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Nach großer Erweiterung in Kreuth

Kindergarten-Platz mit Haken …

Von Lenka Li Lilling

Kindergartenplätze sind Mangelware – auch im Tegernseer Tal. Kreuth hat heuer trotzdem zu viele, denn das Gebäude wurde erweitert. Davon können nun Familien aus anderen Gemeinden profitieren. Allerdings gibt es da einen Haken…

Viel Platz zum Spielen und Toben – die Erweiterung des Inge-Beisheim-Kindergarten Kreuth.

Der Kreuther Kindergarten wurde erweitert. Einige Plätze mehr hat die Gemeinde jetzt für junge Familien zu vergeben. Im kommenden Jahr viel zu viele – denn so kinderreich ist Kreuth gerade gar nicht. Deshalb die Lösung: Befristete Plätze für Kinder aus anderen Gemeinden.

Was anfangs nach einem Segen für alle Familien aus Nachbargemeinden aussah, die kürzlich eine Zusage für den Inge-Beisheim-Kindergarten in Kreuth erhielten, entpuppte sich schnell als Mogelpackung. Eine befristete Zusage für ein Jahr statt kindgerechter Planungssicherheit für die vollständige dreijährige Kindergartenzeit, lässt viele verunsicherte Familien aus dem Landkreis nun vor weiteren Herausforderungen stehen.

Von der Terminierung auf ein Jahr sei in der Zusage nicht die Rede gewesen, so eine empörte Mutter zur Tegernseer Stimme. Erst auf erneute Nachfrage konnte sie das in Erfahrung bringen. Unaufmerksamen Eltern könne es daher durchaus passieren, dass sie aufgrund der Zusage ihren bisherigen Platz kündigen, um dann Gefahr zu laufen nach einem Jahr blöd dazustehen, führt sie fort.

Zu Gast in Kreuth

Da im vergangenen Jahr nicht genug Kindergartenplätze für Kreuther Familien vorhanden waren, weil Kinder mit unbefristeten Plätzen aus Nachbargemeinden diese besetzt haben, will man nun auf Nummer sicher gehen. Der Gemeinderat hat zu dem Thema getagt und beschlossen, Kindergartenplätze erst einmal befristet zu vergeben.

Wir standen vor der Alternative, entweder den Kindern aus anderen Gemeinden generell eine Absage für einen Kindergartenplatz in Kreuth zu senden, oder – was vom Gemeinderat so befürwortet wurde – eine Zusage vorerst nur für das kommende Kindergartenjahr zu geben.

Die betroffenen Eltern müssen dann für sich entscheiden, ob sie das Risiko eingehen, dass der Kindergartenplatz im Jahr 2022/2023 nicht mehr zur Verfügung steht, wenn dann alle Plätze durch Kreuther Kinder beansprucht werden oder ob sie lieber gleich den im Kindergarten ihrer Heimatgemeinde zur Verfügung stehenden Platz annehmen, führt der Kreuther Bürgermeister Josef Bierschneider auf unsere Nachfrage aus.

Kinder sind in der Corona-Krise stark belastet

Gemeinsames toben, erkunden und erleben ist für die Entwicklung von Kindern elementar wichtig. Corona war und ist für die meisten Familien eine große Herausforderung, da unter anderem eben diese gemeinsame Kindesentwicklung plötzlich gegen Fallzahlen, Inzidenzen und Ansteckungsrisiken abgewogen werden musste. Umso wichtiger ist es, die entstandenen Defizite durch versäumte Lern- und Spielzeit nach Möglichkeit anzugehen und den Kindern eine kindgerechte gemeinsame Zeit zu ermöglichen.

Denn vor allem Kinder und Jugendliche sind es, die durch Corona an einer höheren Rate von Verhaltensauffälligkeiten leiden, sagt die Professorin für Klinische Kinder- und Jugendpsychologie, Silvia Schneider in einem Interview mit dem Bundesministerium für Bildung und Forschung. Was das längerfristig für die Betroffenen und ihre Familien heißt, ist Stand heute noch nicht wirklich abzuschätzen. Entscheidend, soviel ist sicher, ist jedoch die allgemeine Konstitution der Eltern. Geht es ihnen gut, geht es dem Kind gut.

Ein wesentlicher Faktor für entspannte, ausgeglichene Eltern ist eine gesicherte Betreuung ihrer Kinder im Arbeitsalltag. Dass eine staatlich garantierte Kinderbetreuung auch im Jahr 2021 in Bayern nicht der Lebensrealität entspricht, ist eine Tatsache. Umso mehr hätte man mit dem Ausbau der Kapazitäten in Kreuth ein Zeichen setzen können, dass sich diesem Notstand nachhaltig angenommen wird.

Die oben erwähnte Mutter meinte abschließend, die befristete Regelung sei nicht in Übereinkunft mit der Leitung des Inge-Beisheim-Kindergartens entschieden worden. Leider wollte man uns hier aber keine Auskunft geben und verwies auf den Bürgermeister.


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