Mehrweg statt Plastik
Weniger Müll durch bessere Verpackungen?

von Simon Haslauer

Seit 1. Januar müssen Restaurants Mehrwegverpackungen für Takeaway-Speisen anbieten. Das einfache Ziel: Weniger Müll. Doch ganz so simpel ist das im Tegernseer Tal offenbar nicht.

Seit 01. Januar gibt es ein neues Gesetz für die Gastronomie.

Um das Klima zu schonen und überflüssigen Müll zu vermeiden, gilt seit diesem Jahr eine neue Regel in der deutschen Gastronomie. Kunden haben seit 01. Januar 2023 das Anrecht auf eine Mehrwegverpackung für Speisen und Getränke zum Mitnehmen. Konkret heißt das, dass Gastronomiebetriebe dazu verpflichtet wurden, neben Einwegverpackungen auch wiederverwendbare Behälter anzubieten. Auch Unternehmen wie REWE oder McDonalds sind von dieser Regelung betroffen.

So kündigte die Irschenberger Fastfood-Filiale auf Facebook bereits an: “Unsere mit Mehrweg gekennzeichneten Produkte gibt es jetzt auch in Mehrwegverpackungen. Diese Produkte können zuzüglich zwei Euro Pfand in der Mehrwegverpackung erworben werden.” Das Pfand bekommt ihr daraufhin in jedem McDonalds in Deutschland wieder erstattet – auch am Drive-in soll die Rückgabe möglich sein.

Das neue Gesetz umschließt auch Supermärkte mit Essens-Theken. Im Gmunder Rewe kann man über das Mehrwegsystem allerdings noch nicht viel sagen. Auf Nachfrage erklärt die Filialleitung, man habe noch nicht die nötigen Schulungen abgehalten. Doch das Thema ist bekannt.

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Wie reagieren lokale Gastronomen?

In der Gastor-Branche sind nur kleine Betriebe mit maximal fünf Angestellten und höchstens 80 Quadratmeter Verkaufsfläche von diesem Gesetz ausgenommen. Die Aktion ‘Essen in Mehrweg’ vom Verein ‘LIFE Bildung Umwelt Chancengleichheit’ betont zu dem neuen Gesetz: „Eine Faustregel ist, dass Mehrwegbehälter in der Klimabilanz nach zehn Nutzungen besser abschneiden als in der Herstellung weniger aufwendige Einwegverpackungen.“ Weiter betont der Verein: “Es ist richtig, dass die Reinigung der Gefäße in den Umweltbilanzen negativ zu Buche schlägt.” Dennoch seien Mehrwegbehälter ökologisch vorteilhafter, gerade, wenn sie häufig genutzt werden.

Am Tegernsee scheint diese Regelung in der Castro-Szene offenbar noch nicht ganz angekommen zu sein. Martina Gartenleitner vom Gasthof Herzog Maximilian betont, dass sie im Maximilian keine Mehrwegverpackungen anbieten. „Gäste müssen ihre eigenen Verpackungen mitbringen“, sagt sie.

Ähnlich läuft es auch im Ristorante Trastevere. Auch bei Marcus Zingerle sollen Gäste bei der Essensabholung am besten eigenes Geschirr dabeihaben. Für Beilagen und Salate habe er zwar Geschirr besorgt, für Pizzen fand sich jedoch einfach noch kein passender Behälter. Zu dem zusätzlichen Aufwand sagt Zingerle: „Ich brauche mittlerweile doppelt so viel Platz. Ich muss das alles ja irgendwo lagern.“

Eine Zusammenarbeit mit mehreren Restaurants und gemeinsamen Geschirr können sich weder Gartenleitner noch Zingerle vorstellen. Zingerle betont, so etwas könne vielleicht in München funktionieren, am Land sei das aber fast unmöglich.

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