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Ein Kommentar zu den Motiven des Vereins

Was treibt die Schutzgemeinschaft?

Der Name „Schutzgemeinschaft“ klingt toll. Wir schützen unsere Heimat, sagt er. Wir sind eine nette Gemeinschaft, kein komischer Baumumarmer-Verein. Und: Wir sind mächtig. Wenn wir uns ein Projekt aussuchen, dann wird es laut. 

Die Vorsitzende der Schutzgemeinschaft Angela Brogsitter beim Fernsehinterview in Tegernsee / Archivbild

Ein Kommentar von Martin Calsow:

Wenn sich die Schutzgemeinschaft Tegernseer Tal ein kritikwürdiges Bauvorhaben ausgesucht hat, dann geht`s rund. Die SGT-Vorsitzende taucht dann gern in Bild und Ton auf, scheut auch keinen Fackelzug. Aber so richtig schlau wird man nicht aus dem Verein. Nach welchen Kriterien suchen sich die engagierten Herrschaften ihre Projekte aus? Wer wird mit harten Angriffen in der Öffentlichkeit bedacht? Wer darf möglicherweise im Windschatten seine Projekte durchziehen?

Da wird auf einer schützenswerten Wiese am Gut Kaltenbrunn ein Sommer lang geparkt, da werden, so scheint es zumindest, generell Bauprojekte von bestimmten Investoren milde bewertet. Da wird recht wenig über die massiven Bautätigkeiten in Bad Wiessee geklagt (und mit dem Vermögendenghetto in Abwinkl wäre da schon was zu beklagen…), was sicher nichts mit der Schutzgemeinschaft-Mitgliedschaft von Vertrauten des Bürgermeisters zu tun hat.

Da wird ein Mega-Riegel in Tegernsee neben dem Feuerwehrhaus recht langmütig begutachtet. Kein Fackelzug, keine Anzeige. Nichts. Und dann kommt der Greither Andreas seit acht Jahren mit dem Hotel Westerhof daher. Alles wurde zig Mal diskutiert, die Klagen sind nicht neu. Aber: Da oben wohnen Großkopferte, Patentanwälte und Verleger, die wollen ihre Ruhe. Haben ja auch ordentlich Millionen für das Grundstück hingelegt, das mittlerweile gut und gerne das mehrfache der Anschaffungswerte kostet.

Doch da wird die Gemeinschaft der Schützenden plötzlich laut für die gar so Schützenswerten. Und die Frage stellt sich mal wieder, ob der Verein mit dem schönen Namen seine Wutprojekte, sagen wir, recht subjektiv aussucht? Um das klarzustellen: Die Arbeit eines überparteilichen Vereins zum Schutz des Tals ist wichtig und richtig. Es wäre fatal, wenn man den Tegernsee vollständig den Immobilieninvestoren überließe. Die SG und auch ihre Vorsitzende haben oft genug als treue Anwältin des Tals agiert. Aber vielleicht braucht es eine transparentere und nachvollziehbarere Haltung zu Projekten in der Zukunft.


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