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Ein Kommentar zum Umgang mit der Corona-Krise

Wir können stolz auf unsere Leute sein

Von Martin Calsow

Erste Woche Ausgangsbeschränkung: Menschen bangen um ihre Arbeit, andere fürchten die Erkrankung. Und was machen wir? Wir müssen uns mit Menschen herumschlagen, die die einfachsten Regeln des Zusammenlebens nicht verstehen.

Die Bürgermeister Johannes Hagn und Christian Köck im BR-Beitrag. Auf das Bild klicken, um zum Beitrag zu kommen.

Ein Kommentar von Martin Calsow

Gestern beim BR: Bürgermeister aus Rottach-Egern und Tegernsee im Fernsehen bei der Sendung „quer“ des Bayerischen Rundfunks. In der Krise beweisen sie Führungsstärke, erklären sachlich und klug, warum sie alarmiert sind. Köck verweist auf seine Partnergemeinde in Südtirol. Johannes Hagn mahnt und bittet um Verständnis. Kein Lokalchauvinismus. Diese Politiker haben Rückgrat, sorgen vor und viel wichtiger: Sie schützen ihre Bürger. Dafür sind sie gewählt worden.

Schaden von den Einwohnern ihrer Gemeinden abzuhalten und für sie, soweit es in ihrer Macht steht, zu sorgen – Das ist ihr Job. Sie trauen sich aus der Deckung, machen sich gerade und schrecken nicht vor robusten Aussagen zurück. Mehr kann man nicht von Vertretern des Volkes erwarten. Wer sie bepöbelt, schräge Mails ins Rathaus abfeuert oder weinerliche Kommentare in die Tasten gießt, handelt gegen uns alle. Wir sind eine Region, München eine andere. Eine mit anderen Volksvertretern. Mit einer eigenen Infrastruktur.

Je weniger Leute, desto besser

Das gibt keinem das Recht, den Ortssheriff zu spielen. Angriffe und Anfeindungen gegen Menschen mit dem anderen Kennzeichen sind töricht und falsch. Aber sie sind nicht das Resultat einer Kampagne der Bürgermeister, sondern Beweis für Angst und Unverständnis. Die Bilder aus Italien und Spanien hat jetzt wirklich jeder gesehen.

Je weniger Bewegung und Kontakt, desto kleiner das Risiko von Ansteckungen. Je mehr Menschen durch die Gegend fahren, desto größer das Risiko. Zum Job fahren ist ok, zur Skitour fahren nicht. Zudem: Je mehr aus einer Region in die andere fahren, desto stärker belasten sie die dortige Infrastruktur. Das ist ein reziproker Zustand. Wanderer („Das ist mein Grundrecht“), stolpern im unwegsamen Gebiet, und unsere Bergwacht muss kommen. Unnötig.

Ferienwohnungen als “Home Office” nutzen? Nein.

Ihr Erstwohnsitz ist in Stuttgart, Frankfurt oder Bottrop? Nein, die Ferienwohnung soll man nicht als „Home Office“ nutzen. Warum? Weil unser regionales Gesundheitssystem in dieser Zeit so wenig Menschen wie möglich betreuen sollte. Zugespitzt: Der Frankfurter könnte dem Kreuther das Beatmungsgerät nehmen, wenn es eng wird.

Ich erhebe keinen Anspruch auf Alleinvertretung. Es ist auch völlig unerheblich, wer wie lange wo wohnt. Entscheidend ist der Erstwohnsitz. Da, wo der oder die leben. Aber ich lebe nun einmal hier, zahle Steuern und bin auf die Infrastruktur (Gemeinde, Gesundheit, Versorgung etc.) angewiesen. Wenn jetzt Menschen aus anderen Regionen kommen, weil sie auf ihr “Grundrecht” pochen, handeln sie unsolidarisch und belasten diese Infrastruktur unnötig. Jeder bleibt in seiner Region, wir warten ab und schauen, was passiert. Und hoffen auf eine baldige Besserung der Situation.

PS: Man ist dieser Tage ja schon über die große Anzahl Münchner Firmenwagen erstaunt, wie auch über den Mangel an Park und Freizeitmöglichkeiten in der Landeshauptstadt…


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