Rottacher Freibad bleibt während Hochsaison geschlossen

Schildbürgerstreich oder besseres Betriebsklima?

Derzeit strömen täglich viele Besucher ins beliebte Warm- und Freibad von Rottach zur Erfrischung. Jeder findet hier Attraktionen rund ums Wasser – nur nicht am kommenden Mittwoch.

Das Schild, das die Schließung des Rottacher Freibades ankündigt.

Seit Jahren ist das einzige Freibad der Gemeinde ein defizitärer Betrieb, der mit gut 800 000 Euro über Wasser gehalten wird. Die Öffnungszeit von etwa vier Monaten zwischen Mai und September genügt nicht, um annähernd aus den roten Zahlen zu kommen. Sie ist für ein Freibad zu kurz.

Doch am Mittwoch wird die kurze Betriebsdauer freiwillig noch um einen Tag gekappt. Nicht etwa wegen Wartungsarbeiten, sondern um das Betriebsklima zu verbessern: dann ist ein amtlich verordneter Ausflug der ganzen Rathausverwaltung angesagt. Zumindest kündet dies ein Aushang am Bad. Auf der Homepage der Gemeinde steht davon nichts.

Badschließung in der Hochsaison

So werden Hunderte der zahlreichen Stammgäste und Urlauber ihre Abkühlung an weiter entfernten Badeplätzen suchen müssen und mit ihren Autos die Zufahrtswege zustellen, während der Wandingerparkplatz freie Kapazitäten hätte. Vermisst dürften am Mittwoch die zahlreichen Annehmlichkeiten des Frei- und Warmbades werden, wie Liegewiese, Sportbecken, Steg, Umkleiden, Duschen und die sanitäre Einrichtungen. Nachtrauern werden der Schließung unter anderem Eltern wie Großeltern, da sie ihre Jüngsten der Familie in entsprechenden Becken gut aufgehoben wissen.

Denn die Bademeister des Rottacher Freibades sind auf einem Betriebsausflug, wie auch die Kollegen/innen vom Bau- und Meldeamt, der Steuer- und Abgabenstelle. Nur mit dem Unterschied, dass Bürger den Behördengang auch einen Tag früher oder später erledigen können. Das Vergnügen im gemeindlichen Freibad hingegen nicht. Den Tag können Badegäste streichen.

Bleibt die Frage, ob für dessen Personal nicht auch eine andere Lösung möglich gewesen wäre, um deren Motivation zu heben. Denn dafür hätte man von Mitte September bis nächsten Mai sicher auch einen geeigneten Tag gefunden. So bleibt der Verdacht eines Schildbürgerstreichs mitten in der Hochsaison.


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