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Während Gaseinsatz in Kreuth

Asylheim mit Deutschlandflagge verhüllt

„Begasung einer Asylunterkunft unter riesiger Deutschlandflagge“ – klingt zunächst wie ein schlechter Scherz, ist in Kreuth derzeit aber Realität. Doch warum schmücken das Haus genau während der Schädlings-Begasung die Farben Schwarz-Rot-Gold?
Komplett in Schwarz-Rot-Gold: die Asylbewerber-Unterkunft in Kreuth. / Bilder: Felix Wolf

Es klingt wie ein makabrer Scherz, ist aber keiner. Vergangene Woche musste die Asylunterkunft am Riedlerberg in Kreuth wegen einem massiven Schädlingsbefall evakuiert werden. Die Asylbewerber wurden in anderen Wohnungen untergebracht. Seit Anfang der Woche läuft nun die Bekämpfung der Schaben – mit Gas.

Allein die Nachricht, ein Gaseinsatz finde in einer Asylunterkunft statt, schockierte Viele im ersten Moment. Doch nun wird noch eins draufgesetzt: die Unterkunft schmückt eine riesige Deutschlandflagge. Ein zugegebenermaßen etwas unglückliches Bild. Doch hinter der Schwarz-Rot-Gelben-Farboptik des sogenannten Begasungszelts steckt keine politische Überzeugung.

Keine Bayern-Flagge?

Denn die beauftragte Firma, die die Begasung der Schädlinge in der Kreuther Unterkunft durchführt, benutzt diese Plane standardmäßig. Bereits seit 15 Jahren kommen diese Begasungszelte bei der Firma Binker Materialschutz zum Einsatz. Wohl ein Teil des Marketings.

Gegenüber dem Merkur erklärt Landratsamt-Pressesprecher Birger Nemitz, dass man davon gewusst habe. „Sie haben halt diese Planen. Ich sehe nicht, warum man das kritisieren sollte.“ Man habe intern sogar zuvor noch gescherzt, ob nicht eine bayerische oder nigerianische Fahne möglich wäre.

Schaben-Plage in Zukunft vermeiden

Die Begasung mit Schwefelsauerstoff und Fluor dauert drei Tage lang – vom 6. bis zum 11. November. Das Türschloss des Hauses wurde ausgetauscht, damit niemand unberechtigt eindringen kann. Am Donnerstag überprüfen Mitarbeiter des Landratsamts und Gerhard Binker, Geschäftsführer der beauftragten Firma, dann die Resultate der ersten Begasungsmaßnahmen. Erst wenn die Schädlinge vollständig beseitigt wurden, könnten die vier Frauen und die sieben Kinder wieder dort einziehen.

Ob genau die selben Asylbewerber wieder zurückkehren sei laut Nemitz noch nicht sicher. Die Frauen werden derzeit in den anderen Wohnungen in den allgemeinen Hygienevorschriften geschult – insbesondere darin, wie man Lebensmittel sachgerecht aufbewahrt. Eine erneute Schaben-Plage will das Landratsamt in Zukunft vermeiden.


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