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Bürgerbewegung „Entlastung der B472“ präsentiert Umfrage-Ergebnis

Was halten die Direktkandidaten von einem Tunnel?

Von Nicole Kleim

Am Sonntag ist Landtagswahl. Ein Grund für Lars Hülsmann, dem Vorsitzenden der Bürgerbewegung „Entlastung der B472“ einmal auf politischer Ebene nachzuhaken, wie eine Tunnellösung in Waakirchen bei den Direktkandidaten ankommt.

Welche Lösung die beste für Waakirchen ist, darüber diskutierte man wieder einmal im Juli dieses Jahres im Pfarrheim. / Archivbild: N. Kleim

Dass regional und überregional eine Lösung gefunden werden muss, um den zunehmenden Verkehr auf lange Sicht in den Griff zu bekommen, bestreitet wohl niemand. Nur über das Wie gehen die Meinungen auseinander. Ökologisch sinnvoll soll es sein, das Konzept, wobei der Oberlandstandort trotzdem gestärkt und für die Zukunft erhalten werden soll.

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Eine Herausforderung, vor der auch Waakirchen steht. Um den Ort vom bestehenden Durchgangsverkehr zu entlasten, hatte man sich für eine Ortsumfahrung entschieden (wir berichteten). Diese lehnt die Bürgerbewegung „Entlastung der B472“ allerdings vehement ab. Aus ihrer Sicht sei eine „Durchtrennung Waakirchens“ nicht akzeptabel, zumal sie mit einem „signifikanten Eingriff in das Landschaftsschutzgebiet“ verbunden sei. Sie plädiert stattdessen für eine umweltschonendere Variante: einen Tunnel.

Lars Hülsmann, Vorsitzender der Bürgerbewegung „Entlastung B472“ hat sich mal im Stimmkreis 121, in Miesbach, bei den Direktkandidaten umgehört und die Frage gestellt:

Für welche Verkehrslösung in Waakirchen plädieren Sie, wenn Sie für unseren Wahlkreis in den Landtag einziehen?

Von zehn angeschriebenen Kandidaten beziehungsweise Parteien haben sieben geantwortet, darunter die CSU, SPD, Freie Wähler, Grüne, FDP, Die Linke und die Bayernpartei. Nicht geantwortet haben die ÖDP, MUT und die AfD. Für ein „Verkehrskonzept Oberland“ haben sich alle Parteien ausgesprochen – auf die Stellungnahme der CSU wartet die Bürgerbewegung noch. Was die einzelnen Parteien zu einer Tunnellösung in Waakirchen sagen, lesen Sie hier:

Für SPD-Landtagskandidatin Verena Schmidt-Völlmecke muss es nicht zwingend ein Tunnel sein, um den Schwerlastverkehr in Waakirchen in den Griff zu bekommen. Auch eine gut eingebettete und eingehauste Umfahrung wäre aus ihrer Sicht eine denkbare Alternative. Das Thema sei sehr komplex, teilt Schmidt-Völlmecke in einem Schreiben mit. Sie sei aktuell nicht ausreichend informiert, um sich ein abschließendes Urteil bilden zu können. Gerne vertiefe sie das Thema aber, wenn sie in den Landtag einziehe.

DIE LINKE-Direktkandidat Jörg Hager sagt: Sollte aus Kostengründen eine Umgehungstrasse verwirklicht werden müssen, so spreche er sich für Variante 3 (die lange, weiträumige Südumfahrung) aus. Aber auch diese Trasse könne nur – im Hinblick auf die bebauungsfähige Entwicklung Waakirchens – eine verkehrstechnische Zwischenlösung sein. Denn dadurch, dass der Großraum München von weiteren Ansiedlungen und Gewerbe entlastet werden soll, sehe er diesen Zuwachs auf Waakirchen zukommen.

Grundsätzlich halte er eine Untertunnelung von Waakirchen (Trasse Bad Tölz – Kreuzstraße/Miesbach) aus folgenden Gründen für „absolut notwendig“,
a) um die Verkehrsbelastung zu entschärfen
b) Luft und Umwelt für die Bürger zu schonen und
c) die durch die hohe Verkehrbelastung bereits erheblich getrennte Dorfgemeinschaft wieder funktionsfähig herzustellen, beziehungsweise um Gefahren für Fußgänger und Kinder abzuwehren und schließlich auch den Bauern ihre Lebensgrundlage nicht zu gefährden.

