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Hotel und Seniorenwohnen auf Krankenhaus-Areal: Stadtrat vor neuem Beschluß

Von Redaktion

Ergänzung vom 05. Juni / 13:34 Uhr
Das einzige wirklich spannende Thema auf der nächsten Tegernseer Stadtratsitzung am kommenden Dienstag ist die Entscheidung über die Art der Bebauung auf dem ehemaligen Krankenhausareal.

Wie in unserem Artikel “Demokratie sieht anders aus” im März geschildert, ist der Käufer, die Wittelsbacher Park Immobilien GmbH, unzufrieden mit der in den Hinterzimmern ausgehandelten Nutzung 50 % Hotel / 25 % Seniorenresidenz / 25 % Wohnungen. Wie auch immer die Aufteilung im Juli letzten Jahres zustande kam, der Stadtrat hatte sie, trotz einiger Bedenken abgenickt. Man hätte damals denken können auch im Interesse des Käufers. Doch die Karlsruher Firma wurde nach und nach immer unzufriedener mit der geplanten Aufteilung. Der Hotelanteil sei zu hoch. Ein so großes Hotel an dieser Stelle nicht rentabel.

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Und obwohl die Nutzung schon im Kaufvertrag festgeschrieben ist. Die Firma muss erst zahlen, wenn der endgültige Bebauungsplan steht. Da Landrat Kreidl die 3,9 Millionen gut gebrauchen kann, wird der Druck auf den Tegernseer Stadtrat erhöht. Man solle den neuen Bebauungsplan anhand des Kaufvertrages zwischen Käufer und dem Landkreis aufstellen und damit den alten und aktuell geltenden Plan für ein Seminarhotel an dieser Stelle außer Kraft setzen.

Ob das klappt, werden wir am Dienstag ab 18:30 Uhr sehen und hören.

Alle weiteren Themen kann man in der offiziellen Einladung nachlesen:

Nächste Stadtratssitzung in Tegernsee am 07. Juni um 18:30 Uhr

Ursprünglicher Artikel vom 31. März:
“Demokratie sieht anders aus.” Das war unsere Schlussfolgerung aus der Art von politischer und inhaltlicher Abstimmung zwischen Landratsamt und der Stadt Tegernsee im Juli letzten Jahres. Konkret ging es dabei um die vorweggenommene Entscheidung wie denn die Bebauung des Krankenhaus-Areals aussehen soll. Noch bevor der Stadtrat ausreichend Möglichkeit zur inhaltlichen Auseinandersetzung und einer fairen demokratischen Beschlussfassung hatte, war damals in den Hinterzimmern zwischen Tegernsee und Miesbach die Entscheidung schon gefallen.

Zwei Wochen vor der Sitzung des Tegernseer Stadtrates, der als Baugenehmigungsbehörde die Nutzung eigentlich durchdiskutieren und absegnen sollte, war auf der Webseite des Landkreises Miesbach bereits folgendes zu lesen:

Die geplante Nutzung wurde mit der Stadt Tegernsee abgestimmt: Auf dem 7588 qm großen Grundstück wird der Erwerber neben einem Hotel als Hauptnutzung auch eine Senioren-residenz und Wohnungen errichten. Da derzeit der gültige Bebauungsplan der Stadt noch eine alleinige Nutzung als Seminarhotel festlegt, wird eine entsprechende Änderung so bald wie möglich in Angriff genommen.

Wie die Nutzung und damit die Entscheidung auszusehen habe erfuhren die Stadträte dann auch: 50% Hotel, 25% Seniorenresidenz und 25% Wohnungen. Ob das Sinn macht wurde in dem Gremium nicht diskutiert. Zwar gab es damals schon Stimmen, die den Sinn dieser Nutzung anzweifelten. Bürgermeister Janssen verwies jedoch vehement auf den in der Tür stehenden Käufer und darauf, dass man diesen nun ganz sicher nicht durch alternative Nutzungsvorstellungen vergraulen werde. Die Entscheidung fiel am Ende mit eindeutiger Mehrheit zugunsten 50/25/25.

An dieser Stelle soll auf 50% der Fläche ein Hotel entstehen. Jeweils 25% werden Senioren-Residenz und normale Wohnungen

Ein weiteres Mal wurde offensichtlich, dass in Tegernsee zwar oft weit gesprungen, aber noch öfters kurz gedacht wird. Was bedeutet: Einer denkt vor und die restlichen 16 Stadträte springen. Oder wie wir seit der gestrigen Fastenpredigt von Nico Schifferer wissen: “Der Janssen macht sowieso was er will.”

Denn heute nun, etwa neun Monate später, ist man zwar zeitlich weiter, aber inhaltlich noch ziemlich am Anfang. Wie der Merkur meldet ist der Käufer sehr unglücklich über das ausgehandelte und im Kaufvertrag festgeschriebene Nutzungskonzept. Das größte Problem haben die Käufer mit den 50% Hotelnutzung. Es sei unsicher, ob ein so großes Hotel an dieser Stelle wirtschaftlich zu betreiben sei, so Steffen Barth, Bevollmächtigter der Wittelbacher Park Immobilien. Eventuell müsse man den Schlüssel verändern. Bedeutet mehr Wohnungen, weniger Hotel. Genauen Aufschluß über die sinnvolle Hotelgröße kann jedoch nur eine Marktstudie geben.

Ein Vorschlag, den es auch schon im letzten Jahr gab. Thomas Mandl (SPD) hatte in verschiedenen Stadtratsitzungen auf das falsche Bebauungskonzept hingewiesen. Und in dieser Meinung fühlt sich Mandl jetzt bestätigt: “Ein Hotel ist da nicht überlebensfähig. Ich wünsche mir auf dem Areal vor allem Wohnungen für Familien mit Kindern.”

Ob das die Käufer auch so sehen sei dahingestellt. Eine Machbarkeitsstudie könnte auch ganz fatale Ergebnisse hervorbringen. 25% Hotel und 75% Seniorenresidenz beispielsweise. Die Nutzung als Seniorenresidenz ist erwiesenermaßen lukrativer als Familienwohnungen und darüberhinaus auch noch ruhiger. Die Symbiose mit einem gediegenen 4-Sterne-Hotel wäre perfekt.

All das ist natürlich unsicher. Genauso wie die aktive Beteiligung des Stadtrates bei allen weiteren Entscheidungen. Oder um es mit den Worten des zweiten Fastenpredigers Florian Oberlechner zu halten: “Der Tegernseer Stadtrat besteht mitnichten aus Ja-sagern. Manchmal schaffen die Damen und Herren auch ein “richtig Peter” oder ein vitales “genau, Herr Bürgermeister.”


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