Zahlen Wiesseer bald weniger?
Neuer Gemeinderat – neue Parkgebühren?

von Simon Haslauer

Parkgebühren sind kein “teures Gimmick”. Dessen ist sich auch Florian Sareiter bewusst. Während der Podiumsdiskussion im Februar hatte er Änderungen an der Preisgestaltung angedeutet. Was hat es damit auf sich?

Von links: Florian Sareiter (CSU), Stephen Hank (Moderator), Johannes von Miller (Grüne) und Robert Kühn (SPD) bei der Podiumsdiskussion.

Fast genau ein Jahr ist es her. Thomas Erler (CSU) nannte es damals “exorbitant”, Birgit Trinkl (FWG) ging es noch nicht weit genug. Die Erhöhung der Parkgebühren in Bad Wiessee spaltete den Gemeinderat.

Die Wiesseer CSU stemmte sich dagegen. Man wolle die Menschen hier haben und nicht verjagen, fand Georg Erlacher (CSU). Doch die Mehrheit des Gemeinderates stimmte gegen die CSU und für die Erhöhung.

Somit wurde die Verordnung mit 10:5 Stimmen angenommen, seit dem 1. März 2019 gelten neue Parkgebühren. Wiessee wurde daraufhin in vier Parkzonen eingeteilt. Zone I “Ortsmitte, Zone II “Kurviertel”, Zone III “Abwinkl” und Zone IV “Wanderparkplätze”. Die Zonen drei und vier sind dabei besonders exquisit. In den Sommermonaten kostet ein Tagesticket hier bis zu zehn Euro.

Ein Jahr später…

Der Bürgermeisterkandidat Florian Sareiter reisst jetzt die alte Wunde wieder auf. Während der Podiumsdiskussion Mitte Februar deutete er an, die Parkgebühren sollten wieder sinken. Sareiter kritisierte schon damals die Erhöhung. Und an seiner Meinung hat sich auch nach einem Jahr nichts geändert. Sareiter bemerkt:

Für mich persönlich steht fest, dass die von der CSU-Fraktion abgelehnte Parkgebührenordnung des letzten Jahres nicht den gewünschten Erfolg erzielt hat. Das Parken hat sich zum Leidwesen vieler Anlieger aufgrund der teilweise drastischen Gebührenerhöhung auf nicht bewirtschaftete Nebenstraßen verlagert.

Doch Kritik ohne Verbesserungsvorschlag geht im besten Fall als Jammerei durch. Das weiß auch Florian Sareiter. Der CSU-Ortsvorsitzende schlägt vor: “Daher gilt es, die Bewirtschaftung mit Automaten in der Fläche auszudehnen und mit einem transparenten und möglichst einheitlichen Preis inklusive Brötchentaste auszustatten.” Ein Bonus- und Gutschriftprogramm sowie die Einführung von Anwohnerparkausweisen würde er ebenfalls befürworten.

Fünf Euro für ein Tagesticket

Sareiter ist sich jedoch auch darüber im Klaren, dass solche Veränderungen nicht von einem Tag auf den anderen Tag geschehen, deshalb erklärt er: “Die Neuregelung sollte meiner Meinung nach erst durch den neuen Gemeinderat erfolgen.” Als “Wunschpreis” für ein Tagesticket schweben dem Bürgermeisterkandidat derzeit fünf Euro vor. Dieses wäre nach Parkzeit abzustufen.

Was sagt die Gemeinde dazu?

In der Gemeinde Bad Wiessee lenkt man den Blick ebenfalls auf die Zukunft. Hilmar Danzinger, Geschäftsführer der Gemeinde, erklärt: “Momentan ist es nicht absehbar, dass der bestehende Gemeinderat die Parkgebühren senken wird. Falls ein neu zu wählender Bürgermeister einen Überarbeitungsbedarf erkennen sollte, wird der neu zu wählende Gemeinderat darüber beschließen und die bestehende Gebührenstruktur gegebenenfalls entsprechend anpassen.”

Zu einem Kommentar zu der derzeitigen Parksituation in Bad Wiessee lässt sich Danzinger nicht verleiten. Besonnen erklärt der Geschäftsführer:

Kommunalpolitisch getroffene Entscheidungen werden von der Verwaltung zu keinem Zeitpunkt beurteilt beziehungsweise bewertet.

Die kommenden Wahlen haben das Potential, einiges zu verändern und Wiessee moderner zu gestalten. Wie diese Änderungen aussehen, entscheiden nur die Wiesseer selbst. Bleibt zu hoffen, dass das Interesse an Wahlen größer ist als an Speed-Dating Formaten.


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