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Bauausschuss vermisst „vernünftige Ortsentwicklung“

Neue Pläne für Wiesseer Spekulationsgrundstück

Es ist ein Dauerbrenner: Seit 2014 hat sich der Bauausschuss mehrmals damit befasst. Am Dienstagabend war es das sechste Mal. Für das Grundstück am ehemaligen Eisplatz wurde eine Bauvoranfrage eingereicht. Erneut gab es Kritik.

Am ehemaligen Eisplatz an der Freihausstraße sind drei Einfamilienhäuser geplant.

Seit ein paar Jahren schon klafft auf dem 1.700 Quadratmeter großen Grundstück an der Freihausstraße 17 neben dem Relais-Chalet Wilhelmy eine Baulücke. Durch das Biotop fließt unterirdisch in einem Rohr auch der Heissenbach. Einst stand hier das Fremdenheim der Familie Findewirth.

Davor befand sich der beliebte Natureisplatz von Bad Wiessee. Fast ein Jahrhundert lang trafen sich dort Einheimische wie Gäste beim Eisstockschießen. Doch mit dem Ableben der Grundstückseigentümerin endete auch für die Eisläufer das Vergnügen. Denn Teile der Eisfläche bis hin zu den Umkleidehäuschen gehörten der Verstorbenen. Sie hatte auch immer die kostenlose Nutzung des Grundstücks toleriert.

„Verbesserte Situation“

Die Tochter aber wollte das Baurecht nutzen – mit einem Dreifamilienhaus und einem weiteren Doppelhaus. Seinen Segen dafür gab auch das Landratsamt. Aber es kam wieder anders, wie Bauamtsleiter Helmut Köckeis am Dienstagabend beklagte. Das Grundstück sei ein Beispiel dafür, wie es gehen kann. Jahrelang habe man sich damit im Bauausschuss beschäftigt.

Und dann kommt der Grundstückseigentümer und sagt, er hat es meistbietend verkauft. Somit geht das Spiel wieder von vorne los.

Nun hatte der Bauausschuss über den Vorbescheid zum Neubau von drei Einfamilienhäusern mit Garagen zu befinden. Sie haben jeweils eine Grundfläche von 14,50 mal 7,10 Metern und eine Höhe von 5,80 Metern. Im Erdgeschoss sind die Veranden auf dem abfallenden Gelände auf Stützen geplant.

Die Abstände zu den Häusern mit 12 Metern und zu den Nachbarn würden auch mit der Satzung übereinstimmen. Vorteilhaft sei laut Köckeis zudem, dass die Häuser von der Freihausstraße weiter zurückgesetzt seien als ursprünglich beim Mehrfamilienhaus. Insgesamt sei es aus städtebaulicher Sicht eine Verbesserung der Situation.

Trotz vernünftiger Planung gibt es Bedenken

Anders sah dies Robert Huber (SPD): „Früher stand hier ein Einfamilienhaus, nun sollen es drei werden“. Er sah darin Objekte der „reinen Kapitalanlage. Das sind reine Spekulationsgrundstücke“. Allerdings musste der Vize-Bürgermeister einräumen, dass man dem Vorbescheid baurechtlich nicht widersprechen könne, doch „ich bin darüber nicht glücklich“.

Auch Bürgermeister Peter Höß (FWG) sah darin „keine vernünftige Ortsentwicklung“. Ihm wäre eine Wohnmöglichkeit für Einheimische auch lieber gewesen. Positiv jedoch sei die relativ kleinteilige Bebauung. Kurt Sareiter CSU) erinnerte daran, dass der Bauausschuss nur über das Baurecht zu entscheiden habe.

Zudem seien die Planungen hier die „mit Abstand Vernünftigsten“, die er in den letzten Monaten am Ratstisch erlebt habe. Dennoch wisse man nicht, was daraus wird. „Wir haben es nicht in der Hand“. Da sich die Zersiedelung des Grundstücks, die bauliche Nutzung und die Gebäudehöhe reduziere, erteilte der Bauausschuss dennoch einstimmig das gemeindliche Einvernehmen.


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