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Der Landkreis Miesbach hat den Schwellenwert (7-Tage-Inzidenz über 100) überschritten.

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Landkreis Miesbach: Zu viele positive Befunde

Infektionsketten können nicht unterbrochen werden

Von Maxi Hartberger

Mehr als ein Viertel aller bisher positiv auf das Coronavirus getesteten Menschen im Landkreis Miesbach infizierte sich allein nur im Oktober. Das gab das Landratsamt heute bekannt. Es sei nicht mehr möglich, alle Infektionsketten zu unterbrechen. Der Grund? Private Treffen und Feiern. Auch an den Schulen nehmen die Corona-Fälle zu.

Aktuell gibt es im Landkreis Miesbach 189 aktive Fälle. Der 7-Tage-Inzidenzwert liegt bei 151.

„Mehr als ein Viertel aller bisher positiv auf das Coronavirus getesteten Menschen im Landkreis Miesbach infizierte sich in den vergangenen vier Wochen“, gibt Sophie Stadler, Pressesprecherin des Landratsamts Miesbach bekannt. Wurden bis 1. Oktober noch 757 Personen seit Beginn der Pandemie (erster Fall in der Region am 5. März) positiv getestet, sind es heute, am 30. Oktober, mittlerweile 1057. (Hier lesen Sie die aktuellen Zahlen von heute)

„Die Mitarbeiter im Gesundheitsamt und im Contact Tracing Team geben ihr Bestes, die Infektionsketten noch unterbrechen zu können“, erklärt Stadler. „Sie arbeiten an sieben Tagen pro Woche meist bis spät in die Nacht.“

Täglich zu viele positive Befunde

Laut Landratsamt gebe es keinen einzelnen Infektionsherd im Landkreis, der für die stark steigenden Neuinfektionen verantwortlich ist. Viel eher verteile sich das Infektionsgeschehen auf mehrere kleinere Cluster. Ursache für die Cluster seien fast immer kleinere private Feiern und Treffen im privaten Bereich.

Es ist nicht mehr möglich, jede Infektionskette zu unterbrechen. Dazu werden täglich zu viele positive Befunde gemeldet.

Dabei habe das Landratsamt in den Sommermonaten das seit März im Ausnahmezustand befindliche Gesundheitsamt weiter gestärkt. Der Personalstamm wurde verdreifacht und neue, ergänzende Strukturen geschaffen. Der Kreisausschuss hat im Sommer eine Stelle für eine zusätzliche Führungskraft genehmigt, die inzwischen ihre Arbeit aufgenommen hat. Es wurden Bürocontainer beschafft, Computer, Telefone und Büromöbel gekauft, Mitarbeiter eingearbeitet.

Und das war nach Angaben der Pressesprecherin noch nicht alles: „Aktuell haben darüber hinaus die anderen Fachbereiche des Landratsamtes erneut Mitarbeiter an das Gesundheitsamt abgeordnet, um der großen Masse an täglich gemeldeten Neuinfektionen und deren Kontaktpersonen Herr zu werden.“

35 Schulen und Kitas im Landkreis betroffen

Besonders herausfordernd gestaltet sich das Infektionsgeschehen in Schulen und Kindertageseinrichtungen. Es gibt im Landkreis insgesamt 47 Schulen und 65 Kindertageseinrichtungen. Derzeit sind Kinder von 35 Schulen und Kitas im Landkreis in Quarantäne. „Angesichts der Vielzahl können die Namen der betroffenen Einrichtungen nicht mehr einzeln genannt werden.“

Tritt ein positiver Fall in einer Schule oder einer Kita auf, nimmt das Gesundheitsamt unverzüglich Kontakt auf mit der Schul- oder Einrichtungsleitung. „Diese stellt Kontaktlisten mit allen Klassen- oder Gruppenkameraden bereit und informiert die Eltern“, so Stadler. „Das Gesundheitsamt versucht nach wie vor, alle Eltern persönlich anzurufen und offene Fragen zu klären.“

Landkreis hält an Präsenzunterricht fest

Setzt man die Anzahl der betroffenen Einrichtungen und die Anzahl der Kinder in jeder Gruppe in Relation zueinander, so müsse laut Stadler aber realistischerweise festgestellt werden:

Es ist nicht mehr möglich, alle Eltern persönlich zu informieren. In den meisten Fällen zeigen die Eltern aber großes Verständnis.

Bei einem positiven Fall muss „nur“ die betroffene Klasse oder Gruppe in Quarantäne, nicht jedoch die ganze Schule oder Einrichtung. Eltern, deren Kind die Klasse oder Gruppe mit einem positiv getesteten Kind besucht, müssen nicht in Quarantäne, außer sie hatten Kontakt mit dem infizierten Kind. Lehrer müssen aufgrund der bilateralen Maskenpflicht auch nicht mehr in Quarantäne.

„Auch wenn Schulunterricht und Kindertagesbetreuung weit vom Regelbetrieb vor Corona entfernt sind, reagieren die meisten Schüler, Eltern, Lehrer und Betreuer gelassen und gut vorbereitet auf die Situation.“ Der Landkreis halte daher nach wie vor am Präsenzunterricht und der Präsenzbetreuung fest. „Alles andere wäre den berufstätigen Eltern nicht mehr zuzumuten.“

Video-Botschaft von Landrat Olaf von Löwis

„Ich bin sehr zuversichtlich, dass der Landkreis Miesbach gut durch die Pandemie kommt“, bekräftigt Landrat Olaf von Löwis. „Vor uns liegen entbehrungsreiche Wochen. Ich hoffe, dass die versprochenen Wirtschaftshilfen schnell bei den Unternehmen ankommen und die schlimmsten Folgen abmildern. Wenn wir uns alle an die Regeln halten und mit unserem Handeln Vorbild für andere sind, überstehen wir auch diese Infektionswelle. Bitte lassen Sie uns zusammenhalten!“

Die gesamte Videobotschaft des Landrats seht ihr hier oder direkt via Facebook (Ansehen ohne Anmeldung möglich):

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