Kommentar zur fehlenden Weitsicht im Tal
„Nicht in meinem Sandkasten!“

von Peter Posztos

Transparenz und Kooperation fordern die Grünen. Und schon mucken die aktuellen Bürgermeister auf. Zusammenarbeit nur auf Häuptlingsebene. Warum eigentlich?

Zusammenarbeit der Talgemeinden nur auf Häuptlingsebene.

Ein Kommentar von Peter Posztos:

Man muss den Hans Hagn verstehen. Er war beim Zollamt. Da gibt es Regeln, Gesetze und vor allem: keine Visionen. Oder Hagns Kollege Josef Bierschneider. Der ist Jurist, hat sein Amt vor fast einem Vierteljahrhundert übernommen und seitdem viele Ideen die Weissach hinunterfließen sehen. Auch bei ihm gibt es keinerlei Willen nach einer zentralen Talpolitik, wie es sich die Grünen vorstellen. Hier und da könnte man zusammenarbeiten. Aber bitte schön, wir in Kreuth sind anders als die in Tegernsee.

Nun, es gibt eine bayerische Bauordnung, an die sich alle halten müssen. Darauf verweist der FW-Stadtrat Obermüller aus Tegernsee in einem Kommentar auf der TS und watscht andere Meinungen als weltfremd ab. Und Pluralismus, der hier als Synonym für Kirchturmpolitik gelten muss, bedeutet eigentlich ja auch immer ein Wettbewerb der Ideen. Kommen halt nur wenige.

Wer sich darüber freut? Die üblichen Verdächtigen, die als Bauträger diese Trägheit der Kommunen von für ihr Profitstreben ausnutzen. Was in Rottach-Egern nicht geht, funktioniert bestimmt in Bad Wiessee. Wir ersticken im Verkehr? Aktuelle Bürgermeister zucken mit den Schultern: Selbstgemacht. War schon immer so. Wie wäre es mit einer neuen BOB-Arbeitsgruppe?

An der Ortsgrenze endet der Horizont

Töricht ist es, wenn jede Gemeinde das Tal als Raum anders begreift und gestaltet. Das Tal ist in jeder Hinsicht dank der Mobilität und des Zuzugs Fremder zusammengerückt. Das schmeckt nicht jedem Häuptling, der mit Mühe seine eigenen Leute im Rat unter Kontrolle hält.

Ein Badepark ist eben kein Projekt einer Gemeinde. Verkehr trifft nicht nur Gmund. Bezahlbare Wohnraumkonzepte enden nicht an der Ortsgrenze, auch wenn dort meist das Nachdenken vieler Bürgermeister und Räte stoppt. Das Tal ist ein Raum, der von sehr Vielen, Zugezogenen, Touristen und klugen Einheimischen als Gesamtwerk begriffen wird, dass gefährdet ist. So will sich die CSU in Tegernsee das Recht, in Außenbereichen bauen zu lassen, nicht nehmen lassen. Will immer noch wachsen.

Und die aktuellen Bürgermeister wollen das lieber in ihrer nicht-öffentlichen Bürgermeister-Dienstbesprechung behandeln. Bürgerteilnahme und Transparenz ist eben seit jeher Igitt für die politische Tal-Elite. So wie sie überhaupt gern die Fäden in der Hand behalten will. Wenn sie also einer der Kandidaten in der nächsten Zeit auf der Straße anspricht, fragen sie ihn doch mal nach mehr Transparenz und Kooperation mit anderen Tal-Gemeinden. Wird er nebulös oder gar abwehrend, wissen sie zumindest schon mal, was da so geht, oder eben nicht – im Sandkasten der Mächtigen.

 


 

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