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Wiesseer Boden bringt Bauherrn in Nöte

SME-Baustopp wirkt sich auf Strüngmann-Plan aus

Der Stopp der Bauarbeiten für das Hotel-Projekt von SME auf dem ehemaligen Jodbad-Gelände bleibt nicht ohne Folgen. Nun wollen auch die Planer für Strüngmanns Luxushotel an der Seepromenade nochmals Probebohrungen durchführen.

Im Dezember wurde das am Wiesseer Seeufer liegende ehemalige Hotel Lederer abgerissen / Foto: Klaus Wiendl

Aktuell sind die schwierigen Wiesseer Bodenverhältnisse mitten im Ortszentrum zu beobachten. Das geplante Geschäfts- und Wohnhaus am Lindenplatz steckt fest. Die Baugrube ist voll Wasser. Auch dort kämpft der Bauherr mit dem Untergrund. Der schwammige Boden, der bei Einheimischen bekannt ist, war Werner Wendler von der WM-Eigenheimbau in dieser Dimension wohl nicht bewusst. Mehrmals musste umgeplant werden. Denn bei Bohrungen auch in zwanzig Metern Tiefe sei man nur auf weichen Untergrund gestoßen.

Diese schlechten Baugrundverhältnisse machen eine Spundung nicht möglich.

SME dagegen hat nach dem Abriss des alten Jodbads kräftig die Spundwände in den Seeton getrieben, wohl aber beim Aushub festgestellt, dass es sich teils um mit Erdöl kontaminiertes Material handelt. So schildert Bürgermeister Peter Höß gegenüber der Tegernseer Stimme das Dilemma der Sports Medicine Excellene Group (SME).

In der Erde von Bad Wiessee würden sich immer wieder Erdölreste von Bohrungen aus längst vergangenen Zeiten finden lassen. Oftmals schwimme ein Ölfilm auf dem Wasser. Wenn jemand die Situation von Wiessee nicht kenne, so Höß, stoße er vielfach auf kontaminiertes Material. Bei den durchgeführten Probebohrungen sei dieses Problem offensichtlich nicht erkannt worden.

Weitere Probebohrungen für Strüngmanns Projekt

Der Baustopp von SME hat nun aber auch Folgen für ein anderes Hotelprojekt. Denn auch Thomas Maier will auf Nummer sicher gehen. Maier hat die Federführung für das Millionen-Projekt der Familie Strüngmann an der Seepromenade. Dort soll nach letztem Stand ein „kleinteiligeres Hotel“ in „alpenländischer Baukultur“ mit knapp 100 Zimmern entstehen.

Doch der Planer sei sich „von Anfang an der schwierigen Bodenverhältnisse mit dem schwammigen Seeton bewusst gewesen“, lässt er auf Anfrage ausrichten. Aktuell werde es daher nächste Woche nochmals zu Probebohrungen kommen.

Durch die gewonnenen Erkenntnisse müssen wir die aktuelle Planung möglicherweise anpassen. Wir können dann die Themen wie Beeinträchtigung des Grundwassers und Tragfähigkeit wirtschaftlich bewerten.

Dennoch ist Maier zuversichtlich, „im Anschluss das neue Planungskonzept dem Gemeinderat vorstellen“ zu können. Diese neue Planung sei das Ergebnis aus einer Mehrfachbeauftragung von teilweise internationalen Architekturbüros. Maier: „Das ausgewählte Büro werden wir bei einer Gemeinderatsitzung, voraussichtlich im Juni, bekanntgeben“.


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