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Verein "Rettet den Tegernsee" will endlich handeln

Wenn der See verschlammt und keiner was tut

Von Nina Häußinger

Die Schwaighofbucht verschlammt – da sind sich alle einig. Nur handeln will irgendwie niemand. Das findet jedenfalls der Verein “Rettet den Tegernsee” und nimmt das Ganz jetzt selbst in die Hand.

Keiner weiß, wie man mit dem Schlamm in der Schwaighofbucht umgehen will

Der Schutz vor Hochwasser, sowie der Erhalt unserer Natur, insbesondere die des Tegernsees, ist das oberste Ziel, das sich der Verein „Rettet den Tegernsee“ auf die Fahnen geschrieben hat. In der Pflicht sieht der Verein vor allem die Regierung. Vor genau einem Jahr war die ehemalige Umweltministerin Ulrike Scharf schon einmal zu Besuch am Tegernsee und hat sich das Anliegen des Vereins angehört. Damals betonte sie: „Der Freistaat Bayern kann sich dem Problem Schwaighofbucht nicht entziehen.“

Die zunehmende Verschlammung der Bucht in Tegernsee ist kein neues Thema. Die Firma bioConsult hat bereits Anfang des Jahres im Auftrag der Stadt Tegernsee ein Gutachten zur Entwicklung an dieser Stelle des Sees erstellt.

Die Thematik ist komplex. 60.000 Kubikmeter Schlamm müssten hier abgesaugt, getrocknet und entsorgt werden. Außerdem spielt auch der Naturschutz eine große Rolle. Viele Stellen haben bei einem Eingriff in die natürliche Umgebung Mitspracherecht. Doch ein runder Tisch, wie er für diesen Sommer geplant war, kam bisher nicht zu Stande. Die Beteiligten brauchen noch Zeit für ihre Stellungnahme, heißt es aus dem Rathaus. Andreas Scherzer vom Verein „Rettet den Tegernsee“ dauert das alles zu lange. Der See verlande hier zunehmende und die angrenzenden Häuser seien stärker als je zuvor vom Hochwasser betroffen. Er erklärt:

Wir möchten demnach jede Möglichkeit nutzen, den Freistaat Bayern in seine Pflicht zu nehmen. Das ständige Hin- und Herschieben der Verantwortlichkeit – Freistaat Bayern, Umweltministerium, Seen & Schlösserverwaltung, WAWI Rosenheim, Stadt Tegernsee und „rundem Tisch“ – wird unnötig und aus unser Sicht verantwortungslos in die Länge gezogen. Das Problem selbst liegt schon seit 2003 auf dem Rathaus-Tisch in Tegernsee.

Der Verein hat jetzt auch selbst Lösungen gesucht. Rund 10.000 Euro seien für Fachleute investiert worden, die sich die Situation genauer angeschaut haben. Für Scherzer steht jetzt fest, was für die Verschlammung der Schwaighofbucht verantwortlich ist. Schuld sei die Verlegung der Einmündung der Rottach in Tegernsee, erklärt er gegenüber dem Merkur. Deshalb seien auch die Häuser hier währende des Hochwassers 2013 abgesoffen. Verantwortlich macht er den Freistaat, denn der hat die Verlegung veranlasst.

Ein weiterer Info-Abend am 14. September um 18.30 Uhr im Seeforum soll aufklären. Experten werden die Situation erklären und drei Lösungsvorschläge sollen vorgestellt werden. Folgende Themen werden behandelt:

  • Begrüßung durch den Vorstand, Herrn Andreas Scherzer
  • Vortrag von Dr. Ing. Wolfgang Kron, ehemalig Forschungsleiter Hydrologische Gefahren der Münchner Rückversicherungsgesellschaft „Hochwasserrisiko: Steigt es oder sinkt es?“
  • Erfahrungsbericht 9 Jahre Entlastungstunnel Thuner See – ein Erfolgsmodell
    Die positiven Erkenntnisse dieses bauähnlichen Wehrs sind deutlich und sollten unbedingt in die Planungen und zukünftige Steuerung des neuen Wehrs in Gmund mit Entlastungstunnel einfließen!
  • Aktueller Stand „Entschlammung der Schwaighofbucht“
  • Vortrag Herr Joachim Schöchle, Firma Söll GmbH – „Entschlammung mit wenig Ausbaggern, dank neuer Technik“
  • Vortrag Herr Ing. Bernhard Seilmeier, Firma Wurzer Umwelt – „Entschlammung und Entsorgung“
  • Unsere 3 Lösungsvarianten für die Schwaighofbucht
  • Ihre Fragen


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