Viel Neues bei der 51. Auflage des Pferdefestes im Tal

Rottacher Rosstag: Neue Festwiese – neues Konzept

Von Sabiene Hemkes

Am 11. September findet nach zwei Jahren Pandemie-Pause wieder der Rosstag in Rottach-Egern statt. Zahlreiche Pferdegespanne und Reiter bilden einen festlichen Umzug durch den Ort. In diesem Jahr, soll aber einiges anders ablaufen. Auch eine neue Festwiese wurde gefunden.

Der Rottacher Rosstag wird sich heuer ein wenig verändern / Quelle: Paul Kadlcak

Der Rosstag ist neben den Waldfesten das größte und beliebteste Event in Rottach-Egern. Am Festtag ziehen auch in diesem Jahr über 200 Teilnehmer mit prächtigen Pferdegespannen und Reiter mit ihren stolzen Rössern durch die Gemeinde am südlichen Tegernsee. Seit nun mehr 53 Jahren ein Augenschmaus für Gäste und Einheimische, den der 2007 verstorbene Pferdenarr Thomas Böck ins Leben gerufen hat. Begleitet wird der traditionelle große Umzug, an dem viele Gäste aus dem gesamten Alpenland teilnehmen, seit jeher von vielen Festlichkeiten am Streckenrand.

Im Voitlhof stellte sich gestern Vormittag der gut gelaunte Christian Köck, Bürgermeister der Gemeinde Rottach-Egern, zusammen mit Daniel Merone von der Bergwacht Tegernsee der lokalen Presse. Gemeinsam präsentierten die beiden das in den Coronajahren runderneuerte Konzept für den 51. Rosstag am 11. September 2022.

Neuer Festplatz am Kutschenmuseum

Schon 2020 wurde bekannt, dass der Event nicht mehr auf der angestammten Festwiese in Entenrottach seinen feierlichen Abschluss finden wird. Köck will bei der Präsentation auf die Gründe für den Standortwechsel nicht näher eingehen. Das Thema sei abgeschlossen, wie er meint. In der Gemeinde Rottach-Egern schaue man jetzt nach Vorne:

Wir Rottacher sind sehr froh hier am Kutschenmuseum beim Gsotthaberhof eine neue Heimat für den Rosstag gefunden zu haben.

Auf dem gemeindeeigenen Grund rund um das Museums in der Feldstraße wird am 11. September erstmals der Ross-Umzug enden. Das Fahrerlager werde auf der Oswaldwiese hinter dem Voitlhof aufgeschlagen, informiert Köck weiter. „Dort können die Pferde getränkt werden und sich auch die Reiter und Gespann-Fahrer stärken nach dem doch anstrengenden Umzug“, erklärt der Bürgermeister weiter.

Schaufahren nicht mehr zeitgemäß

Auf das Schaufahren allerdings müssen die Besucher des Pferdefestes in Zukunft wohl verzichten. Das ist eine der Neuerungen, die Köck verkündet. In den letzten Jahren habe man beobachten können, wie das Interesse am Schaufahren immer mehr nachgelassen habe. Die Gäste werden sich, wie der Gemeindechef erklärend hinzufügt, nach der Ankunft am Gsotthaberhof bei Getränken, Speisen und Musik „sowieso eher auf dem Festgelände“ aufhalten.

Nach zwei Jahren ohne den Rosstag freuen sich auch die Mitglieder der Bereitschaft der Rottacher Bergwacht schon sehr auf den 11. September. Merone, der wie schon in den Vorjahren für die Bergwacht die Organisation übernehmen wird, macht deutlich, wie hart der Ausfall des Rosstages seinen Verein getroffen habe. Umso größer die Freude bei Merone und seinen Kollegen.

Für uns bei der Bergwacht war der Großevent immer eine willkommene Abwechslung wie auch die größte Einnahmequelle im Jahr. Alle bei uns freuen sich auf den Rosstag.

Um die Nöte der Vereine in seiner Gemeinde weiß auch Köck: „Wenn wir in der Gemeinde Feste feiern nehmen wir immer unsere Vereine und Gruppen mit.“ Das sei ein wichtiger Bestandteil des Dorflebens. Für alle seien die Ausfälle in der Pandemie schwer zu kompensieren gewesen. „Umso schöner jetzt wieder die Normalität zu genießen,“ ergänzt der erste Mann der Tegernseer Tal Gemeinde.

Die Strecke des Zuges muss angepasst werden

Mit dem neuen Standort des Festplatzes in der Feldstraße, der, wie Köck berichtet, einer Idee von Tobias Maurer, Kommandant der Rottacher Feuerwehr entsprang, ändert sich in diesem Jahr auch der Weg des Festzuges. Starten werden Rösser und Reiter, wie es Tradition ist, in der Kobellstraße. An der Seestraße werden die beiden Moderatoren Bruno Six und Florian Maier in altbewährter Manier vom Turm aus die Teilnehmer vorstellen.

Weiter geht es über die Hauptstraße dann in Richtung Ellmau. Diesmal aber führt der Festzug nicht an der kleinen Rosskapelle vorbei. Die Segnung der Pferde und ihrer Reiter für das kommende Jahr findet daher heuer an einem mobilen Altar auf Höhe des Hofes „zum Dersch“ statt.

Ein neuer Termin und „etwas jünger soll es werden“

Und noch etwas ist in diesem Jahr anders, als bei den Vorgängerveranstaltungen, betont der Bürgermeister: „Wir wollen etwas jünger werden. Ab 16:00 Uhr spiele die Band „Smile“ bekannte Hits, berichtet Köck aber schiebt gleich lachend hinterher,

… aber keine Angst das wird jetzt keine Ramba Zamba oder gar Heavie Metal Musik.

Ganz bewusst verzichtet die Gemeinde Rottach-Egern am kommenden Rosstag auf eine überregionale Bewerbung der Veranstaltung. Man wolle sich dem „höher, schneller weiter“ Gedanken entziehen. Am 11. Juli werden außerdem die Geschäfte am Wegesrand des Zuges öffnen.

Jetzt muss nur noch das Wetter am Tegernsee mitspielen. Immerhin sei das schwierige Augustwetter in den letzten Jahren der Grund dafür gewesen, den Termin langfristig auf den zweiten Sonntag im September zu verschieben. 2018 fiel der Rosstag ganz aus und zum 50. Jubiläum vor drei Jahren beendete ein Gewitter die Festlichkeiten jäh.


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