was sagen Sie denen? “Ich bin dann mal schon weg”?

Kühn: Was hilft es nicht ehrlich zu sein? Bad Wiessee wird in den nächsten Jahren eine Evolution vollziehen. Dieser Prozess wird eine Herausforderung für ALLE. Nicht nur für Gewerbetreibende, sondern Gastgeber und Bürger*innen. Diese Zeit müssen wir alle gemeinsam überstehen – da wir am Ende einen zukunftssicheren Ort für Generationen haben werden. Und dafür stehe ich als Bürgermeister. Wegrennen sieht anders aus.

Vielen Dank für die Antworten.


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