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Bürgermeister Sepp Hartl legt Rechenschaftsbericht ab

Waakirchen baut keine Luftschlösser

Von Tina Hansch

Gestern fand die alljährliche Bürgerversammlung der Gemeinde Waakirchen statt. Angesichts eines bevorstehenden Bürgerbegehren-Duells im Juli konnte man mit reger Anteilnahme der Waakirchner rechnen – oder?

V.l.n.r.: Zweiter Bürgermeister Erwin Welzmiller, Kämmerer Toni Demmelmeier, Erster Bürgermeister Sepp Hartl, Geschäftsleiter Markus Liebl und Christoph Marcher von der Verwaltung. / © Tina Hansch

Routiniert und pünktlich um 20 Uhr begann Rathauschef Sepp Hartl den Ablauf der Bürgerversammlung. Um die 150 Bürger und Bürgerinnen folgten der Einladung in die Waakirchner Turnhalle. Knapp zwei Stunden, inklusive einer 15-minütigen Pause, legte Hartl seinen Rechenschaftsbericht ab und informierte über anstehende Projekte für 2019.

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Zum Schluss bekamen die Zuhörer wieder die Möglichkeit, Fragen zu stellen. Doch scheinbar brennt den Waakirchnern derzeit nichts unter den Nägeln, denn es wurde keine einzige Frage an den Bürgermeister gestellt. Überraschend angesichts der geplanten Bebauung der Ortsmitte und der damit einhergehenden Bürgerbegehren, oder auch des geplatzten Bürgerbegehrens, das das Gewerbegebiet am Brunnenweg betrifft.

Mehr Babys wegen Stromausfällen?

Aber von vorne: Hartl nannte zu Beginn ausführlich Zahlen zur Einwohner- und Finanzstatistik seiner Gemeinde. So hatten mit Stand vom 31.12.2018 5.803 Einwohner ihren Hauptwohnsitz in Waakirchen, ein wenig mehr als im Vorjahr, insgesamt blieb die Einwohnerzahl im Vergleich zum Jahr 2017 trotzdem identisch mit 5854 Waakirchnern.

61 neue Erdenbürger wurden im letzten Jahr gezählt, im Schnitt sind es in den letzten Jahren um die 20 Geburten mehr pro Jahr geworden, was Hartl mit einem Augenzwinkern auf mögliche Stromausfälle zurückführt.

„Die Gemeinde muss einen Riesenhaushalt stemmen“

Das vorläufige Ergebnis des Gesamthaushaltvolumens für 2018 beträgt knappe 16,5 Millionen Euro, für 2019 sind gute 18 Millionen angesetzt. Die wichtigsten Einnahmequellen für die Gemeinde waren laut Hartl der Einkommensteueranteil von knapp vier Millionen Euro und die eingenommene Gewerbesteuer von gut 2,7 Millionen Euro. Für 2019 werden sogar drei Millionen Euro Gewerbesteuer angesetzt.

Bei den Ausgaben im vergangenen Jahr schlug vor allem die Kreisumlage von 3,6 Millionen Euro zu Buche, für 2019 ist sie mit knapp 3,5 Millionen angesetzt. „A Batzn Geld, was man damit alles machen könnte“, so der Rathaus-Chef. Doch er sieht auch, was man dadurch an Mehrwert wie beispielsweise eine „tolle Schullandschaft und kulturelle Angebote“ bekommt und ist der Meinung: „In unserem Landkreis kann man sich wohlfühlen.“

Pro-Kopf-Verschuldung niedriger als bayerischer Durchschnitt

Die Pro-Kopf-Verschuldung lag 2018 bei 645 Euro, vergleichbar gut im Hinblick auf den bayerischen Landesdurchschnitt von 801 Euro. Ohne den Trinkwasser-Hochbehälter, dessen Abzahlung auf 20 Jahre anberaumt ist und entsprechend zu Buche schlägt, wäre die Pro-Kopf-Verschuldung noch wesentlich niedriger.

© Tina Hansch

Bei den Ausgaben für die einzelnen Haushaltsabschnitte hob Hartl die Ausgaben des Verwaltungshaushalts für die Kinderbetreuung hervor: „1,6 Millionen Euro leistet sich die Gemeinde für die Kinder, unser höchstes Gut.“

Der Winterdienst kostete letztes Jahr knapp 31.500 Euro – in diesem Jahr werde er wegen der ,Schneekatastrophe‘ voraussichtlich mit 160.000 Euro Kosten den üblichen Rahmen sprengen. Übrigens: Sollten aufgrund der Winterräumleistung seitens der Gemeinde Sachschäden entstanden sein (zum Beispiel eingedrückte Zäune oder kaputte Garagentore), zahlt das die Gemeinde. „Wir sind versichert“, so der Rathauschef. Das Fazit des Bürgermeisters für 2018:

Die Gewerbesteuereinnahmen waren gut, wir haben gute finanzielle Mittel und keine Luftschlösser gebaut – wir haben gute Arbeit geleistet.

Im Anschluss blickte Hartl auf Projekte und Anschaffungen des vergangenen Jahres zurück, wie beispielsweise der Spatenstich für den neuen Kindergarten in Schaftlach, die ebenso dort neue Friedhofsgestaltung, ein neues Feuermehrzweckfahrzeug für Waakirchen und eine neue Kletterwand im Pausenhof der Grundschule Waakirchen. Auch Ausblicke auf 2019 gewährte der Bürgermeister: Im Hinblick auf die Europawahlen und Bürger- und Ratsbegehren werden ehrenamtliche Helfer gesucht.

Bezüglich des abgelehnten Bürgerbegehrens „Gewerbegebiet Brunnenweg“ äußerte der Rathauschef Ernüchterung in Anbetracht der über 500 Unterschriften und der wenigen anwesenden Personen in der entsprechenden Gemeinderatssitzung. Gleiches attestierte er für die Sondersitzung bezüglich des Bürgerbegehrens „Ortsmitte“ – nur wenige interessierte Bürger waren anwesend.

Neuer Gehweg führt in den Biergarten

Was die Projekte in diesem Jahr angeht, versprach der Rathaus-Chef die Fertigstellung eines Spielplatzes für Piesenkam und erwähnte, dass dort am Golfplatz zukünftig der TSV 1860 München sein Handicap trainieren wird (wir berichteten).

Außerdem soll in Waakirchen rechtzeitig eine Gehwegverlängerung zum bald eröffnenden Hoppebräu-Biergarten fertiggestellt werden, sodass man „vom Dorfausgang zum Hoppe zu Fuß gehen kann“.

Zum Schluss wurden dann drei eingereichte Briefanfragen vorgetragen, unter anderem mit den Themen Ortsumfahrung und Tunnelbau. Sämtliche Anfragen seien allerdings noch ergebnisoffen und können derzeit nicht beantwortet werden. Den anwesenden Bürgern musste Hartl keine Antworten liefern – sie hatten keine Fragen.


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