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Bohrtrupp stößt in die schwierigen Tiefen Wiessees vor

Probebohrungen auf Strüngmanns Hotel-Areal

Von Klaus Wiendl

Wie schwierig der Untergrund von Bad Wiessee ist, zeigen nicht erst neue Probebohrungen an der Seepromenade. Dort will die Familie Strüngmann ein Luxushotel errichten. Damit Geologen Gewissheit über die Beschaffenheit des Areals haben, dringen Bohrer derzeit tief ins Erdreich – bis sie auf Felsen treffen.

Bei den Probebohrungen für Strüngmanns Hotel stößt der Bohrtrupp auf Wiessees schwierigen Untergrund. / Quelle: Klaus Wiendl

Wo demnächst der Unternehmer Thomas Strüngmann sein lange währendes Hotelprojekt verwirklichen will, ist nun ein Bohrtrupp tätig. Für das „kleinteiligere Hotel in alpenländischer Baukultur“, samt Wohn- und Geschäftsräumen, wird eine tiefe Baugrube notwendig, auch für die Tiefgarage in Seenähe. Nachdem Wiessees schwierige Bodenverhältnisse bei Bauvorhaben am Lindenplatz und auf dem ehemaligen Jodbad-Gelände zu beobachten sind, will Thomas Maier auf Nummer sicher gehen. Er hat die Federführung für Strüngmanns Millionenprojekt.

Maier bekommt die Erkenntnisse aus 15 Probebohrungen, verteilt auf die Umrisse der künftigen Bebauung, in den nächsten drei Wochen auf den Tisch. Ein Rohr nach dem anderen schraubt Alexander Kapintzkij von der Firma Baugrund Süd zusammen, um in eine Tiefe von 20 bis 25 Metern vorzudringen. Von der Geländeoberkante stößt der Bohrer zunächst im ersten Meter auf Auffüllungen, so Fachmann Kapintzkij.

Von da an bis in eine Tiefe von 18 Metern komme ein schwammiger Seeton. „Erst danach erreicht der Bohrer festen Kalkstein“. Der Seeton sei in diesem Bereich erwartet worden, sagt Geologe Thomas Bauer des beauftragten Geotechnischen Büros Nickol & Partner aus Gröbenzell. „Die Böden sind bei uns auch sehr schwierig“, nannte Bürgermeister Peter Höß als einen Grund für den „temporären Baustopp“ von SME für ihr Aktivitätshotel.

Vorstellung des Projekts noch vor der Sommerpause

Dies habe auch die Planer der Athos Service GmbH für Strüngmanns Hotelprojekt „ziemlich verunsichert“, meint dessen Sprecher Prof. Thomas Heller auf Nachfrage. Man wolle selbst nicht auf dem schwierigen Seeton ein Projekt starten, das „nicht realisierbar“ wäre. Nach bisherigem Erkenntnisstand sei dies „aber nicht der Fall“. Diese nochmalige Probebohrung sei den Erfahrungen von SME „geschuldet“.

Damit das, „was wir anfangen, von der Zeit, den Kosten, den technischen Machbarkeiten so sauber evaluiert ist“, dass die Baumaßnahme dann auch „schnell realisiert“ werden könne. Die Zielsetzung sei: „Keine Bauunterbrechung“. Fertig sei inzwischen die Anlagenplanung und weitere Details. Mit den Erkenntnissen der Probebohrungen soll „der Öffentlichkeit noch vor der Sommerpause das neue Hotelkonzept vorgestellt werden“.

Die Folgen der Eiszeit

Ein Seeton-Boden habe „unangenehme Eigenschaften“ und sei laut etlichen Tiefbauunternehmen „eine große Herausforderung für Alle am Bau Beteiligten“. Wie auf mehreren Webseiten zu erfahren ist, bezeichnet man den Seeton als eine geologische Schicht, die aus verfestigten Tonmineralien besteht, aber dennoch weich und unbeständig ist. Seetone sollen feine Ablagerungen sein, die durch die Vergletscherung in den Eiszeiten entstanden sind, ausgeschwemmt wurden und in den Beckenlandschaften um die Alpen zum Erliegen kamen. Seeton ist ähnlich wie Ton sehr unbeständig und leicht erodierbar und verfügt so nur über eine geringe Tragfähigkeit.


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