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Ein Gespräch mit einem, der viel baut im Tegernseer Tal

Wert(h)haltiges Bauen oder wertloses Zubauen?

Von Martin Calsow

Sein Büro hat er neben dem Rosso in Gmund. Da sieht man ihn auch nach Feierabend oft. Christian Werth ist aus diversen Gründen für einige Tal-Bewohner der Gottseibeiuns. Er ist zum einen ein Zugereister, zum anderen ist er mit seinen Projekten einer der größeren Bauentwickler im Tal.

Ein Bild aus dem Jahr 2012 auf dem Gelände der heutigen Realschule. Christian Werth (Mitte), rechts daneben Georg von Preysing und der damalige stellvertretende Landrat Arnfried Färber.

Christian Werth ist erst seit wenigen Jahren selbständig. Dafür hat er eine erstaunliche Anzahl von sehr erfolgreichen Projekten im Tal und auch außerhalb fertiggestellt. Man kennt ihn vom Bau in der Schwaighofstraße in Tegernsee Süd, von der Bebauung in der Karl Theodor Straße in Rottach und jüngst in Gmund in der Tegernseer Straße 8. So etwas erzeugt Murren. Wir trafen den Mann hinter der CW Baumanagement auf einen Kaffee und fragten ihn zu den jüngsten Unstimmigkeiten in Gmund.

Tegernseer Stimme: Herr Werth, dem Gmunder Gemeinderat missfiel ihr Plan, auf drei Geschossen Tiefgaragen bauen zu lassen. Das sei so nicht vereinbart gewesen, wurde moniert.

Christian Werth: Das ist Unsinn. Ich habe nie mehr als 48 Plätze in der Planung gehabt. Es handelte sich immer um zwei Geschosse für exakt diese Anzahl von Plätzen. Es befindet sich in der neuen Planung lediglich unterhalb dieser Geschosse eine Kelleretage für Technik und Stauraum der Mieter.

Zudem wirft man Ihnen vor, sie wollen Geschäftsräume im Erdgeschoss zu Wohnungen umwandeln.

Christian Werth: Auch das ist nicht der Fall. Es war eine Wohneinheit im EG geplant, und als Ausgleich war ein Geschäftsraum im OG geplant. Das ist aber hinfällig. Jetzt ist der gesamte Erdgeschossbereich für Geschäftsräume vorgesehen.

Aber dennoch Wohnungen für Betuchte. Mit ihren Projekten verändern sie das Tal. Das ist ihnen doch klar.

Christian Werth: Ich lege sehr viel Wert darauf, Wohnungen an Einheimische zu verkaufen. Das ist mir bislang auch mehrheitlich gelungen. Ich habe kein Interesse an Straßenzügen mit heruntergelassenen Rolläden. Da fährt man einmal durch. und dann nie wieder.

Aber teuer bleibt es trotzdem. Wer soll denn das als Normalverdiener im Tal kaufen können?

Christian Werth: Ach was. Wir haben nicht umsonst aus einst geplanten 10 Wohnungen 22 Wohnungen gemacht, ohne dabei die Gebäudefläche zu vergrößern, und damit auch niedrigpreisige Einheiten geschaffen, also bezahlbaren Wohnraum ohne Einheimischenprogramm im Angebot. Das gilt auch für meine anderen Projekte. In der Schwaighofstraße sind drei von fünf Wohnungen an Dauermieter gegangen.

Bleiben zwei für Auswärtige mit Hang zur heruntergelassenen Jalousie…

Christian Werth: Das lässt sich schlicht nicht vermeiden. Aber mehrheitlich gehen diese Wohnungen an Dauermieter.

Der Quadratmeterpreis für die günstigste Wohnung liegt bei…?

Christian Werth: Etwa 5000 Euro…

Das ist für sie bezahlbar?

Christian Werth: Man muss das im Talkontext sehen. Woanders im Tal, in Rottach zum Beispiel, ist der Quadratmeterpreis doppelt so hoch.

Ja, aber erstens vergleichen sie unterschiedliche Lagen und Größen und zweitens ist auch dieser Preis für eine Durchschnittsfamilie nicht erschwinglich.

Christian Werth: Jetzt machen wir uns doch nichts vor. Ich habe das Grundstück nicht von irgendwelchen Menschen aus Hamburg oder Kassel bekommen, sondern von Einheimischen. Natürlich will ich damit Geld verdienen. Ich gehe mit diesem Projekt in finanzielle Vorleistung, warte zuweilen monatelang auf Genehmigungen während die Zinsuhr läuft. Diese Wohnungen sind sehr wohl auch für Familien als Anlageobjekt zu sehen. Außerdem sind schon jetzt zehn Wohnungen verkauft, acht von ihnen an Gmunder Bürger. Es ist also nicht so, dass der Raum automatisch zu Zweitwohnungen wird.

Werths Räume im Zentrum von Gmund. Im Hintergrund das Maximilian.

Gutes Stichwort. Es wurde aus dem Gemeinderat Kritik an genau diesem Verkauf laut. Ohne Baugenehmigung der Gemeinde haben sie Wohnungen angeboten – quasi auf Verdacht.

Christian Werth: Ja und? Das ist meine Privatsache. In den Verträgen ist das immer vorbehaltlich der Baugenehmigung vereinbart. Ich habe heute morgen erst mit dem Bürgermeister über die letzten Hürden gesprochen und bin sehr zuversichtlich, dass in der nächsten Bauausschusssitzung ein veränderter Plan genehmigt wird. Ich habe immer gern mit dem scheidenden Bürgermeister zusammengearbeitet. Er ist ein Macher, kommt vom Fach.

Letzte Frage, wie ist der Stand mit Ihrer Mieterin Fr. Rebelein?

Christian Werth: Wir haben letzte Woche einen Verhandlungstermin mit unseren Anwälten gehabt, und ich bin guter Dinge das der Aufhebungsvertrag in den nächsten Tagen unterschrieben werden kann.


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