Mit der Umgehung Gmund könne er leben, da bislang der Hauptverkehr durch Tegernsee verlaufe und Bad Wiessee leider “die saure Gurke des höher aufkommenden Durchgangsverkehrs” schlucken müsse. Dies bezüglich habe er einst die Vision gehabt von einer untertunnelten Umgehung “Gmund, Quirin und Tegernsee-Süd, ab Dürnbach bis südliche Gemarkung Rottach-Egern/Weißach”. Seiner Meinung stehen diesem Vorhaben jedoch die hohen Kosten sowie der zu erwartende Protest der ansässigen Gastronomie und Hotels entgegen.

Kämpft unermüdlich für eine Tunnellösung: Lars Hülsmann, Vorsitzender der Bürgerbewegung “Entlastung B472” / Archivfoto: N. Kleim

Auch Grünen-Landtagsdirektkandidat Thomas Tomaschek, Rottacher Gemeinderatsmitglied und ATTEK.Sprecher, hält eine Tunnellösung in Waakirchen für „sinnvoll“ und „am umweltfreundlichsten“. Umgehungsstraßen lehne er ab. Er hoffe jedoch, dass der Verkehr durch ein Mobilitätskonzept so unter Kontrolle gebracht und reduziert werde, dass ein Tunnel erst gar nicht mehr nötig sei.

Auch die Kreisvorsitzende der FDP Miesbach, Ursula Lex, hält eine Tunnellösung als die „für Natur und Mensch“ verträglichste. Nicht nur für Waakirchen. Sie weist aber auf die hohen Kosten hin und stellt die Frage nach einem „durchdachten Finanzierungsvorschlag“.

Loris-Marco Gelesch von der Bayernpartei glaubt, dass Waakirchen in mehrfacher Hinsicht von einem Tunnel profitieren würde. Der Ort wäre an sich wieder homogener, und nicht durch die B472 oberirdisch durchschnitten, so wie das jetzt der Fall sei. Zwar könne man die B472 dadurch nicht entlasten, so Gelesch, aber für Waakirchen könne es eine echte Wohltat sein, wenn der Verkehr unter der Erde ist.

Ein Tunnel in Waakirchen wäre aus seiner Sicht deshalb die wohl umweltschonenste Variante der gebotenen Möglichkeiten. Auch er halte aus umweltpolitischer Sicht nichts von einer Umgehungsstraße. Er gibt aber zu, dass er die Situation vor Ort in Waakirchen nicht kenne, sich aber auf jeden Fall für den Bau eines Tunnels einsetzen würde. Schließlich sei die im Bundesverkehrswegeplan aufgeführte Ortsumfahrung nicht in Stein gemeißelt.

Freie Wähler-Landtagsdirektkandidatin Gisela Hölscher hat als Initiatorin der Unterschriftensammlung für die Tunnellösung eine ganz klare Position: Sie ist auf jeden Fall gegen eine erneute Durchtrennung von Waakirchen. Es gehe nicht nur um eine Lösung für Waakirchen, sondern auch für die kommenden Generationen.

Waakirchen sei nicht isoliert zu betrachten, so Hölscher, sondern als „wichtiges Puzzlestück in einem dringend nötigen Gesamtkonzept“. Wie dieser allerdings verlaufen müsse, und ob er sich leicht oder schwer realisieren lasse, stehe noch offen.

Für die Bürgerbewegung ein durchweg positives Feedback, wie Lars Hülsmann mitteilt. Fairerweise müsse man anmerken, dass sich viele Kandidatinnen und Kandidaten noch mit den Details vor Ort auseinandersetzen müssen, aber die Offenheit in der Präferenzwahl habe ihn dann doch sehr positiv überrascht. Die Kandidatin der CSU, Staatsministerin Ilse Aigner, habe ihm mitgeteilt, sie wolle sich mit ihrer Meinung so lange zurückhalten, bis der Waakirchner Gemeinderat seine Entscheidung zu den in der Machbarkeitsstudie vorgestellten Trassenvarianten getroffen hat.

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