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Rottach-Egern bekommt eine neue Grundschule

Millionen für Schulpavillon

Auf den ersten Blick zeigen die Planskizzen einen modernen und luftigen Zweckbau hinter einer Holzfassade, mit vielen Glasflächen. Das Problem: Die Konzeption wird erheblich teurer als geplant.

Die Grundschule wird durch einen Neubau ersetzt. /Archivbild

Die Ausgangslage ist der betagte Altbau aus dem Jahr 1969, „energetisch eine Katastrophe“, klagte Rathauschef Christian Köck (CSU). Im Winter werde „zum Fenster hinaus geheizt“. Außerdem sei der Bedarf für etwas Neues durch die zuletzt geburtenstarken Jahrgänge gegeben. Die Eltern hätten sich statt eines Horts für eine offene Ganztagsschule entschieden.

Der Vorteil dabei für die Gemeinde ist laut Köck, dass „das Personal vom Träger, dem Schulverband Tegernsee, gestellt wird“. In dem Neubau könne auch eine Mittagsbetreuung erfolgen. Denn bislang würden die fünften bis siebten Klassen mittags nach Bad Wiessee zur Betreuung gefahren. „Das ist einfach Unsinn“, meinte Köck. Künftig könne man dies alles auf dem eigenen Areal anbieten. Entsprechend ausgelegt ist der Schulneubau.

Südansicht der neuen Ganztagsschule. / Entwurfsskizze

Rottachs Kämmerer Martin Butz, der das Projekt qua Amt begleitet, erklärte Details. Er bestand darauf, dass es kein Bungalow sondern ein Pavillon werde. 50 Meter lang, 21 Meter breit und 10 Meter hoch. Im Untergeschoss gebe es Abgrabungen zur besseren Belichtung der Räume. Der Zugang erfolge von Norden. Das Erdgeschoss beherberge einen Speisesaal mit einer Küche für die angelieferten Speisen. Daneben ist eine Bibliothek. In der anderen Hälfte im Parterre sind Betreuungs- und Aktivräume geplant und 168 Spinde. Unterrichtet wird im Obergeschoss, in acht Klassenzimmern, zwei je Jahrgangsstufen.

7,8 statt 5 Millionen Euro Baukosten

Kosten würde der Neubau statt der einst errechneten 5 Millionen nun 7,8 Millionen Euro. Mit einem Zuschuss von einer Million Euro rechnet der Kämmerer, „das Förderverfahren läuft“. Die nun „stolze Summe“ sei dem immensen Bauboom im Tal geschuldet, erklärte Köck. Eine Trendwende sei die nächsten Jahre nicht in Sicht. Es gebe aber eine Vereinbarung mit dem Schulverband, dass sich andere Gemeinden an den Kosten beteiligen würden.

Während der Bauphase würden die Kinder nicht in mobilen Containern untergebracht werden. „Das hätte uns 370.000 Euro gekostet“. Denn im Bereich der Mittelschule gebe es noch Platzreserven, um den Unterricht in bestehenden Räumen abzuwickeln. Auch die Aula und der Gymnastikraum bei der neuen Turnhalle könnten vorübergehend als Klassenzimmer dienen. Der Schulverband sei der Übergangslösung „einstimmig gefolgt“.

Ostansicht des knapp 8 Millionen Euro teuren Neubaus. / Entwurfsskizze

Bei der Fassade des Funktionsbaus mit „sehr viel Holz“ müsse man bei der Gestaltungssatzung „Zugeständnisse machen“. Er hoffe, so Köck, dass der moderne Bau die „nächsten 30 bis 40 Jahre funktioniert“. Auf dem Dach soll einmal eine Photovoltaik-Anlage zur Warmwassererzeugung errichtet werden. Zunächst werde aber die bestehende Gasleitung auf dem Schulgelände weiter genutzt.

Zum Zeitplan sagte Köck, dass der Abriss in den nächsten Osterferien erfolgen soll, „damit keine Kinder auf dem Gelände sind“. Die Eröffnung der Grundschule sei nach den Herbstferien 2020 geplant. Die Nachrüstung des Pausenhofs und der Freiflächen könnte sich laut Butz bis ins Jahr 2023 „hinziehen“. Ob das Vorhaben EU-weit ausgeschrieben werden müsse, sei noch offen.


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