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Pro-Feuerwehrhaus-Initiator spricht über Motivation

Mit Strategie gegen den Abbruch

Von Nicole Kleim

Fakten sollen erst im November geschaffen werden. Bis dahin muss sich die Tegernseer Initiative „PRO Feuerwehrhaus“ gedulden. Bleibt Zeit, um die Frage aufzuwerfen: Warum formiert sich die Anti-Abriss-Bewegung so spät?

Das historische Feuerwehrhaus soll erhalten bleiben, finden ein paar Tegernseer Bürger – allen voran die Initiative PRO Feuerwehrhaus.

Der millionenschwere Neubau des neuen Feuerwehrhauses ist beschlossene Sache. Der Abriss des alten ebenso. Warum also setzt sich die Initiative „PRO Feuerwehrhaus“ erst jetzt für ihr altes Feuerwehrhaus ein? Will sie sich mit einem Bürgerbegehren wirklich die Finger verbrennen? Tritt sie nicht eher ein “totes Pferd”, wie TS-Kommentator Martin Calsow kürzlich schrieb?

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1729 Unterschriften hat die Initiative gesammelt, um den Abriss des Tegernseer Feuerwehrhauses zu verhindern (wir berichteten). Ihren Antrag haben sie inzwischen bei der Stadt Tegernsee eingereicht. Zu spät zwar , um noch auf der Tagesordnung der Oktober-Sitzung berücksichtigt zu werden. Trotzdem wurde, wie heute früh berichtet, über die Initiative bereits kontrovers diskutiert. Die Stadträte werden sich im November allerdings ausführlich mit dem Antrag beschäftigen.

Doch bereits jetzt stehen mehrere Fragen im Raum. Will die Initiative wirklich nur „schlechte Stimmung“ verbreiten? Und warum setzen die Verantwortlichen erst jetzt alles daran, einen Abriss zu verhindern. In einem Leserbrief schreibt beispielsweise Manfred Holthoff:

Es sind Tegernseer Bürger, die sich nie in öffentlichen Stadtratssitzungen informieren, alle Beschlüsse der Stadträte seit vielen Jahren still passieren lassen, und sich erst dann an die Öffentlichkeit trauen, wenn die Beschlüsse umgesetzt werden sollen.

Ihnen wirft er vor, dass es ihnen nicht um die Sache (das Feuerwehrhaus) gehe, sondern nur darum, „schlechte Stimmung“ gegen Stadtrat und Bürgermeister zu verbreiten. Dabei würden sie gewissenlos agieren, wenn sie nicht kapieren wollen, in „welche Gefahr sie gegebenenfalls Feuerwehrler und Bürger bringen“. Das rieche „schon sehr stark nach den Vorwehen des nächsten Kommunalwahlkampfes“.

Ein Protest im Vorfeld? „Nicht zielführend“

„PRO-Feuerwehrhaus“-Initiator Marcus Staudacher sagt auf Nachfrage zu seiner späten Motivation Folgendes:

Ein einmal gefasster Beschluss ist nicht unumstößlich. Der Stadtrat kann jederzeit eine neue Entscheidung treffen.

Bisher seien keine unnötigen Kosten entstanden. Die Stadt habe weder einen Planungs-, noch einen Bauauftrag erteilt. Lediglich die Machbarkeitsstudie sei in Auftrag gegeben worden. Und genau das Ergebnis dieser Studie sei Grundlage für die Überlegungen der Initiative gewesen, so Staudacher.

Ein Protest hätte im Vorfeld wenig Sinn gehabt, da man „keine tragfähige Alternative zum Abriss hätten anbieten können“. Das wäre eine „reine Verhinderungs-Politik“ und nicht „zielführend“ gewesen. Anfangs habe man sich selbst um Alternativstandorte für das Feuerwehrhaus bemüht, sagt er. Aber genauso wie die Stadt habe man „keinen vernünftigen gefunden“.

Ein Abriss wäre ein Stich ins Herz

Aus Sicht der Initiative sei der Abriss-Beschluss der Stadt einfach „falsch“. Mit den gesammelten Unterschriften könne die Stadt aber „nicht mehr umhin, als sich erneut mit der Variante J zu befassen,“ davon ist Staudacher überzeugt. Zumindest der Tegernseer Bürgermeister sieht das wie berichtet ein wenig anders.

Doch Staudacher macht weiter. Seit 2003 sei er Mitglied in der Schutzgemeinschaft Tegernseer Tal (SGT), seit etwa einem halben Jahr im Vorstand. Die SGT habe schon viel früher den Abriss des historischen Gebäudes kritisiert, so Staudacher. Gehör gefunden habe sie keines.

Seine persönliche Motivation rühre daher, dass er direkt neben dem Spielplatz aufgewachsen sei und noch heute in der Hochfeldstraße wohne. Aus diesem Grund habe er einen persönlichen Bezug zu diesem Viertel und sehe sich „Kraft seines Amtes“ dazu berufen, sich für den Erhalt des Feuerwehrhauses einzusetzen.

Vielleicht auch, weil mein Großvater, Altbürgermeister Anton Staudacher, die Wehr nach dem Krieg als Kommandant wieder aufgebaut hat.

Für ihn sei die Vorstellung, dass nun „alles beim Feuerwehrhaus platt gemacht werden soll, einfach unerträglich“. Zumal es ja eine Lösung gebe, die „der Einsatzfähigkeit der Feuerwehr Rechnung trägt und das wunderschöne historische Feuerwehrhaus und den idyllischen, gut frequentierten Spielplatz bewahrt“.

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