Nie mehr Murmeltier

Ja, es gibt viel Grund zur Klage. Den Gastronomen und Hoteliers fehlen die Perspektiven, die Eltern sind nur noch genervt, und alle haben dauerhaft schlechte Laune. Sind wir alle in einer Dauerschleife gefangen? Jetzt, kurz vor dem Ende?

Wann hat das ein Ende? / Quelle: Martin Calsow

Ein Kommentar von Martin Calsow

Man steht morgens auf, schaut raus, hört Nachrichten und denkt verdrossen: “Ewig grüßt das Murmeltier.” Schneetreiben folgt auf Sonnenschein, wo man eben noch in der Sonne saß, liegt jetzt knöchelhoch die weiße Masse. Dann mal wieder Sonne. Das Leben erscheint derzeit in einer permanenten Wiederholungsschleife. Eben noch Frühling, jetzt wieder Winter. Eben noch Freude über Schnelltests, jetzt wieder heulende Mütter und wirre Demonstranten in Miesbach. Dazwischen verwöhnte Teenager von Größtgastronomen, die mit 20 Freunden Party machen.

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Aber gemach: Das ist alles nur in unserem Kopf. Der Winter wird gehen, der Frühling kommt garantiert, verspätet wie der Impfstoff, aber eben garantiert wie auch das Klagen über Allergien und Tagestouristen. Dann werden die Miesbacher Heulmuttis auch geimpft werden wollen, weil sie sonst nicht in einen Urlaubsflieger steigen dürfen.

Geduld ist bei so gut wie allen aus

Schon jetzt sind fast 18 000 Menschen im Landkreis geimpft worden. Die Anzahl der Dosen steigt, nach und nach werden wir alle die Möglichkeit haben, ein normales Leben zu genießen. Geduld ist zwar gerade bei so ziemlich allen aus, aber wir brauchen sie dringend. Halten wir uns an Abstand und Vorsorge. Es wäre ziemlich dämlich, wenn wir uns auf den letzten Metern noch mit dem Drecksvirus ansteckten.

Wir haben Impfstoffe. Das ist ein gigantischer Erfolg unseres Forschungsstandorts. Wir haben eine Infrastruktur, Ärzte und Pfleger, Ehrenamtliche und auch Lokalpolitiker, die uns nach und nach gut versorgt haben. Wenn der heimischen Gastronomie und Hotellerie dann auch einmal mutig von der hiesigen Politik-Kaste ein verbindliches Datum genannt werden könnte, wäre sehr vielen geholfen. Jetzt, am nahen Ende der Pandemie, könnte auch ein immer brav nach München schielender Landrat Reste von Mut und Tatkraft zusammenkratzen und den Touristikern eine Perspektive bieten.

Im Spätsommer werden wir durchatmen

Die Panikmacher, Hysteriker und die Untergangspropheten werden ihre Schilder in den Keller stellen und im Sommer neben uns am Ufer des Sees liegen, so tun, als ob es das Normalste der Welt sei, dass das eigene Land binnen eines Jahres einen Wirkstoff gegen eine unbekannte Virus-Variante hervorgebracht hat, und wir uns nach zwei Jahren von einer globalen Geißel befreit haben werden. Die Kinder werden das “schiere Grauen” eines Schnelltests vergessen haben.

Im Spätsommer werden wir durchatmen, ein vernünftiges Bier oder einen Wein in der müden Hitze trinken, unsere Liebsten in den Arm nehmen und uns kurz schütteln, wenn wir uns an diese Monate erinnern – und garantiert nicht dieses Lied hören:

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