Vegan am See:
Tanzen, Fliegen, Glücklichsein

Yoga, Tanz, Musik und viele Freudentränen – das erste “Vegan am See”-Festival war ein voller Erfolg.

Foto: Lena Müssig.

Ob der Donnergott sich am Freitag von der geballten Energie der Festivalbesucher zum kurzen Stelldichein inspiriert fühlte und es deshalb kurz krachen ließ, bevor er sich yogisch entspannt zurückzog? Fest steht: Das “Vegan am See”-Festival am Schliersee begann mit einem Donnerknall. Anschließend war es dafür umso entspannter. Auch, wenn die Energie mal hochkochte – und sogar sollte. Denn es ist nicht nur alles Licht und Liebe, wenn Yogis und an Persönlichkeitsentwicklung Interessierte zusammenfinden. Dann darf alles sein: Licht und Schatten. Denn diese Anteile tragen wir alle in uns. Erst wenn wir sie zulassen und annehmen, können sie in Balance kommen.

Schonmal was von Aura-Chirurgie gehört?

Den sicheren Rahmen für das menschliche Emotions-Feuerwerk hatten die Veranstalter Christian Bremm und Merle Zirk in monatelanger Arbeit organisiert. Zugegeben: Wer sich nicht in der Achtsamkeits-Szene bewegt und die vielen Möglichkeiten für die Reise nach innen nicht geläufig sind, könnte über Angebote wie Aura-Chirurgie zum Lösen von Blockaden schmunzeln. Wer sich jedoch gerne in diesem Feld bewegt und das eigene Sein vielseitig erkunden möchte, fand auf dem Festivalgelände den perfekten Ort. Einen Ort zum Fliegen, ein Ort für Erdung. Ein Ort zum Lachen, zum Weinen, zum Glücklichsein. Und zum Wachsen in Gemeinschaft.

Drei Tage Festival machte aus Fremden eine Großfamilie

Die Veranstalter Merle und Chris. Foto: Lena Müssig.

Zusammengewachsen sind die Menschen nach drei Tagen des gemeinschaftlichen Erkundens des eigenen irdischen Daseins allemal. Das wurde bei der emotionalen Abschlusszeremonie auf dem Yoga-Deck mit Blick auf die Schlierseer Bergkulisse deutlich. Nicht nur Veranstalter Chris kullerten Tränen der Rührung über die sonnengeküssten Wangen. Auch unter den Teilnehmenden: feuchte Augen, Gänsehaut, große Emotionen und ganz viel Liebe! 

Doch was gab’s eigentlich zu erkunden beim “Vegan am See”? Wir heilen unsere Seele, wir heilen unser Herz, wir heilen unseren Körper wurde gesungen. Doch sollten wir nicht lieber öfter feiern, dass wir all diese Dinge haben, merkte Chris in seiner emotionalen Rede zum Abschied an. Doch, das sollten wir. Und das haben wir!

Breathwork, Yoga, Achtsamkeit – eine spannende Reise nach innen

Ein gefüllter Stundenplan. Foto: Lena Müssig.

Vom Yoga auf dem SUP über verschiedene Yogastile auf der Matte, diversen Atem-Kursen bis hin zur achtsamen Wildkräutersammlung, Kochkursen oder Tanz – das facettenreiche Festivalprogramm deckte ein breites Spektrum ab. 

Yogalehrerin Carolina Kempa kam vom Tegernsee zum Schliersee, um Yoga zu unterrichten und Coachings zu geben. Wie hat sie das Festival empfunden? “Das erste, was mir in den Sinn kommt, ist Dankbarkeit. Teil des Teams sein zu können und das hier zu erleben an diesem magischen Ort direkt am See, ist so schön. Mein Highlight neben der Location sind die Begegnungen mit den Menschen hier. Ich selbst habe in den ein oder anderen Kurs hineingeschnuppert, was ich als sehr inspirierend empfand. Es ist wunderschön zu erleben, dass die Menschen hier in so kurzer Zeit eine wundervolle Gemeinschaft gebildet haben. Auch bei meinem Coaching-Workshop war ich wieder den Tränen nahe, weil die Teilnehmer mich so rührten. Es ist Wahnsinn, wie viel jeder von uns hier in sich trägt und zu geben hat”, sagt sie und tut, was sie neben Yoga und Coaching eh so wunderbar beherrscht: Sie strahlt.

