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200-Jahrfeier des Vinzentius-Vereins in Kreuth

Holzhackerbuam feiern am Wochenende

“Mir san die lustigen Holzhackerbuam, uns liebn die Madln und neiden’s die Buam.” Mit dieser Polka feiert Kreuths ältester Verein am 3. Juni sicherlich sein Jubiläum. Nahezu das ganze Dorf ist dann auf den Füßen wenn zahlreiche Besucher kommen. 

Die Vereinsfahne mit dem heiligen St. Vinzentius.

Seit Monaten künden die Symbole der Holzfäller an den Bundesstraßen um den Tegernsee das historische Ereignis an. Vor 200 Jahren wurde der Vinzentius-Verein von Holzknechten, Pflanzensetzern und Salinern in Kreuth aus der Taufe gehoben. Schon früh hat er sich als sozialer Verein um in Not geratene Holzknechtfamilien gekümmert. Nicht umsonst wird der Verein heute oft als ein Vorläufer von Gewerkschaften und Krankenkassen beschrieben. Seit 1818 sollten sich die Mitglieder jährlich treffen, einen Dankgottesdienst abhalten und „fröhlich und lustig sein, essen und feiern“, wie es in der Vereinsverordnung heißt.

Frauen gehören nicht dazu

Familien von Holzknechten, die bei ihrer gefährlichen Arbeit ums Leben gekommen waren, oder Holzknechte, die nach Unfällen nicht mehr arbeiten konnten, bekamen auf diese Weise Hilfe, Zuspruch und etwas zu essen. Bis heute sind die Vinzenzi-Brüder eine eingeschworene Gemeinschaft, in der Solidarität noch etwas bedeutet. 140 Männer zählt der Verein heute. Frauen gehören allerdings nicht dazu.

Der ganze Ort wird am Sonntag auf den Füßen sein, freut sich Klaus Oberwieser, seit 30 Jahren Vorsitzender des Vereins. Denn „die Holzwirtschaft hat über Jahrhunderte hinweg das ganze Tegernsee Tal geformt, jeder Hof, jeder Häusler lebte vom Holz“, sagt er voller Stolz. Angesagt haben sich etwa 20 Vereine, darunter Holzknechte von Ruhpulding bis Garmisch. Etwa 350 Teilnehmer und 25 Festwägen sollen es werden. Mit dabei: einige Darstellergruppen, drei Blaskapellen und zwei Trommlerzüge von Hartpenning, Tegernsee, Rottach-Egern und Grainau.

„Mir san halt die lustigen Holzhackerbuam“

Wie viele Besucher es insgesamt werden könnten, dazu wagt Oberwieser keine Prognose, „es könnten zwischen 1.000 und 3.000 Gäste werden“. Aber solche Veranstaltungen seinen im Allgemeinen gut besucht. Zumal auch für Speis und Trank am Leonhardstoana Hof gesorgt ist.

Die ansässigen drei Vereine dort „bewirten uns dann. Die sind erprobt“. Sein Verein alleine könnte so eine Feier nicht ausrichten. Vor dem Gaumenschmaus trifft man sich zum Festgottesdienst im Kurpark. Anschließend zieht der Festzug gegen 11:30 Uhr über die Riedlerbrücke, Nördliche Hauptstraße Richtung Brunnbichl, Edbauer, und zurück zum Waldfestplatz. Währenddessen wird die B307 komplett gesperrt.

Der Festausschuss zum 200-jährigen Bestehen des Vinzentius- Vereins Kreuth (vordere Reihe, 3.v.r.: Erster Vorstand Klaus Oberwieser) Fotos: Vinzentius-Verein

„Die vermutlich zahlreichen Besucher werden bereits vor Kreuth auf Parkplätze umgeleitet“, sagt Bürgermeister Josef Bierschneider (CSU), für den die Brauchtumspflege der Vereine zum Miteinander in der Gemeinde beitrage. „Das wird ganz bestimmt ein schöner Festzug“. Es seien viele interessante und historische Gefährte dabei. „Die Nachbarn vom Patenverein der Holzhacker und Flößer aus Lenggries haben sich ebenso angesagt, wie sämtliche Ortsvereine“.

Dann wird sicher mehrmals die Polka der Holzknechte über den Leonhardstoanahof klingen: „Mir san halt die lustigen Holzhackerbuam, uns liebn die Madln und neiden’s die Buam“


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