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Wo ist Platz für weitere Geflüchtete aus der Ukraine?

54 Personen kommen am Tegernsee unter

Von Redaktion

Gestern ist der erste Bus mit Geflüchteten aus der Ukraine im Landkreis Miesbach angekommen. Die Hilfesuchenden wurden vorerst im Tegernseer Tal untergebracht. Aber wo ist Platz für weitere Zufluchtsuchende?

Zahlreiche ukrainische Flüchtlinge sind nun auch im Tegernseer Tal angekommen. / Quelle li.: foto-webcam.org

Wie berichtet, haben gestern Abend 54 Geflüchtete aus der Ukraine im Landkreis Miesbach Schutz gefunden, nachdem sie mit einem Bus aus einer Erstaufnahmeeinrichtung in den Landkreis gebracht wurden.

“Es handelt sich um 19 ukrainische Staatsbürger, darunter sieben Kinder im Alter von vier bis zwölf Jahren, sowie 35 Personen aus anderen Staaten, die sich zuletzt dauerhaft in der Ukraine aufgehalten haben (z.B. Studenten, afghanische Ortskräfte, Geflüchtete)”, teilt eine Sprecherin aus dem Landratsamt Miesbach mit.

Alle Geflüchteten wurden von Mitarbeitern der Ausländerbehörde und von Ehrenamtlichen des BRK Kreisverbandes Miesbach direkt nach ihrer Ankunft beim Landratsamt auf das Coronavirus getestet und in Deutschland registriert. Sie erhielten außerdem Essens- und Hygienepakete zur Erstversorgung. Anschließend wurden sie in zwei dafür vorbereitete Unterkünfte mit Platz für 30 bzw. 24 Personen im Tegernseer Tal begleitet. Dabei handelt es sich einmal um ein privates Hilfsangebot eines Hoteliers. Korbinian Kohler stellt sein Pop-Up Hotel in Wildbad Kreuth zur Verfügung.

Eine weitere Unterkunft ist eine Liegenschaft, die das Landratsamt als Asylunterkunft angemietet hat. Hierbei handelt es sich um das Haus, das Bräustüberl-Wirt Peter Hubert vor einigen Jahren erworben hat. Die Sprecherin erklärt weiter:

In diesen beiden Unterkünften sollen die Geflüchteten nun erst einmal zur Ruhe kommen nach der in jeder Hinsicht anstrengenden Flucht.

Einige der Geflüchteten haben bereits angekündigt, nur auf der Durchreise zu Verwandten oder Bekannten in anderen Teilen Europas zu sein. Bevor also Geflüchtete in die von Landkreisbürgern angebotenen Wohnungen umziehen, werden noch einige Tage vergehen. “Dies entspricht auch dem gestern Abend von vielen Geflüchteten geäußerten Wunsch, nun erst einmal zur Ruhe kommen zu wollen oder den weiteren Verbleib klären zu wollen. Die Versorgung ist sichergestellt in den beiden Unterkünften”, erklärt das Landratsamt.

Inzwischen seien knapp 100 Unterkunftsangebote bei der Unterkunftsverwaltung eingegangen, von einzelnen Zimmern bis hin zu kompletten Hotels. Auch viele Gemeinden haben bereits Unterkunftsangebote geschickt. Hier reiche die Bandbreite ebenfalls von einzelnen Wohnungen bis hin zu ganzen Turnhallen.

Miesbacher Turnhalle als Notunterkunft

Es seien auch einige Angebote eingegangen, die Wohnraum nur für einige Tage bieten. “Um weiteren Stress für die Geflüchteten zu vermeiden, können bevorzugt nur Wohnungsangebote von mindestens 8 Wochen in Anspruch genommen werden”, betont die Sprecherin. Da weiterhin völlig unklar ist, wie viele Geflüchtete im Landkreis Zuflucht suchen werden, sollen weitere Unterkunftsangebote eingereicht werden.

Insgesamt, also inklusive der Geflüchteten von Sonntag, sind derzeit 115 Geflüchtete aus der Ukraine im Landkreis registriert. Viele sind privat bei Freunden oder Bekannten untergekommen.

Parallel zur Aufnahme der Geflüchteten wurde am Sonntag unter der Regie des Teams Katastrophenschutz am Landratsamt eine „Erstanlaufstelle“ für Geflüchtete eingerichtet. In der Turnhalle der Berufsschule in Miesbach können künftig kurzfristig Geflüchtete unterkommen, die von der Regierung aus den Erstaufnahmeeinrichtungen verteilt werden. Freiwillige Helfer vom THW Ortsverband Miesbach und den Feuerwehren Miesbach, Holzkirchen und Otterfing haben am Sonntag die Halle vorbereitet und unter anderem 50 Feldbetten aufgestellt.

Die Erstanlaufstelle kann sehr kurzfristig in Betrieb genommen werden und dient dazu, Geflüchteten einen Ort zum Ausruhen und für die ersten Nächte zu bieten, bis geklärt ist, wer bleibt und wo die Geflüchteten unterkommen können.

Noch sei nicht absehbar, wann und wie viele Geflüchtete aus der Ukraine ankommen werden. Das Landratsamt bereite sich daher auf alle Szenarien so gut es geht vor. Der Krisenstab dankt alle hilfsbereiten Bürgern, die dabei unterstützen!


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