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Tal-Bürgermeister nicht im Zugzwang bei der Kurtaxe

Unverständnis über Wiessees Alleingang

Ob bei den Parkgebühren oder der Kurtaxe: immer wieder sind die Alleingänge von Bad Wiessees ein Ärgernis für andere Rathäuser, wie eine Umfrage der TS zeigt.

In Wiessee wurde unter der Führung von Robert Huber eine Erhöhung der Kurtaxe beschlossen. Die anderen Bürgermeister zeigen sich von diesem Alleingang überrascht

Es dürfte heute für den amtierenden Bürgermeister von Bad Wiessee kein so erfreulicher Vormittag werden. Denn in Gmund trifft sich seit dem Morgen die Runde der Talbürgermeister. Robert Huber wird sich einiges anhören müssen, nachdem er unabgestimmt mit seinen Kollegen für Wiessee eine Erhöhung der Kurtaxe von 2 auf 3,30 Euro im Gemeinderat durchzog.

Wenn auch mit 8:6 Stimmen äußerst knapp. Schon am Donnerstagabend musste sich Huber im Gemeinderat anhören, dass damit Wiessee aus dem talweiten Kurbeitrag von 2 Euro ausscheren würde. Auch angesichts der vielen Baustellen im Ort sie der Zeitpunkt völlig falsch gewählt, war nur eine der massiven Kritiken. Auch in den Rathäusern um den See ist man von Wiessees Alleingang wenig begeistert. Ein ziemlich vergrätzter Josef Bierschneider aus Kreuth meint:

Bad Wiessee ist nun vorgeprescht und hat durch seine – mit uns nicht abgestimmte – Entscheidung Fakten geschaffen.

Die anderen vier Gemeinden müssten nun entscheiden, wann und in welchem Maß jede einzelne eine Kurbeitragserhöhung durchführe. „Ich kann momentan nicht abschätzen, ob wir auch künftig einen einheitlichen Kurbeitragssatz im Tegernseer Tal haben werden, oder ob wir künftig unterschiedliche Sätze (so wie früher) haben werden“, so Bierschneider.

Steigende Ausgaben für den Fremdenverkehr in Kreuth

Allerdings sei im Gemeinderat schon über eine Erhöhung des Kurbeitrags diskutiert worden, zuletzt bei der Vorberatung des Haushalts 2019. Denn dabei sei es auch um das gestiegene Defizit der letzten Jahre im Bereich Fremdenverkehr gegangen. „Wir haben in den letzten Jahren stetig steigende Ausgaben für Einrichtungen/Maßnahmen, die unseren Urlaubsgästen zu Gute kommen und unterhalten werden müssen“.

Beispiele dafür seien: “Kostenfreie Busfahrt, Bergsteigerbus, zusätzlicher Mitarbeiter für den Unterhalt der Wanderwege, zusätzliche WC’s an den Wander- und Loipenparkplätzen, Personalkostensteigerung der Mitarbeiter in der TI, die wir über die TTT-Umlage zahlen müssen, Kostensteigerungen im Warmfreibad und bei anderen Einrichtungen“.

Da man aber im Gemeinderat keinen Sonderweg für Kreuth gehen wolle, „habe ich den Auftrag, in der Tal-Bürgermeister-Runde über eine gemeinsame Anhebung des Kurbeitrags (der ja jetzt seit einigen Jahren unverändert ist) zu sprechen, die Situation bzw. Ausgangslage in den anderen Gemeinden zu erfragen und mich für eine Erhöhung einzusetzen“, so Bierschneider auf Nachfrage.

Rottach sieht Gesprächsbedarf

„Ich werde Huber darauf ansprechen“, so Rottachs Bürgermeister Christian Köck, der sich über diesen Alleingang Wiessees „nicht sonderlich begeistert“ zeigt. Ein solches Thema sollte man gemeinsam abstimmen. Wiessee habe schon wieder Fakten mit einem Gemeinderatsbeschluss geschaffen, der noch dazu mit 8:6 Stimmen „äußerst knapp zustande kam“. So etwas gehöre vorher besprochen. So sei es auch verabredet gewesen. „Dass wir uns irgendwann einmal mit der Erhöhung der Kurtaxe beschäftigen sollten, ist nachvollziehbar“.

Denn zweifelsfrei habe sich das Leistungsangebot in den letzten Jahren verbessert, die eine Erhöhung rechtfertigen würde. Allerdings wollten sich laut Köck die Tal-Bürgermeister über einen geeigneten Zeitpunkt abstimmen, zumal man talweit auf einen gleichen Betrag kommen wolle.

Jetzt hat Wiessee leider Gottes Fakten geschaffen. Rottach-Egern sieht sich aber nicht im Zwang, dem Beispiel Wiessees zu folgen.

Beim Gespräch heute mit Huber wollte Köck hinterfragen, warum die Erhöhung so zustande gekommen sei. Wenig begeistert vom Alleingang an der Westbank ist auch Tegernsees Bürgermeister Johannes Hagn. Eine Erhöhung des Kurbeitrags sei bislang noch kein Thema im Stadtrat gewesen. Außerdem halte Hagn den Sprung von 2 auf 3,30 Euro zu hoch. Weniger wäre besser vermittelbar. “Wir werden wohl im einer der nächsten Ausschuss-Sitzungen das Thema vorbesprechen und dann im Stadtrat diskutieren”, so Hagn. Dieses unabgestimmte Vorpreschen halte er für keinen klugen Schachzug. Von Gmund war keine Stellungnahme zu erhalten.


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