Geplante Baustellen 2019 im Tegernseer Tal und Umgebung

Nach dem Schnee ist vor dem Stau

Der legendäre Winter ist so gut wie beendet und alle freuen sich auf freie Fahrt rund um den Tegernsee. Doch Autofahrer wissen auch: Mit der warmen Jahreszeit kommen die Baustellen – und damit Verzögerungen und Stau. Wir haben mal nachgefragt, was heuer noch so auf uns zukommt.

Die Dimensionen des Ausbaus an der B318 bei Holzkirchen lassen sich bereits erahnen. / Foto: Tina Hansch

Baustellen bedrohen den Verkehrsfluss und nerven gewaltig. Doch leider müssen ständig irgendwo Fahrbahnen saniert oder sogenannte Unfallhäufungslinien zur allgemeinen Sicherheit umgebaut werden. Unvermeidbar wird auch heuer wieder die zuständige Gebietsabteilung des Straßenbauamts Rosenheim für unseren Landkreis aktiv.

Wir beginnen, kurz und schmerzlos, nördlich des Tegernseer Tals mit Altbekanntem: Der vierspurige Ausbau der B318 an der Autobahnauffahrt Holzkirchen dauert weiter an und soll zum Abschluss des Jahres beendet sein. Seit Juni 2017 besteht die Baustelle mittlerweile und es muss noch viel gemacht werden. Brücke und Abzweigung ins Gewerbegebiet sind zwar soweit fertig, aber der eigentliche vierspurige Ausbau steht noch an, außerdem viele Kleinigkeiten, wie zum Beispiel der Bau einer Lärmschutzwand.

Der vierspurige Ausbau an der Autobahnauffahrt Holzkirchen dauert an. / Foto: Tina Hansch

Südlich des vierspurigen Ausbaus, auf der Höhe von Marschall, muss die Fahrbahndecke der B318 saniert werden. Da diese Stelle auch ein sogenannter Unfallhäufungspunkt ist, wird hier von Warngau kommend eine Linksabbiegerspur Richtung Marschall geplant. Sanierung und Umbau finden voraussichtlich im Spätsommer oder Herbst statt.

Hier auf der B318 Höhe Marschall ist eine Linksabbiegerspur in Planung. / Foto: Tina Hansch

Jetzt nehmen wir Fahrt auf Richtung Tegernsee. Doch halt, stopp! Im Ortsteil Moosrain südlich der Kreuzstrasse muss auf der B318 die kleine Brücke über dem Moosbach komplett erneuert werden. Diese Maßnahme wird frühestens im Herbst ergriffen, eventuell aber auch erst im nächsten Jahr. So oder so wird es sicherlich auch hier zu starken Einschränkungen für den Durchgangsverkehr kommen.

À propos Brücke: Wie vor kurzem berichtet, wird ab 29. April bis Ende August die Zeiselbachbrücke in Bad Wiessee saniert und die Hauptstrasse (B318) an dieser Stelle per Ampelregelung nur einseitig befahrbar sein.

Nun kommen wir zu einer Baustelle, die sicherlich vielen Verkehrsteilnehmenden unter den Reifen brennt: Wie bereits angekündigt, muss die oberste Fahrbahndecke der B307 zwischen Scharling auf Höhe Nördliche Hauptstrasse bis Ortseingang Kreuth wegen Mängeln verbessert werden. „Die notwendigen Griffigkeiten haben sich nicht eingestellt, die Decke entspricht nicht der von uns geforderten Qualität“, so die Verantwortlichen des Straßenbauamts.

Hier wird die Baustelle auf der B307 in Kreuth beginnen. Links geht es auf den Wirtschaftsweg für den Shuttlebus. /Foto: Tina Hansch

Bedeutet im Klartext: Mitte Mai finden die Bauarbeiten statt, und zwar eine Woche lang immer nachts zwischen 19 und 6 Uhr, da die Bundesstrasse komplett gesperrt werden muss.

Warum ist eine Komplettsperrung nötig?

Die Gründe lauten Arbeitsschutz und Arbeitsschutzrecht. Seit Dezember 2018 ist die „technische Regel für Arbeitsstätten“, kurz ASR A5.2, in Kraft. Wer sich an die ASR A5.2 hält, kann davon ausgehen, dass er das geltende Arbeitsschutzrecht erfüllt. Da es in Kreuth an der geplanten Baustelle auf der B307 zu eng ist beziehungsweise die neuen Regelungen größere Sicherheitsabstände zum fließenden Verkehr erforderlich machen, muss eine Vollsperrung her.

Dies dient einem erhöhten Schutz für die Bauarbeiter. Aufgrund der neuen Regel werden zukünftig viel öfter Vollsperrungen notwendig sein, so prophezeien es die Verantwortlichen im Straßenbauamt Rosenheim.

Grundsätzlich soll es einen Shuttlebus geben, der zwischen dem Parkplatz an den Hirschbergliften und dem Ortszentrum von Kreuth pendeln wird. Der Bus muss auf den Wirtschaftsweg an der Weißach („Im Steinbruch“) ausweichen. Diese Strecke gilt auch für Einsatzfahrzeuge, wobei diese nach kleinräumiger Absprache per Funk notfalls die B307 nutzen können.

Wo wird noch gebaut?

Auch östlich des Tegernseer Tals tut sich einiges im Straßenbaubereich. Kurz hinter Agatharied Richtung Hausham im Ortsteil Tiefenbach soll an der Kreuzung B307 und Staatsstrasse MB8 (Wörnsmühler Strasse) ein Kreisverkehrsplatz entstehen. Noch befindet sich das Projekt in der Ausschreibung, wird aber voraussichtlich im Sommer umgesetzt.

Östlich von Miesbach auf der ST2010 zwischen Parsberg und Leitzach wird seit Montag, dem 18. März, bis Ende Mai gebaut. Die Staatsstrasse wird erneuert und verbreitert, es entstehen neue Gehwege, neue Querungsinseln und die Bushaltestelle wird aufgrund der neuen Maßnahmen verlegt.

Neue Querungsinseln sollen übrigens auch noch in diesem Jahr in einigen Gemeinden rund um den Tegernsee entstehen. Hier ist allerdings derzeit nichts spruchreif und muss noch mit den einzelnen Kommunen genau abgestimmt werden.

Ausblick auf 2020

Wie anfangs erwähnt, drohen uns Jahr für Jahr immer wieder neue Baustellen. 2020 soll in Hausham der Bahnübergang verlegt werden. Bereits Ende dieses Jahres wird mit der Spartenverlegung begonnen, also der Verlagerung von Strom- und Telefonleitungen, Gas- und Wasserrohren – auch hier sind Stau und Verspätungen vorprogrammiert.

Und für das Tal wird es sicherlich ebenfalls neue Staufallen geben. Man kann immer nur darauf bauen, dass es irgendwann auch wieder vorbei ist – bis die nächste Baustelle kommt.


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