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Gmund entscheidet sich für "bescheidenes Dachdesign"

Neuer Bahnhof: Unten hui – oben pfui?

Von Sabiene Hemkes

Der Neubau des zentralen Busbahnhofs in Gmund beschäftigt den Rat der Gemeinde schon länger. Besonders die Dachgestaltung bereitet Diskussionen. Nach einer Vor-Ort-Besichtigung der Räte kommt jetzt die überraschende Wende. Klein und schlicht soll’s werden.

So stellt sich die Mehrheit der Räte die 60 Meter lange Überdachung des neuen ZOB vor / Skizze Zimmerei Haslauer Gmund

In der Gemeinderatssitzung in Gmund am Dienstag gab es einen überraschende Änderung in der Tagesordnung. Gleich zu Beginn der Sitzung kündigte Bürgermeister Alfons Besel (FWG) an: Eine Beschlussvorlage zur Abstimmung über die Neugestaltung des Daches des geplanten Busbahnhofes in Gmund. Besel begründet dieses etwas „überraschende Vorgehen“ so:

Bei dem Ortstermin auf dem Bahnhofsareal gab es eine fast einhellige Meinung, so haben wir das empfunden, dass wir in Gmund eine kleinere und schlichtere Lösung für die Dachgestaltung vorziehen.

Anhand eines aufgestellten, rund sieben Meter hohen Holzgerüstes wurde den meisten Räten, so auch ihm selbst, erstmalig bewusst, wie massiv sich die bisher vorliegenden Pläne des beauftragten Planungsbüros Löhe auf dem Gesamtplatz auswirken würden.

Neues Dach soll nur noch 3,50 Meter hoch und breit werden

Auch nach der Bürgersitzung vor zwei Wochen haben ihn, so berichtet Besel weiter, ähnliche Bedenken aus dem Kreis der Bürger der Gemeinde erreicht. Deshalb werde heute die neue Beschlussvorlage eingebracht. Das passe auch inhaltlich gut zu der Präsentation des städtebaulichen Rahmenplans, die zuvor im Rat behandelt werde, argumentiert der Bürgermeister weiter.

Um es vorwegzunehmen: die vorgelegte Beschlussvorlage wurde mit zwei Gegenstimmen verabschiedet. Damit steht fest: Die neue Überdachung des Busbahnsteiges wird eine Dimension von 3,50 in der Höhe und Breite nicht überschreiten. Ebenfalls soll geprüft werden, ob die 60 Meter lange Überdachung nicht in drei Einzelbereiche aufgeteilt werden kann. Vielleicht mit auch mit einer sich ändernden Höhengestaltung der Einzelelemente. Alles vorbehaltlich der rechtlichen Vorgaben für entsprechende Bauten.

Der Gemeinderat ist fast einer Meinung

Der Abstimmung vorausgegangen war eine visuelle Gegenüberstellung der zuvor im Rat vorgelegten alten Architektenpläne und der neuen Pläne. Die dazu verwendeten neuen Skizzen, wurden im Auftrag der Gemeinde vom ortsansässigen Tischlereibetrieb Haslauer erstellt.

In der daran anschließenden Diskussion im Rat sprach sich die Mehrheit der Räte positiv gegenüber der stark abgesteckten Version des Daches in holzbauweise mit einfachem Satteldach aus. Die vorherigen Vorschläge des Architekturbüros von Rainer Löhle aus Augsburg wurden vom Tisch gewischt, als zu aufwendig, teuer und absolut überdimensioniert.

In nur dreißig Minuten wurden sowohl die innovativen Pläne mit einer Überdachung aus Glas vom September 2021 als auch die massiven Holzkonstruktionen der vorgestellten Entwürfe vom Jahresbeginn mit einer Breite von über fünf Metern und einer maximalen Höhe von über sieben Metern in den Papierkorb befördert.

Schnelle Lösung aber wie geht es weiter?

Wenn das nicht mal eine schnelle Problemlösung war. Bis auf zwei Ratsmitglieder, die die Planungen als unscheinbar und enttäuschend bezeichneten, waren alle anderen mehr oder weniger begeistert. Einzelne Gestaltungsvariationen fanden noch den Weg in die Runde.

Besel hat nun den Auftrag mit dem Architektenbüro aus Augsburg Kontakt aufzunehmen. Die Planer waren auf der Sitzung nicht anwesend. Ob sie nun auch die Entwürfe für das „lange Bushäuschen“ übernehmen werden, ist unklar geblieben. Allerdings stand dem noch anwesenden Herrn Beck, der zuvor den Rahmenplan für das gesamte Rathausareal vorgestellt hatte, die Skepsis ins Gesicht geschrieben. Auf die Frage des Bürgermeisters, was er von den neuen Plänen halte, sagte er nur:

Das muss man sich in Ruhe ansehen. Ich kann so nicht sagen, ob diese Planung so auch umsetzbar ist.

Irgendwie konnte man sich als Zuschauer des Eindrucks nicht erwehren, dass es da einen Zusammenhang zwischen den stark gestiegenen Kosten des von Beck präsentierten Gesamtprojektes des Areals und dem Umdenken bei der Dachgestaltung gegeben haben könnte. Aber ist natürlich wie immer reine Spekulation …


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