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Oberland-Initiative kritisiert Verkehrsminister

“Damit stellt er sich gegen einen Großteil der Bevölkerung”

Die Oberland-Initiative will sich für ein einheitliches Verkehrskonzept und Alternativen zu Ortsumfahrungen im Oberland einsetzen. Der Staatsminister für Verkehr zeigt jedoch wenig Verständnis, finden zumindest die Verantwortlichen. Was sind jetzt die nächsten Schritte?

Lars Hülsmann kämpft für ein einheitliches Verkehrskonzept im gesamten Oberland.

Die Oberland-Initiative für Ökologie und Verkehr setzt sich seit längerem für ein einheitliches Verkehrskonzept im gesamten Landkreis ein. Auch versucht sie aktuelle Pläne für Ortsumfahrungen unter anderem aufgrund von Umweltschäden kritisch zu beurteilen und schlägt beispielsweise für Waakirchen eine Tunnellösung vor.

Wie berichtet, hat sich die Initiative Ende 2018 zusammengeschlossen. Mit dabei sind sechs Bürger-Gruppen aus den Landkreisen Miesbach und Weilheim-Schongau, darunter vier aus Holzkirchen und eine aus Waakirchen. In einem Schreiben hat die Initiative sich nun an den Bayerischen Staatsminister für Wohnen, Bau und Verkehr Dr. Hans Reichhart gewandt. Mit der Antwort scheinen die Verantwortlichen jedoch wenig zufrieden. Wir haben mit dem Sprecher und Ersten Vorsitzenden Lars Hülsmann gesprochen.

Tegernseer Stimme: Herr Hülsmann, was sagt der Verkehrsminister grundsätzlich zu Ihren Anliegen im Bezug auf Verkehr und Ortsumfahrung?

Lars Hülsmann: Das Feedback zu einem Verkehrskonzept sieht er zwar grundsätzlich positiv, er übernimmt hier aber aus unserer Sicht nicht die benötigte „Treiber-Funktion“ oder zumindest eine pro-aktive Rolle und ist leider viel zu passiv. Was Ortsumfahrungen betrifft, so interpretieren wir die Antwort eindeutig: Auch wenn er in der Zuständigkeit auf den Bund verweist, so will das Ministerium in München diese offensichtlich umsetzen oder bauen. Hier bedarf es einer Diskussion über Alternativen, welche Herr Dr. Reichhart aber ablehnt. Damit stellt er sich nicht nur gegen unsere Alternative, sondern auch gegen einen Großteil der Bevölkerung im Oberland.

Also sind Sie mit seiner Antwort nicht wirklich zufrieden?

Hülsmann: Nein! Die Antwort lässt erkennen, dass die Problematik nicht erkannt und demgemäß auch viel zu wenig getan wird.

Was haben Sie sich stattdessen erhofft?

Hülsmann Den Start eines Dialoges über ein dringend benötigtes Verkehrskonzept und dessen Umsetzung. Außerdem: Ein Zeichen nach der Wahl: „Wir haben verstanden!“

In welchen Punkten genau hätten Sie sich mehr Unterstützung vom Freistaat erhofft?

Hülsmann: Dialogbereitschaft, Anerkennung der zukünftigen Verkehrssituation im Oberland, sowie das Verständnis, dass der Freistaat endlich eine aktivere Rolle im Punkto umweltfreundlicher Infrastruktur spielen muss – Wo ist die Idee/Vision? Überall will Bayern Vorreiter sein und hier greifen wir immer noch in die verkehrstechnische Mottenkiste der 70er Jahre. Außerdem wünschen wir uns eine Diskussion über Alternativen zu Umfahrungen – welche in Bezug auf die Topographie des Oberlandes und dem fortschreitenden Flächenfrass längst überfällig ist.

Was werden nun die nächsten Schritte der Initiative sein?

Hülsmann: Lassen Sie sich überraschen, aber so viel vorweg: Jetzt geht es erst richtig los und die nächsten Wahlen sind gar nicht mehr so lange hin…

Hier der Briefwechsel in voller Länge zum Nachlesen:

181121 Original-Brief Oberland-Initiative

190105 Antwortbrief Staatsminister Reichhart

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