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Ein Interview mit Florian Sareiter über die Zukunft des Jodschwefelbad-Areals und den neuen Gemeinderat

Kein Erfolg mit der SME

SME-Chef Dr. Kamelger hat endlich über die Zukunft seines Großprojekts in Bad Wiessee gesprochen. An die Öffentlichkeit dringen die Inhalte nur stückchenweise. Nun spricht CSU-Fraktionschef Florian Sareiter über seine Zweifel.

Nicht Boss Hoss von Bonanza, sondern Fraktionschef in Bad Wiessee: Florian Sareiter und das leidige SME-Projekt

Ein Interview mit CSU-Fraktionschef Florian Sareiter:

Am vergangenen Donnerstag besuchte der SME-Chef Dr. Kamelger den Wiesseer Gemeinderat. Sie hatten in den vergangenen Jahren immer wieder Ihre Bedenken zu dem Deal mit dem Schweizer Investor geäußert? Wie konnte Kamelger nun Ihre Zweifel zerstreuen?

Florian Sareiter: Leider gar nicht. Der Termin bestärkt mich in meiner kritischen Haltung. Die CSU hatte nach weitgehender Zustimmung zu den vorgelegten funktionalen und architektonischen Planungen den Optionsvertrag der letztlich im Kaufvertrag mit SME endete von Beginn an abgelehnt. Das ist die richtige Entscheidung gewesen.

Sie haben quasi die Tennisplätze, die für Personalwohnungen vorgesehen waren, wieder für die Gemeinde „herausgenommen“ – im letzten Moment diese Option gezogen. Das sieht nicht nach einer vertrauensvollen Zusammenarbeit aus. Glauben Sie noch an einem erfolgreichen Bauabschluss durch die SME?

Sareiter: Bereits seit nahezu zwei Jahren wurde die Option auf dieses Grundstück für SME mehrmals von der Mehrheit des Gemeinderats verlängert. Bei der letzten Verlängerung wurde klar von einer letzten Möglichkeit gesprochen. „Im letzten Moment trifft also definitiv nicht zu.

Schon seit längerer Zeit dränge ich auf einen Rückkauf der Fläche, um endlich den auf dem Bade- und Kurviertel lastenden Parkdruck zu entgegnen. Wie in der Vergangenheit schon mehrfach betont, glaube ich nicht an einen erfolgreichen Bauabschluss mit unserem jetzigen Partner SME.

Glauben Sie, dass die SME proaktiv das Gelände im Markt anbietet? Und was bedeutet das für Sie?

Sareiter: Es wird viel spekuliert. Es wäre für mich die logische Konsequenz. Wichtig wäre hierbei der offene Austausch mit SME. Die Gemeinde sollte bei einer tatsächlichen Verkaufsabsicht frühzeitig eingebunden werden und könnte im besten Fall auch vermittelnd auftreten.

Was passiert Ihrer Meinung nach, sollte die SME scheitern, finanziell nicht mehr das Projekt stemmen können?

Sareiter: Nicht viel. Es gilt der derzeitige Bebauungsplan. Die denkmalgeschützte Wandelhalle muss vom Eigentümer erhalten werden. Im Falle einer Veräußerung würden Verhandlungen mit einem künftigen Eigentümern oder Investor anstehen.

Im neuen Gremium herrscht gemeinsame Entschlossenheit

In den ersten Wochen nach der Kommunalwahl wirkt der neue Gemeinderat weitaus geschlossener und weniger zerstritten? Woran liegt das, und wie kann das Ihrer Meinung auch nachhaltig so bleiben?

Sareiter: Nach den ersten gemeinsamen Sitzungen kann ich diesen Eindruck nur bestätigen. Im neuen Gremium herrscht gemeinsame Entschlossenheit und eine gute Stimmung. Zum einen liegt das sicher an der neuen personellen Konstellation. Wichtig ist aber auch die Tatsache, dass durch diverse Gespräche bereits vor Beginn der Legislatur gemeinsam der neue Kurs und die neue Geschäftsordnung des Gremiums konzipiert wurde.

Es finden nun im Vorfeld jeder Sitzung Fraktionssprechersitzungen statt, seitens der Verwaltung und des Bürgermeisters wird offen und umfänglich informiert. Im Gremium wird sachlich diskutiert, analysiert und beschlossen. Es herrscht ein neues Miteinander. Und nur so geht es.


Als nächste Herausforderung steht der Abriss des Badeparks an. Zwei Fragen dazu: Sollte er überhaupt noch einmal öffnen? Inwieweit sehen Sie bei der Finanzierung eines neuen Bads auch die anderen Gemeinden in der Pflicht? Schließlich profitieren diese maßgeblich in der Winterzeit von dem Angebot.

Sareiter: Dieser Frage werden wir uns tatsächlich in sehr naher Zukunft stellen müssen. Ich möchte hier aber nicht vorgreifen. Dass die Pläne zum Abriss und Neubau eine Beteiligung der Talgemeinden, am wahrscheinlichsten eine Defizitvereinbarung beinhalten muss, ist für mich klar.

Der Talgemeinschaft ist die Wichtigkeit eines öffentlichen Schwimmbades in dem unsere Kinder schwimmen lernen, unsere Schulen, Wasserwachten und Vereine trainieren und unsere Gäste und Einheimischen Ihre Freizeit verbringen sicher bewusst. Es geht darum, gemeinsam eine faire und solidarische Regelung zu finden.

Herzlichen Dank für Ihre Zeit.

 

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