„Nachfolgeregelung“ als Verkaufsgrund für Marianowicz
„Jägerwinkel bleibt Jägerwinkel“

von Klaus Wiendl

Vergangene Woche überraschte Martin Marianowicz mit dem Verkauf seiner Privatklinik Jägerwinkel an den Oberberg-Klinikverbund mit Sitz in Berlin. Nun nennt der alte und neue Klinikchef von Bad Wiessee die Gründe seiner Entscheidung für sein „Baby“.

Martin Marianowicz verkauft Privatklinik Jägerwinkel – jetzt erklärt er warum

Er habe den Jägerwinkel nicht veräußert, weil es seiner Privatklink „schlecht gehe“. Ganz im Gegenteil, so Marianowicz gegenüber des Tegernseer Stimme, die Klinik habe sich in den letzten 15 Jahren stabilisiert. „Dem Jägerwinkel geht es hervorragend“. Für den Mediziner sei aber eine Nachfolgeregelung „ganz entscheidend“ gewesen, da die Baupläne für die Veränderungen „weiterhin auf dem Tisch“ bleiben würden. „Die wollen wir natürlich umsetzen“.

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Die neuen Eigentümer wollen 35 Millionen investieren

Marianowicz plant eine Art Ärztezentrum, in dem ein Spektrum von Kardiologie über Orthopädie und Neurologie abgedeckt werden soll. Auch einen Akutbereich mit Liegend-Anfahrt soll es nach dem Umbau geben. Parallel werde weiterhin auf dem gegenüberliegenden Schmerbachgrund an einem Haus mit 15 Appartements für betreutes Wohnen festgehalten. Da es sich dabei um Investitionen von etwa 35 Millionen Euro handeln würde, könne er diese als 65-jähriger „Mittelständler“ nicht mehr alleine umsetzen. Sein Bestreben sei es aber, die angestrebten Erweiterungs- und Umbauten zu verwirklichen.

Den Worten sollen nun auch Taten folgen. „Gleich werden wir zusätzlich etwa 15 Zimmer in einem Neubau im ersten Rutsch schaffen“. Damit werde die Kapazität auf circa 90 Zimmer ausgebaut. Eine Änderung erwägt Marianowicz im Schmerbachgrund. Statt des betreuten Wohnens könne er sich dort auch „medizinische Betten“ vorstellen. Dann würden laut Marianowicz die Appartements für das betreute Wohnen im neuen „Hofgebäude“ entstehen. Dies zu entwickeln, sei man „gerade dabei“. Doch das Konzept, das der Gemeinde im Bebauungsplan vorgelegt worden sei, „wollen wir jetzt gemeinsam umsetzen“.

Sichere Arbeitsplätze zugesagt

Als „Hauptgrund“ für den Verkauf aber nennt Marianowicz, „dass der Jägerwinkel in 20 Jahren auch noch existiert und die Mitarbeiter ihre absolut sicheren Arbeitsplätze haben“. Denn in der Struktur des Jägerwinkels ändere sich gar nichts. „Meine Frau Yvonne macht weiter die Geschäftsführung und ich bleibe Ärztlicher Direktor“. Auch Logo und Name würden bestehen bleiben. Das Wichtigste sei aber für ihn, so Marianowicz, dass sich „nichts an der medizinischen Ausrichtung ändert“. Eine psychosomatische Ausrichtung werde es mit ihm als Klinik-Chef nicht geben. „Ich bin Orthopäde und Schmerztherapeut“. Er bleibe für viele Jahre in dieser Position. „Ich verlasse das Schiff nicht“. Bei seinem „Baby“ würden auch die Fachrichtungen bleiben. „Jägerwinkel bleibt Jägerwinkel“.

Jedoch habe die Oberberggruppe den Wunsch geäußert, „unser fachübergreifendes Therapiekonzept deutschlandweit auf ihren Klinikverbund übertragen zu können“. Daher ändere sich auch für ihn von den „Emotionen nichts“, sagte Marianowicz, dem eine Klarstellung sichtlich am Herzen lag. „Die Leute befürchten etwas, was nicht stattfinden wird“. Denn der Jägerwinkel soll weiterhin den Ruf von Bad Wiessee mehren.

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