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Rückenwind für Wiesseer Kraftwerk

Vergangene Woche scheiterten zwei CSU-Mitglieder im Gemeinderat, für das geplante Biomasse-Heizkraftwerk einen anderen Standort zu suchen. Von „idealen Bedingungen“ dagegen spricht das Landratsamt in einem Schreiben, das der Tegernseer Stimme vorliegt.

Fotomontage des geplanten Heizwerks am Badepark. / Quelle: Gemeinde Bad Wiessee

Der Standort des Hackschnitzel-Heizwerks bleibt nach dem gescheiterten Antrag von den CSU-Gemeinderäten Kurt Sareiter und Ingrid Versen nach wie vor hinter dem Badepark.

Damit abfinden wollen sich aber nicht die Anlieger. Ihre Interessengemeinschaft kündigt massiven Widerstand an. Deren Sprecher bedauert, dass es der Gemeinde nicht um die Interessen der Bürger ginge, sondern nur um wirtschaftliche Belange. Zum einen ließe sich der Zweckbau nicht mit dem Ortsbild von Bad Wiessee vereinbaren, zum anderen werde eine massive Beeinträchtigung durch den zu erwartenden Lkw-Verkehr erwartet.

Lufthygiene für Kurort vorteilhaft

In Punkto Verkehr und Beeinträchtigung der Anlieger schreibt nun das Landratsamt an Bürgermeister Peter Höß, dass es nach Einschätzung von Florian Brand, Fachbereichsleiter Umwelt und Naturschutz, zu „maximal zwei Lkw-Hackschnitzel-Lieferungen am Tag“ kommen dürfte. Diese würden tagsüber geschehen, mit jeweils fünf Minuten Abladezeit inklusive An- und Abfahrt. Damit könnten die Lieferungen „bei den vorliegenden Abständen“ im Rahmen der „zulässigen Immissionsrichtlinien abgewickelt werden“.

Die öffentlichen Straßen im Bereich des Vorhabens seien ohnehin durch Bus- und Lkw-Liefer-Verkehr „erheblich vorbelastet“. Daher sei die Zusatzbelastung durch das Heizkraftwerk „als sehr gering einzustufen“. Zumal ein modernes Hackschnitzelheizwerk mit den vorgesehenen Filteranlagen für die Lufthygiene des Kurortes sehr „vorteilhaft“ wäre.

„Einmaliger Standort“

Darüber hinaus sieht das Landratsamt das Projekt als „bedeutenden Schritt für die Energiewende in Bad Wiessee“. Durch die „einmaligen Standort“ am Badepark und die „Zusagen potentieller – auch größerer – Anschlussnehmer, „sehen wir die Möglichkeit für ein rundum durchdachtes Projekt mit annähernd idealen Bedingungen gegeben“. Bereits der Energienutzungsplan (ENP) der Gemeinde beinhalte als wichtigste umzusetzende Maßnahme ein Nahwärmenetz, betrieben mit Hackschnitzel“.

Somit stelle sich aus Sicht des Landratsamts die Wirtschaftlichkeitsbetrachtung als logischer nächster Schritt dar. Aus Sicht des Klimaschutzes würde Bad Wiessee mit dieser Wärmeversorgung einen bedeutenden Beitrag zur Energiewende und CO2-Einsparung liefern.

Lärmeinwirkung unzumutbar?

Dennoch sei das Projekt Immissionsschutzrechtlich genehmigungsbedürftig. Im Rahmen des Genehmigungsverfahrens ist sowohl ein „Schallgutachten als auch ein Gutachten zur Luftreinhaltung mit Kaminhöhenberechnung“ zu erstellen. Doch hier sieht das Landratsamt offenbar keine „grundsätzlichen Hindernisse“, wenn die „üblichen Luftreinhalte- und Lärmminderungsmaßnahmen“ entsprechend dem Stand der Technik beachtet würden.

Im Norden des Badeparks sollen Heizkraftwerk und Brennstofflager entstehen / Grafik: Ingenieurbüro EST

Unzumutbare Lärmeinwirkungen auf naheliegende Wohngebäude seien bei „guter Schalldämpfung der Heizzentrale und Ausstattung der Zu- und Abluftöffnungen mit „ausreichend dimensionierten Schalldämpfer problemlos vermeidbar“. Ob sich die Interessengemeinschaft damit zufrieden gibt, wird sich zeigen. Sie hat vorsichtshalber schon mal „juristische Schritte“ angekündigt.


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