Traum vom „Waldfest light“ geplatzt?

Wie sehr doch die geliebten Waldfeste im Tegernseer Tal vermisst werden: Immer wieder gab es Gerüchte, dass es dieses Jahr vielleicht sogar was werden könnte. Mitte Juni wurde dann tatsächlich bekannt, dass sich der Rottacher und Ostiner Skiclub ein alternatives Waldfest vorstellen könnten. Doch ist der Traum nun geplatzt?

Die Hoffnung auf die Waldfeste in Rottach und Ostin war groß. / Quelle: Archiv

Ein „Waldfest light“ – so hatte es Christa Winkler, zweiter Vorstand des Skiclub Rottach-Egern e.V., Mitte Juni gegenüber der Tegernseer Stimme genannt. Wie berichtet, wurden alle Waldfeste 2021 ersatzlos gestrichen, zumindest fast. Denn der Rottacher Skiclub und auch der SC Ostin hatten ihr geliebtes Waldfest noch nicht komplett abgeschrieben, zumal die Einnahmen existentiell für die Vereine und deren Nachwuchsförderung sind.

Vorgestellt hatten sich die beiden Skiclubs alternative Waldfeste im Biergarten-Format mit Hygiene- und Sicherheitskonzept. Gemäß den aktuellen Corona-Regeln in Bayern sind derzeit bis zu 1.500 Zuschauer im Freien erlaubt – im Grunde also ein durchaus vorstellbarer Plan. Wie der Merkur nun berichtet, haben sich die Tal-Bürgermeister bei einer Dienstbesprechung allerdings dagegen entschieden.

Zu großes Risiko nach zwei, drei Maß

Zuvor hatte der Rottacher Skiclub angefragt, ob Ende Juli/Anfang August ein dreitägiger Festbetrieb mit 2.000 Sitzplätzen, Reservierungs- und Sicherheitssystem und Biergarten-Bedienung genehmigungsfähig wäre. „Die Haltung dazu war sehr eindeutig“, erklärt Rottachs Bürgermeister Christian Köck gegenüber dem Merkur.

Köck verstehe die Zwänge und Nöte der Vereine, die auf die Einnahmen der Waldfeste angewiesen sind. Doch im Hinblick auf die noch nicht besiegte Pandemie und der aktuell um sich greifenden Delta-Variante wäre ein solches Fest „nicht verantwortbar“. Trotz eines Sicherheitskonzepts wäre das Risiko zu groß – insbesondere da nach zwei, drei Maß die Regeln wie Abstandhalten nicht mehr eingehalten werden würden.

Gastronomen, Vermieter und Einzelhändler hätten gerade erst wieder öffnen dürfen. „Das wollen wir nicht aufs Spiel setzen“, so Köck gegenüber dem Merkur. Die Entscheidung der Bürgermeisterdienstbesprechung wurde demnach auch vom Rottacher Gemeinderat bekräftigt.

Für die Vereine ein zwar verständlicher und doch schwerer Schlag, zum zweiten Mal auf die Waldfest-Einnahmen zu verzichten: „Das wird zach für uns“, macht SC-Vorsitzender Albert Meier deutlich. Auch Georg Reisberger vom SC Ostin zeigt sich laut Merkur besorgt:

Wir Ski-Clubs müssen uns jetzt überlegen, wie wir es schaffen, dass in den Vereinen nicht die Lichter ausgehen.

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