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Bergwacht und Polizei warnen: Bereits 20 Menschen in den Tod gestürzt

Wie gefährlich ist das Wandern aktuell?

Von Filiz Eskiler

Der Frühling lockt viele Wanderer in die Berge. Doch Berichte über tragische Bergunfälle zeigen, dass die Verhältnisse in den Höhen leicht zu unterschätzen sind. Alexander Stern von der Bergwacht Rottach-Egern spricht mit uns über Einsätze in der Region und Tipps für Wanderer.

Das gefährliche an den aktuellen Verhältnissen in den Bergen: während auf der Südseite meist schon Frühling herrscht, liegt auf der Nordseite noch viel Schnee.

In den vergangenen Wochen hört man vermehrt von tragischen Bergunfällen in den Alpen. Erst am Freitag stürzte eine 25-jährige Frau im Karwendelgebirge bei Krün 100 Meter in die Tiefe – für sie kam jede Hilfe zu spät. Am gleichen Tag rutschte eine junge Frau am Brecherspitz ab und wurde lebensgefährlich verletzt mit einem Hubschrauber ins Krankenhaus geflogen. Die Miesbacher Polizei warnte in diesem Zusammenhang vor der anspruchsvollen und teils gefährlichen Bergtour, die vor allem im Internet beworben wird und damit auch unerfahrene Wanderer angelockt werden.

Allein diesem Jahr sind es bereits 20 Menschen in den bayerischen Alpen tödlich verunglückt. Die Polizeibergführer der Alpinen Einsatzgruppe (AEG) des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd sprechen deshalb eine eindringliche Warnung aus: Die winterlichen Verhältnisse in den Bergen bringen Gefahren mit sich, die nicht zu unterschätzen sind.

Auch Alexander Stern von der Bergwacht Rottach-Egern bestätigt, dass die Lage in den Bergen im Landkreis Miesbach tückisch sei:

Die Südseiten sehen frühlingshaft aus mit wenig bis gar keinem Schnee. Die Nordseiten und auch schattige Löcher sind noch mit viel Altschnee bedeckt. Dieser ist durch die Temperaturschwankungen teilweise extrem rutschig, in den höheren Lagen ist auch die Lawinengefahr nicht zu unterschätzen.

Im Gemeindebereich von Unterammergau am Sonnenberggrat wurden allein in den letzten Wochen drei Wanderer tot geborgen. Im Landkreis Miesbach war es dagegen für die ehrenamtlichen Retter eher ruhig. In diesem Jahr seien nur wenige Bergwanderer unterwegs, die das Wetter und die Gegebenheiten unterschätzen. „Bis heute haben wir erst eine Familie aus einer blockierten Lage befreien müssen“, erklärt Stern (wir berichteten).

Um dennoch Unfälle in den Bergen zu vermeiden, betont Stern: „Eine genaue Tourenvorbereitung ist das A und O“. Er gibt folgende Tipps, die man vor einer Wanderung durchgehen sollte:

  • Überprüfen der Hangexpositionen (in welcher Himmelsrichtung liegen meine Wanderwege?)
  • Das Wetter genau im Blick haben und zuvor überprüfen
  • Passende Ausrüstung, die auch im winterlichen Gelände funktioniert
  • Gesunder Menschenverstand und eine gesunde Selbsteinschätzung
  • Sollte noch wenig Erfahrung vorhanden sein: mit Menschen auf den Berg gehen, die Erfahrung haben


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