Auf den Spuren der Schamanen – Kakaozeremonie und Mantras

Strahlende Gesichter gab es auch bei der Kakaozeremonie, die das musikalische Duo Bhaktisouls leitete. Eine Kakaozeremonie ist ein rituelles und spirituelles Ereignis, bei dem Kakao als heilige Pflanzenmedizin verwendet wird. Ihren Ursprung hat die uralte schamanische Tradition in Südamerika. Bei einer Kakaozeremonie wird eine spezielle Sorte von rohem Kakao verwendet und auf eine besondere Weise zubereitet.

Während der Zeremonie wird der Kakao als eine Art Werkzeug für Selbstreflexion, innere Heilung und spirituelle Verbindung verwendet. Die Teilnehmenden werden ermutigt, in die Stille zu gehen, ihre Absichten zu setzen und sich auf ihre Empfindungen, Gedanken und Emotionen zu konzentrieren. Mit wunderschöner Mantra-Musik ließen Larissa Koch und Peter Schwachhofer von den Bhaktisouls die Zeremonie ausklingen.  

Auch die Yoga-begeisterte Uli aus der Nähe von Passau war dabei. Früher belächelte sie den Hype um Kakaozeremonien. Aber: “Die Kakaozeremonien waren für mich ein absolutes Highlight des Festivals. Am ersten Tag habe ich den Kakao als bitter empfunden. Aber ich war jeden Tag bei einer Kakaozeremonie und bin begeistert von der Wirkung der gesungenen Mantras und dem schönen und wohligen Gefühl des Kakaos. Das möchte ich auch bei mir zuhause täglich zelebrieren.” 

Anfang mit Donner, Ende mit Bass

Getragen werden, emotionaler und gehaltvoller Abschied. Foto: Lena Müssig.

Nach der emotionalen Abschiedsrunde auf dem Yogadeck, bei dem die Teilnehmenden die Veranstalter Chris und Merle buchstäblich auf Händen trugen und in die Luft hoben, luden die DJs vom Odem Collective zum “Ceremonial Breathdance” ins offene Zelt. Durch den Mix aus bewusster Atmung und dem Rhythmus der Musik, tanzten wir mit zuvor klar gesetzter Intention und verbundenen Augen unserem Gefühl folgend. Alles durfte raus: Geräusche, Bewegungen, Emotionen. Peinlich, sich so enthemmt zu zeigen? Nicht an diesem Ort. Die Schlafmaske auf den Augen half mir zudem, meine Angst vor wertenden Blicken zu vergessen. 

Und so tanzte ich. WIR tanzten! Bis Musik, Atmung und Räucherwerk uns in eine andere Sphäre katapultierten. Als die Musik langsamer wurde und die Atmung ruhiger, dachte ich an das Tattoo auf der Innenseite meines Oberarms. Eine Schwalbe und der Schriftzug “vuela”, was “flieg” auf Spanisch bedeutet. Ich hatte sie mir während meiner aufregenden Jahre in Spanien stechen lassen. Sie sollte mich daran erinnern, niemals aufzuhören, zu fliegen. Noch vor kurzem dachte ich daran, die “Jugendsünde” entfernen zu lassen. Doch der herbeigetanzte Höhenrausch brachte es zurück, dieses Gefühl von damals: Ich will nie aufhören, zu fliegen. 

Vegan am See, es war mir ein Fest! Schön, dass es im nächsten Jahr weitergeht mit dem Festival. Ich werde definitiv hinfliegen.

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