Königlicher Besuch bei der TS
Sternsinger ziehen wieder durch das Tal

von Simon Haslauer

Als Heilige drei Könige verkleidet ziehen Kinder aus dem Tal derzeit wieder durch die Gemeinden und bieten Gottes Segen im Austausch gegen ein paar Süßigkeiten an. Ein Brauch, der kaum noch wegzudenken ist. Doch was bedeutet er? Und was geschieht mit den Spenden, die die kleinen Könige einsammeln?

Königlicher Besuch im Büro der Tegernseer Stimme. ?

Derzeit sind wieder überall rund um den Tegernsee die Sternsinger unterwegs. Täglich stapfen sie in kleinen Gruppen vom 1. bis 6. Januar von Haus zu Haus, verkünden die Geburt Jesus und bringen dessen Segen. Sie tragen ein kleines Gedicht vor, singen ein Liedchen und segnen das Haus. Anschließend werden die Buchstaben “C+M+B” und die neue Jahreszahl mit Kreide auf den Türrahmen geschrieben. Doch wofür stehen diese Buchstaben?

Entgegen dem allgemeinen Volksglauben, stehen die drei Buchstaben nicht für “Caspar, Melchior und Balthasar – die biblischen drei Könige die dem neugeborenen Jesuskind Geschenke mitbrachten. Nein, “C+M+B” steht vielmehr für “Christus Mansionem Benedicat” oder “Christus segne dieses Haus”. Außerdem haben die Sternsinger ein Weihrauchfassl mit dabei und räuchern den Hauseingang. Wer mag darf mit dem Fassl auch sein Haus räuchern.

Segen bringen, Segen sein – Kinder helfen Kindern

Unter diesem Motto gehen dieses Jahr rund 55 Sternsinger hausieren – aber nicht nur zum Spaß. Wie jedes Jahr sammeln die Kinder auch heuer wieder Geld, um Kindern in weniger wohlhabenden Ländern unter die Arme zu greifen. In Tegernsee beispielsweise setzen sich die Sternsinger wieder für das Kinderdorf der Walter-Waldschütz-Stiftung “Hogar Jésus Niño” in Puerto Rico in Argentinien ein. Dekan Walter Waldschütz betreibt seit über 25 Jahren Entwicklungsarbeit in Argentinien.

In Rottach-Egern sammelt man für herzkranke Kinder in Caracas, Venezuela. Die Kreuther Sternsinger wiederum helfen mit, dass Kinder aus Posadas in Argentinien einen Kindergarten besuchen können. „Zu all diesen Projekten bestehen persönliche Kontakte“, versichert Maria Thanbichler, Leiterin der Sternsingeraktion.

Elisabeth Aust vom Pfarrverband Tegernsee-Egern-Kreuth erzählt, dass in Tegernsee dieses Jahr 18 Kinder unterwegs sind, in Rottach seien es 18 und in Kreuth wandern gleich 20 Sternsinger durch die Gemeinde. Die Anzahl an Gruppen in Tegernsee sei schwer zu sagen. Zwischen fünf und drei Gruppen sind in den letzen Tagen unterwegs gewesen, erklärt Aust. In Kreuth sind es sechs Gruppen und in Rottach vier.

Doch dass diese Kinder nur Gutes tun wollen, nutzen einige Menschen aus. Die Sternsinger führen daher wieder einen Ausweis der Pfarrei mit sich, den man sich zeigen lassen kann, wenn man Zweifel hat, ob die Spende richtig ankommt. „Leider sind in den letzten Jahren immer wieder auch illegale Sternsinger unterwegs gewesen, die in die eigene Tasche gesammelt haben“, so Thanbichler.

Neben Geldspenden für soziale Projekte dürfen die Sternsinger selbst aber auch kleinere Sachgeschenke wie Süßigkeiten oder Obst für sich selbst behalten. Diejenigen, die gerade nicht zu Hause sind, wenn die Sternsinger an die Tür klopfen, aber dennoch die sozialen Projekte unterstützen möchten, haben jederzeit die Möglichkeit, ihre Spende an folgendes Konto zu überweisen:

Kath. Kirchenstiftung St. Quirinus Tegernsee
Kreissparkasse Miesbach-Tegernsee
IBAN: DE52 7115 2570 0000 0005 05
BIC: BYLADEM1MIB
Kennwort: Sternsingeraktion 2020 und den Namen der Pfarrei (Tegernsee, Egern oder Kreuth)


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