Ein Kommentar zum Online-Unterricht

Zu viel Lederhose, zu wenig Laptops

Bayern ist top. Immer. Das sagt der Söder. Still wird es nur, wenn es um die Unterrichtsversorgung in Corona-Zeiten geht. Da stellen sich die Entscheider tot, Privatinitiativen müssen um Laptops für Schüler betteln. In Bayern, nicht in Burkina Faso. Ein Kommentar.

Wochenlang lernten Kinder von zu Hause aus.

Ein Kommentar von Martin Calsow:

Seit über acht Wochen hatten wir einen Lockdown, beschlossen von unserer gütigen Staatsregierung. Alle machten mit, die Kinder blieben daheim. Eltern wurde versichert, dass das mit dem Unterricht schon digital laufen würde. Sind ja im Spitzen-Bayern. Laptop und Lederhose, und so. Jetzt, Wochen später, stellen wir fest, dass nichts so richtig prima gelaufen ist. Es fehlten digitale Endgeräte, Programme waren nicht ausreichend im Vorfeld getestet worden, wurden gehackt, es fehlten schnelle, kluge Lösungen von Direktoren, das Problem anzupacken.

Kinder schliefen bis elf Uhr durch, weil LehrerInnen nur PDFs per Mail verschicken, wenn sie es tun. Andere weigerten sich, digital zu arbeiten, weil sie daheim keinen Anschluss haben. Die böse Strahlung! Hier und da kämpfen engagierte Lehrkörper gegen das dilettantische Wirken des Ministeriums (Freie Wähler) an, versuchen das Schlimmste zu verhindern. So empfinden es viele genervte und erschöpfte Eltern. Jetzt wird auch deutlich, wohin die Verweigerungshaltung vieler Gemeinderäte zum digitalen Ausbau im Tal führt. Denn die, die ein Endgerät für die Kinder haben, scheitern aber an der mangelhaften Breitbandversorgung der Anbieter. Rückwärtsdenken führt zu fehlender Bildung.

Eine verlorene Zeit für Schüler

Wir haben in den letzten Tagen viele Mails und Posts von Eltern bekommen, die das Dilemma drastisch schildern. Denn das ist kein Naturereignis, es ist die Ignoranz einiger Politiker. Ganz oben steht ein überforderter Minister Piazolo, den manche nur noch mitleidig als „Hanswurst“ erleben, einen Bildungskasper, der nicht weiß, was und wo er zuerst Schaden anrichten soll. Aber auch auf der Entscheider-Ebene wird es trist. Schulen im Tal sollen an der Spitze Direktoren haben, die, so hört man, sich eher so durchwurschteln, wenig Eigeninitiative zeigen, so Eltern, die aus naheliegenden Gründen nicht genannt werden wollen. Es wird eine verlorene Zeit für die Schüler sein. Das ist jedem klar. Krise halt.

Aber dann sollte der hochgelobte Ministerpräsident nicht ständig „unser Bayern ist Spitze“ krakeelen, wenn im Maschinenraum die Bildungskohle knapp wird, wenn nicht schnell und unkonventionell jedem! Kind ein Laptop, ein funktionstüchtiges, nicht kollabierendes Digital-Schulsystem zur Verfügung gestellt wird, und Lehrer dann auch etwas Substanzielles anbieten und einfordern! Bildung ist doch, so tönen es Politiker ganzjährig, unsere einzige Ressource. Momentan scheint das Öffnen einer Eisdiele oder eines Biergartens wichtiger zu sein. Michael Piazolo von den Freien Wählern hat es versemmelt. Versetzt wird er trotzdem. Ein Schulleiter Söder kennt keine Fehler.

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