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Die aktuelle Lage im Landkreis Miesbach

Über 600 Kontaktpersonen in Quarantäne 

Von Maxi Hartberger

Der Inzidenzwert im Landkreis Miesbach ist gesunken. Von einer Entspannung der Lage kann allerdings nicht die Rede sein. Um die Zahlen in Relation zu setzen und sie besser zu verstehen, gibt es ab sofort eine neue Corona-Karte von allen Gemeinden. Zudem hat das Landratsamt Miesbach eine weitere traurige Nachricht.

Die aktuellen Zahlen im Landkreis Miesbach am 16.12.2020 / Quelle: LRA

Wie das Landratsamt Miesbach soeben mitteilt, gibt es im Landkreis aktuell 265 „aktive“ Corona-Fälle (Stand 16.12., 16.00 Uhr). „Also 265 Personen, die wegen eines positiven Polymerase-Chain-Reaction (PCR)-Tests derzeit unter Quarantäne stehen“, führt Pressesprecherin Sophie Stadler aus. Über die aktiven Fälle hinaus befinden sich zirka 600 Menschen als Kontaktpersonen in Quarantäne. Der Inzidenzwert liegt bei 133.

Neue Karte soll Zahlen in Relation setzen

Wie sich diese Fälle auf die Gemeinden verteilen, wird unter der Woche vom Landratsamt veröffentlicht. Jedoch können die absoluten Zahlen oft irreführend sein: „50 positiv Getestete in Holzkirchen (16.750 Einwohner), der größten Kommune des Landkreises, wirken sich anders aus als 50 positiv Getestete in Bayrischzell (1.608 Einwohner), der kleinsten Gemeinde“, erklärt die Sprecherin.

Mit dem neuen Programm, dass der Verein FabLab Oberland für das Landratsamt zur Auswertung der Corona-Zahlen geschrieben hat, ist ab sofort die möglich, die relativen Betroffenheit an der Ausbreitung des Virus nach Gemeinden zu veranschaulichen. Hierzu werde laut Stadler die absolute Anzahl an positiv Getesteten für jede Gemeinde in Relation zur Einwohnerzahl gesetzt. „Die Anzahl der positiv Getesteten stammt – selbstverständlich anonymisiert – vom Gesundheitsamt, die Einwohnerzahl vom Statistischen Landesamt.”

Stand 16.12.2020, 16.00 Uhr / Quelle: LRA

Für die Interpretation der Zahlen ist zu beachten: Es handelt sich um eine reine Momentaufnahme vom 16.12.2020. „Die Grafik ist also nicht dazu geeignet, eine Aussage zu treffen, ob eine Gemeinde seit Beginn der Pandemie besonders von der Ausbreitung des Virus betroffen ist“, betont die Pressesprecherin. Die Grafik sei auch nicht dazu geeignet, einzelne Gemeinden zu stigmatisieren:

Nur, weil eine Gemeinde bei dieser Momentaufnahme besonders gut oder schlecht abschneidet, bedeutet dies nicht, dass sich die Gemeindebewohner besonders gut oder schlecht an die Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung halten.

Die Farbskala der Grafik reicht von blau zu rot. Je rötlicher, desto höher ist die Betroffenheit. Am meisten von der relativen Ausbreitung des Virus ist also aktuell Hausham betroffen, gefolgt von Otterfing, Holzkirchen und Valley. Am wenigsten betroffen sind derzeit Bad Wiessee und Bayrischzell.

Diffuse Infektionslage und eine weitere Person verstorben

Grundsätzlich gebe es mehrere Infektionscluster im Landkreis, also Infektionsketten, die auf eine zusammenhängende Gruppe von Personen zurückzuführen sind, beispielsweise Familienmitglieder oder Arbeitskollegen. „Die überwiegende Mehrheit der Infizierten kann jedoch keinem größeren Cluster zugeordnet werden.“ Das Gesundheitsamt spreche daher von einer „diffusen Infektionslage“.

Außerdem hat das Landratsamt eine weitere traurige Nachricht zu vermelden: „Gestern ist eine weitere Person im Zusammenhang mit dem Coronavirus verstorben. Leider wurden vom Gesundheitsamt durch einen Übertragungsfehler zwei zusätzliche verstorbene Personen gemeldet“, so Stadler. Die bei LGL und RKI angegebene Zahl von 14 Verstorbenen im Zusammenhang mit dem Coronavirus stimmt also leider nicht. „Das Gesundheitsamt versucht, die Falschmeldung zu beheben“, betont die Sprecherin abschließend.


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