Freistaat sagt Kostenübernahme zu

Bastenhaus-Umbau kann endlich starten

Drei Jahre lang stand das ehemalige Hotel Bastenhaus in Tegernsee leer. Seither fielen jeden Monat 10.000 Euro Pacht an. Um mit dem Umbau starten zu können, musste das Landratsamt auf eine Zusage der Kostenübernahme der Regierung warten. Jetzt gab es endlich einen Durchbruch.

Das Bastenhaus in Tegernsee wird bald zur Flüchtlingsunterkunft.

Seit Juni 2016 ist Tegernsees ehemaliges Hotel Bastenhaus als Flüchtlingsheim bestimmt. Doch mit dem Umbau konnte bisher nicht begonnen werden. Der Grund: Das Landratsamt musste auf die Zusage der Kostenübernahme durch die Regierung von Oberbayern warten. Seither fielen jeden Monat 10.000 Euro Pacht für das ungenutzte Gebäude an. Hochgerechnet sind das bis heute rund 360.000 Euro.

Im Oktober 2018 dann endlich die Zusage der Regierung. „Der Freistaat Bayern kommt für die Umbaukosten auf“, bestätigte damals Landratsamt-Pressesprecher Birger Nemitz. Zwei Wochen später dann die Ernüchterung. Die Kosten sind so immens gestiegen, dass es „die finanziellen Mittel des Freistaats“ überschreite. Kalkuliert wurden einst 80.000 Euro. Wegen der nötigen Brandschutzmaßnahmen ist man inzwischen bei annähernd 300.000 Euro gelandet.

Umbau kann nach drei Jahren Wartezeit endlich beginnen

Seither wurde es still um das Bastenhaus. Im vergangenen Kreistag kam es dann bei der Diskussion um neue Flüchtlingsunterkünfte im Landkreis wieder zur Sprache. In diesem Zusammenhang konnte Kreiskämmerer Gerhard de Biasio endlich einen Durchbruch vermelden. Die Regierung von Oberbayern habe endlich die Übernahme der Kosten für den Umbau zugesagt.

Darauf haben wir seit Jahren gewartet.

Allerdings habe die lange Phase der Unsicherheit dazu geführt, dass der ursprünglich gewählte Bauleiter abgesprungen sei. Das Landratsamt habe laut Merkur aber bereits Kontakt zu einem möglichen Nachfolger – einem arbeitswilligen Pensionär. Die nächste Hürde besteht dann darin, Firmen zu finden, die die Arbeiten durchführen. De Biasio warnte, dass es bei der derzeitigen Marktlage im Bausektor eine mehr als schwierige Aufgabe sei.

Unterkunft für bis zu 50 Flüchtlinge

Dennoch zeigte sich der Kreiskämmerer optimistisch. Sollte letztlich alles wie geplant verlaufen, können im März 2020 bis zu 50 Flüchtlinge ins Bastenhaus einziehen. Grundsätzlich also eine gute Nachricht nach dem jahrelangen Stillstand. Dennoch konnten einige Kreisratsmitglieder ihr Unverständnis nicht verbergen. „Es ist tragisch, wie hier über Jahre Steuergelder verprasst wurden“, so Anastasia Stadler (CSU). Auch Martin Walch (SPD) fand kritische Worte bezüglich der Pacht, die die Regierung seither für das ungenutzte Gebäude bezahlt hat. „Das ist eigentlich ein Skandal.“


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