Montgolfiade kommt wieder nach Wiessee

Groß war das Wehklagen in Wiessee, als vor gut einem Jahr bekannt wurde, dass wegen der geplanten Abbrucharbeiten für das neue Luxushotel an der Seepromenade die Montgolfiade nach Rottach-Egern abwandert. Mit der Eigentümerfamilie Strüngmann hatte damals niemand gesprochen. Jetzt schon, wie TTT-Chef Kausch verkündet.

Die Montgolfiade findet kommendes Jahr wieder in Bad Wiessee statt / Archivbild

Die überraschende Nachricht behielt sich Christian Kausch für den Schluss seines Berichts über den Saisonabschluss 2017 auf. Zunächst sprach er vor dem Wiesseer Gemeinderat davon, dass die 652.200 Übernachtungen mit einem Minus von 1,16 Prozent leicht rückläufig sind, dagegen es ein leichtes Plus mit knapp 111.000 Gästen gab. Dem gegenüber steht eine Verringerung von 18 Betten auf nun 3.612.

Ein leichtes Minus verzeichnete die Tegernseer Tal Tourismus GmbH (TTT) auch bei der durchschnittlichen Aufenthaltsdauer mit 5,8 Tagen pro Übernachtungsgast. Als Besonderheit vermerkte Kausch ein Plus von 2,55 Prozent für die Übernachtungen bei Privatvermietern. Auch die Kliniken wirken sich in der Gesamtstatistik mit einem Zuwachs von knapp drei Prozent positiv aus. Vor allem die Adventsmärkte würden für eine deutliche Belebung der Nebensaison sorgen.

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Quotenhit WM-Studio Wiesseer Yachtclub

In seiner Tour d’Horizon über die bevorstehenden Jahresaktivitäten erwähnte Kausch nicht nur den Themenschwerpunkt Kulinarik mit „Schlemm-dich-gesund-Wochen“, einen Workshop mit Arbeitgebern im Herbst für entsprechende Stellenangebote, die Ausbildung von acht neuen Heimatführern, das Pokerfinale der Spielbanken 2019 und die „Jäger-Ski-WM“ am Sonnenbichl.

Nicht nur die Trainingslager verschiedener Fußballmannschaften wie beispielsweise Borussia Mönchengladbach würden die Blicke auf das Tegernseer Tal richten, auch das kleine ARD-WM-Studio in Bad Wiessee mit Philipp Lahm hätte Einschaltquoten von bis zu 76 Prozent gebracht. Doch dann ließ Kausch die Katze aus dem Sack.

Abbrucharbeiten nehmen Rücksicht auf Montgolfiade

Er habe mit der Athos Service GmbH gesprochen, die für die Familie Strüngmann als Bauherrin des geplanten Hotels auftritt. Das Luxus-Hotel soll zwischen dem ehemaligen Haus des Gastes und dem früheren Hotel Lederer errichtet werden. Man habe ihm zugesagt, so Kausch, „dass die Montgolfiade wieder in Bad Wiessee stattfinden kann“. Der Abriss des Haus des Gastes, des Hotels Wittelsbach und des Hotels Lederer werde man so gestalten, dass genügend Flächen für die Großveranstaltung bleiben.

Kausch setzt nun auf ein entsprechendes Engagement von Gastgebern und Gastronomen. Keine Zusagen habe Strüngmanns Athos allerdings gemacht, ob auch künftig an der Seepromenade die Montgolfiade stattfinden könne. Dennoch bekam Kausch für seine Erfolgsmeldung reichlich Applaus am Ratstisch. Das war im Herbst noch anders. Als Recherchen der Tegernseer Stimme offenbarten, dass Bürgermeister Höss und Kausch ohne Absprache mit Strüngmann die Montgolfiade absagten.

Auf dem Gesamtareal von ehemaligen Spielbank und Lederer (rechts) plant Thomas Strüngmann ein Luxushotel.

„Die TTT hatte mit dem Eigentümer des Grundstücks keinen Kontakt“, sagte Andreas Göbel, Pressesprecher der Athos GmbH im November. Die Entscheidung sei alleine zwischen Gemeinde und TTT zu einem Zeitpunkt gefallen, als entschieden werden musste, ob die Montgolfiade am gewohnten Platz stattfinden könne. Ohne Rücksprache mit Göbel oder Strüngmann sei die Gemeinde davon ausgegangen, dass die gesamten Abbrucharbeiten auf dem künftigen Hotel-Areal noch im gleichen Jahr stattfinden würden.

Es kam allerdings anders. Und auch die Gebäude stehen allesamt noch. Denn die Planungen stocken. Gefeilt wird noch an der Form des Hotels. Doch festhalten will man bei Athos an dem Plan, im Herbst mit dem Abriss der Gebäude zu beginnen. So könnte die Montgolfiade 2019 in ganz neuem Rahmen in Wiessee stattfinden. Für Florian Sareiter (CSU) war dies das „Erfreulichste“ am Ausblick von Kausch.

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