Macht der Bergsteigerbus noch Sinn?

Kreuth kritisiert Busanbindung im Tal

Kreuth ist Bergsteigerdorf und muss den Wanderern etwas bieten. Ein Bus wird deshalb extra für die Gäste und Einheimischen von der Gemeinde angeboten und finanziert. Doch will man das auch weiterhin?

Der Bergsteigerbus wurde im Sommer letzten Jahres erstmals eingesetzt / Archivbild

Kreuth ist seit letztem Jahr Bergsteigerdorf. Deshalb bietet die Gemeinde nun in der zweiten Saison auch den sogenannten Bergsteigerbus an. Der Bus erweitert das Angebot des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPVN). Er ermöglicht es Gästen und Einheimischen direkt zu den entsprechenden Wanderrouten in Kreuth zu gelangen.

70.000 Euro muss Kreuth jährlich auf den Tisch legen. Das Landratsamt steuert 10.000 Euro bei und auch die Nachbargemeinde Achenkirch unterstützt mit einem vierstelligen Betrag. Trotzdem ist die Summe kein Pappenstiel für Kreuth. Letzte Woche ging es im Gemeinderat nun darum zu entscheiden, ob der Bus auch im kommenden Jahr angeboten werden soll.

Bürgermeister Josef Bierschneider (CSU) erklärte zunächst, dass der Bus letztes Jahr von Juni bis Oktober im Einsatz war. Heuer habe man ihn erstmals schon ab Mai eingesetzt. Außerdem habe man heuer eine deutliche Steigerung der Nutzung beobachten können. Bierschneider plädierte dafür, den Bergsteigerbus auch weiterhin zu ermöglichen. Dem stimmte auch Evi Baumgartner (SPD) zu. „Ich bin absolut dafür, dass wir es nochmal probieren. Der Bus wird angenommen, das weiß ich von unseren Gästen.“ Markus Wrba (FWG) zeigte sich dagegen unschlüssig: „Ich finde wir sollten es nur dann machen, wenn wir das Angebot optimieren und den Bus noch mehr bewerben.“ Auch Christian Bock (CSU) sahs ähnlich:

Ich bin der Meinung, dass der Bus schon Sinn macht. Von September bis Oktober läuft dahinten alles über. Da müssen die Busse noch optimiert werden.

Sein Vorschlag wäre, vielleicht auch mal im Radio durchzusagen, dass alle Parkplätze belegt sind und man nun den Bus anbietet. „Der RVO muss da flexibler werden“, weiß er. Das sahen auch andere so. Aktuell ist der Landkreis dabei gemeinsam mit der RVO an einem neuen Konzept für den ÖPVN zu arbeiten. Doch die Umsetzung sei ein langer Weg, so Bierschneider. Man müsse Zwischenschritte gehen.

Zweiter Bürgermeister Wolfgang Rebensburg ergänzte: „Der Entwurf soll Ende des Jahres vorgestellt werden. Das muss in den Regionalplan eingeschlossen werden, dann könnten wir auf den Bus verzichten.“

Insgesamt übte der Gemeinderat Kritik am RVO-Monopol. Der Busfahrplan sei schwer zu lesen. „Es wäre vielleicht sinnvoll, das so zu machen, dass es auch die verstehen, die vorher nicht ein Jahr studiert haben“, meinte Martin Mehringer (CSU). Dem stimmte Elisabeth Hartwig (CSU) zu: „Die Fahrpläne sind seit Jahren nicht lesbar. Aber da ist kein bemühen da. Die RVO macht es sich ganz schön leicht.” Trotzdem beschloss der Rat am Ende einstimmig, den Bergsteigerbus auch im kommenden Jahr wieder einzusetzen.


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