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Besonders junge Menschen zog es in das verschneite Tegernseer Tal

„Hübsch was los am Wochenende“

Von Sabiene Hemkes

Das lange Wochenende, die noch andauernden Schul- und Betriebsferien in Bayern und auch der Feiertag haben die Menschen wieder ins Tal gespült. Das Wetter spielte auch mit. Der Tegernsee war „voll“. Da kommen Erinnerungen hoch.

So wunderschön war es gestern bei uns im Tal – auch wenn es so aussieht ist die Langläuferin nicht allein an der Sutten unterwegs.

Wir Einheimischen erinnern uns noch mit Schaudern an den Lockdown-Winter 2020/21. Fast alles war geschlossen und verboten vor einem Jahr. Teils gleichte die Lage an den Wochenenden einer Invasion. Von nah und besonders fern strömten die Massen am Wochenende ins Tal. Überall Autos, Chaos und Aggressionen.

Die Massen machten sich selbst an den entlegensten Talwinkeln breit. Der Unmut zeigte sich in unfreundlichen Begrüßungsplakaten. Der Landrat lud kurzerhand bei steigenden Infektionszahlen die Gäste aus.

Anders in dieser Saison. Dank der Entwicklung der Impfstoffe gegen schwere Coronaverläufe scheinen die Betreiber der Freizeitanlagen und des Hotel- und Gaststättengewerbes in dieser Wintersaison von einem Lockdown verschont zu bleiben. Mit 2G oder vielleicht bald auch 2G Plus soll das Schneevergnügen gesichert werden. Aber wie immer in Zeiten der Pandemie gilt: Eine Garantie gibt es bei diesem Virus nicht.

Morgens um 08:00 Uhr ist der Parkplatz noch frei

Was den Ansturm auf den Landkreis betrifft, kann man nach dem ersten großen Wintersportwochenende nur Vermutungen anstellen. Besserung sieht wohl anders aus. Aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Die neue Verkehrslenkungs-App der diversen „Runden Tische“ des Frühjahrs und Sommers scheint jedenfalls noch nicht ganz ausgereift zu sein.

Auf jeden Fall hatten alle Wintersportler, die sich einen Wecker gestellt haben, am vergangenen Wochenende eine gute Chance, in unser verschneites Tal zu kommen. Sei es zum Schneewandern, Langlaufen oder Skifahren. Zwar war das Angebot an Liften und Loipen noch etwas eingeschränkt, aufgrund der Witterungslage, aber es war viel los.

Staus und Sperrungen im Kreis

Ab 10:00 Uhr wurde es an allen vier Tagen des langen Wochenendes überall sehr voll. Zu dieser Zeit am Donnerstag verkündete schon der Verkehrsfunk: Die Überfüllung der Parkplätze und Zufahrten im Sudelfeld. Zudem einen drei Kilometer langen Stau zwischen Schliersee und der Neuhaus. Wenig später meldeten die Parkplatzbetreiber am Spitzing teilweise: Nichts geht mehr! Diese Meldungen wiederholten sich das ganze Wochenende.

Am Feiertag bildete sich gegen Mittag eine lange Autoschlage an der Zufahrt zu den Hirschbergliften.

Auch im Tal ging am Feiertag auf der Straße zum Hirschberglift nichts mehr. Die Fahrzeuge stauten sich zurück auf die Hauptstraße. Auf Nachfrage informierte uns Josef Kandlinger, Betreiber der Hirschberglifte:

Es war hübsch was los bei uns. Zum Stau am Donnerstag kam es, da wir den Parkplatz kurzzeitig sperren mussten, um ein Chaos zu verhindern. Da stand die Wiese noch nicht zur Verfügung.

Da sei der Untergrund noch zu weich gewesen zum Parken, erklärte Kandlinger. Doch ab Freitag habe man auch den Platz nutzen können. Etwas traurig war der Kreuther Liftbetreiber „seinen Schlepper“ noch nicht einsetzen zu können. Die Schneedecke war zu niedrig. Ansonsten zeigte sich der Unternehmer aber sehr zufrieden mit dem langen Wochenende.

Viel los am Hirschberg. Besonders die Kleinsten hatten gestern mächtig Spaß bei den Skischulabschlussrennen.

Auf den Langlaufstrecken und den Winterwanderwegen in Kreuth waren ebenfalls sehr viele Menschen unterwegs. Allerdings war am langen Wochenende ab 11:00 Uhr kaum mehr ein Parkplatz zwischen Kreuth und Glashütte zu ergattern.

Loipensportler zwischen Klamm und Glashütte in Kreuth

Auf den vereisten Parkflächen brach teilweise das Chaos aus. Auf den Loipen im Tal ging es deutlich gesitteter zu als auf den begrenzten Parkplätzen. Viele, besonders auch junge Langlauf-Neulige und Profis zogen im wunderbar verschneiten Tal in Kreuth ihre Runden.

Loipensportler im verschneiten Talboden zwischen Klamm und Glashütte

Und neben den Loipen waren Familien und Hundebesitzer wie es schien, in friedlicher Koexistenz unterwegs. Die Laune war jedenfalls deutlich besser als bei der Suche nach einem Unterstand für das mitgebrachte Fahrzeug.

Schnee und Wandern gut auf der Moni Alm

Bei Maximiliane Hellersberg auf der Moni Alm herrscht heute gute Laune vor. „Können uns nicht beklagen, berichtet die Wirtin der beliebten Alm im Suttengebiet und ergänzt:

Es war kontinuierlich voll bei uns oben. Eben genau so, wie es sein soll. Die Gäste waren allesamt zufrieden.

Von der zeitweisen Schließung der Auffahrt zum Skigebiet hat Hellersberg zwar auch mitbekommen, aber relativiert sofort: „Es war voll, doch nie überfüllt.“

Viel Platz für viele Winterfreunde an der Sutten. Spaziergänger, Schlittenfahrer und eben Langläufer teilten sich den Wintertraum. Späteres Einkehren an der Moni Alm nicht ausgeschlossen

Die Sperrung lag ihrer Meinung nach wohl eher an einem Kommunikationsproblem mit dem Mitarbeiter an der Mautstelle, als an fehlenden Parkplätzen oder der Unbefahrbarkeit der Straße. Auf der Moni Alm bemerkt man, wie schon in Kreuth ebenso den aktuell stattfindenden Generationenwechsel am Berg, wie Hellersberg berichtet:

Viele unserer Stammgäste aus den Hotels im Tal bleiben bisher fern. Zu groß die Sorge vor einer Ansteckung. Das kann ich verstehen. Zum Glück aber wiegen das die vielen neuen jungen Gäste gerade auf. Wir kommen mit einem blauen Auge gerade noch davon.

Ein Stück weiter im „Langlaufzentrum“ liefen am Wochenende die Langlaufkurse im Skaten und dem klassischen Stil auf Hochtouren. Auch hier probierten sich viele junge Menschen auf den schmalen Skiern aus.

Am Langlaufzentrum an der Sutten wagten am Wochenende viele Menschen ihre ersten Schritte im Schnee. Ein Material Testcenter war am sechsten Januar auch vor Ort.

Andere nutzen die Hügel zum Familienschlittenerlebnis oder für ruhige Schneewanderungen über die verschneiten Wege an der Sutten. Ein Wintertraum dank Wettergott.


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