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Testpflicht stößt auf Widerstand

Zahlreiche Schüler vom Unterricht befreit

Von Simon Haslauer

Ab heute müssen sich Schüler und Schülerinnen sowie das Lehrpersonal zweimal die Woche auf Corona testen lassen, um am Präsenzunterricht teilnehmen zu dürfen. Ein paar Eltern stößt das sauer auf. Das äußert sich auf unterschiedliche Arten.

Corona-Tests statt Mathetests – wie schaut’s gerade an den Schulen aus?

Seit heute gilt in Bayern eine Testpflicht für Schüler und Lehrpersonen – wer sich nicht testen lassen will darf nicht am Präsenzunterricht teilnehmen. Ein ordentliches Ersatzprogramm für diese Schüler ist quasi nicht möglich, bestätigen Tobias Schreiner, Direktor der Realschule Gmund, und Werner Oberholzner, Direktor des Gymnasium Tegernsee.

Gleichzeitig gehen einige Eltern auf die Straße und malen ein beängstigendes Bild. “Wer die Freiheit für die Sicherheit gibt, wird am Ende beides verlieren” und “Wir wollen Volksvertreter und keine Volksverräter” predigen Plakate. Sie würden sich fürchten, ihre Kinder könnten ausgegrenzt werden oder sogar psychische Schäden davon tragen. Eine Mutter steht mit Mikrofon und Tränen in den Augen vor den Demonstranten und klagt: „Wir haben 40 Jahre glücklich in diesem Land gelebt und jetzt kommen irgendwelche Arschlöcher und wollen uns alles kaputt machen.“ Den vollständigen Artikel der TS lest ihr hier.

”Schulleitung im Feuer”

In der Realschule Gmund, so Schreiner, wird heute jedoch noch gar nicht getestet. Detaillierte Informationen vom Kultusministerium seien erst am Freitag eingegangen, erklärt der Realschuldirektor. Heute nimmt man sich in der Realschule deshalb Zeit, Unsicherheiten aus dem Weg zu räumen. “Es gab eine Menge offene Fragen und es sind auch noch eine Menge Fragen offen”, sagt Schreiner – dass das epidemiologisch nicht optimal sei, ist ihm bewusst. Außerdem erklärt er, die Schulleitung sei “im Feuer” und bemühe sich sehr. Er betont:

Wir machen’s uns nicht leicht.

Im Gymnasium Tegernsee wird währenddessen bereits munter getestet. Direktor Oberholzner erklärt, die Tests werden in den Klassen ausgeteilt und mittels Videos vom Kultusministerium lernen die Schüler, wie sie die Tests funktionieren. “Es hat schon funktioniert, ich bin schon zufrieden”, so Oberholzner. Eine Sache haben die beiden Schulen jedoch gemeinsam – sie beklagen beide fehlende Schüler.

Wegen Tests aus der Schule genommen

Einige Eltern haben sich dazu entschieden, ihre Kinder von der Schule vorübergehend zu beurlauben. Als Grund dafür müssen die COVID-Tests herhalten. 25 bis 30 Familien, so schätzt Schreiner, haben eine Beurlaubung ihrer Kinder aufgrund der Testoffensive beantragt. Im Gymnasium seien es etliche, so Oberholzner. Eine exakte Zahl kann er jedoch nicht nennen, jedoch seien es “schon eine ganze Reihe” und etwa im hohen zweistelligen Bereich.

Erhalten diese Schüler und Schülerinnen nun ein Sonderprogramm? Nein, weiß Oberholzner. An den Tagen, an denen sie im Präsenzunterricht wäre, gibt es kein Ersatzprogramm, “die Lehrer sind voll eingebunden”. Ähnlich läuft es in der Realschule. Es scheitere auch am technischen Stand. Lehrkräfte seien zu 100 Prozent im Wechselunterricht. Es sei nicht möglich, die beurlaubten Schüler im Präsenzunterricht auch noch mitzubetreuen.

Testen, testen, testen – eine gute Maßnahme?

Realschuldirektor Schreiner findet es richtig, dass getestet wird. Der Miesbacher Allgemeinarzt, Dr. Florian Meier stimmt ihm dabei vollends zu: “Um Infektionen zu erkennen und Infektionsketten zu unterbrechen, ist die Testpflicht an Schulen meiner Meinung nach sehr sinnvoll.

Grundsätzlich wäre es natürlich besser, die Kinder zu testen, bevor sie sich auf den Weg zu Schule machen. Da es jedoch viele Eltern ablehnen, ihre Kinder zu testen, ist dies in der Praxis nicht durchführbar. Alternativ zum Test in der Schule können die Kinder aber auch beim Arzt, in Apotheken oder lokalen Testzentren getestet werden.”


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