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Was ist eigentlich aus dem Gmunder Bauernhofcafé geworden?

Aus der Wohnung in ihrem Bauernhof in Gmund machte Jutta Oswald vor gut einem Jahr kurzerhand ein Café. Wir fragten nach, ob sie ihre Entscheidung bereut hat.

Seit knapp einem Jahr ist die einstige Erdgeschoss-Wohnung ein Café. Der Traum von Jutta Oswald (rechts) hat sich erfüllt. / Quelle: Bauernhofcafé zum Weinbichler

Im September 2016 genehmigte der Gmunder Ortsplanungsausschuss den Antrag von Jutta Oswald einstimmig (wir berichteten). Die heute 53-Jährige hatte damals um Zustimmung für ein Bauernhof-Café mitten im Wohngebiet gebeten. Dieses wollte sie in die damalige Erdgeschoss-Wohnung ihres Bauernhofes im Gmunder Ortsteil Dürnbach in der Mühltalstraße integrieren.

Daraufhin wurde ein Jahr lang umgebaut. Im Juli 2017 fand dann die Eröffnung ihres kleinen Cafés statt. Über Anzeigen und Mundpropaganda kamen die Gäste. Heute, knapp ein Jahr später, ist das „Café zum Weinbichler“ zur Anlaufstelle für Radfahrer und Wanderer geworden. „Wir sind angekommen mit unserem Café“, freut sich die 53-jährige Gmunderin.

Ihr Traum vom Arbeiten und leben in Gmund

Sie wolle ihre jetzige Tätigkeit auch nicht mehr gegen einen Acht-Stunden-Job tauschen, betont Oswald. Sie schätze es sehr, dass sie nicht mehr um kurz nach sieben Uhr das Haus verlassen müsse, um zur Arbeit zu fahren. Vorher habe sie dies täglich getan und bis nach Miesbach und Neuhaus mit dem Auto gondeln müssen. Jetzt hat sie ihren Arbeitsplatz daheim.

Mit selbstgemachten Kuchen, Käseplatten, Brotzeittellern und Eiern von eigenen Hühnern verwöhnt sie nun ihre Gäste direkt von zuhause aus. Hauptsächlich verarbeitet die gelernte Konditorin regionale Produkte. Den Tegernseer Käse habe sie allerdings gegen den Obermooser Käse aus Irschenberg tauschen müssen, sagt sie. „Viele Gäste mögen den Tegernseer Käse einfach nicht“.

Wo Radler und Wanderer zur Brotzeit einkehren

Wie viele Gäste sie im Schnitt hat, wisse sie gar nicht so genau, sagt die 53-Jährige auf Nachfrage. „An manchen Tagen sind es nur vier, an anderen um die 30.“ Zwei Aushilfen unterstützen die 53-Jährige. Direkt zum Hof führt eine Gemeindestraße. Drei Stellplätze waren bereits vor dem Bauernhof vorhanden, zwei hat Oswald nachrüsten müssen.

Mit viel Liebe zum Detail ist das Café eingerichtet worden. Innen ist Platz für etwa 30 Gäste, die auf unterschiedlichen Stühlen sitzen und vom Geschirr der Großeltern essen dürfen. Im Garten kommen etwa zehn Plätze hinzu. Sogar Familien- und Geburtstagsfeiern sind auf dem Bauernhof möglich.

Erst Urlaub, dann Grillnachmittage

Bis Ostern war das Café nur donnerstags und freitags von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Dann hat Oswald beschlossen, ihr Café auch an den Feiertagen zu öffnen. Jeden ersten Sonntag im Monat kann man sich zusätzlich in der Zeit von 9 bis 18 Uhr eine Auszeit vom Alltag gönnen.

Jetzt macht Jutta Oswald allerdings erst einmal ein paar Tage Urlaub. Wenn sie dann am 21. Juni ihr kleines Café wieder öffnet, will sie die nächste Idee umsetzen, die ihr derzeit im Kopf herumschwirrt: Ein Grillnachmittag am Samstag. Dann hoffen wir mal, dass es „guat brenna tat’s“, wie Hubert von Goisern es formulieren würde.


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