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Ausbau der Olaf-Gulbransson-Straße wird fortgesetzt

Baulärm im Tegernseer Nobelviertel

Von Sabiene Hemkes

Der Westernhof hoch über Tegernsee wird zum Gesundheitshotel. Damit die Pläne ungesetzt werden können, braucht es eine neue Anfahrt. Die Olaf-Gulbransson-Straße wird sehr zum Leidwesen der Anwohner bis zum Ende des Jahres erneut zur Großbaustelle. Was passiert da oben?

Die schweren Maschinen sind angerückt. Momantan wirkt die Olf-Gulbransson-Straße eher wie ein staubiger Wandweg als wie eine Straße

Seit Donnerstag ist es wieder laut in der sonst so beschaulichen Ecke hoch über dem Tegernsee. Der Ausbau der Olaf-Gulbransson-Straße wird fortgesetzt. Seit Donnerstag wird dort oben wieder fleißig gefräst, wie uns Bettina Koch, die Leiterin des Bauamtes in Tegernsee mitteilte. Bis August sei geplant, die Straße zu verbreitern und neue Versorgungsleitungen zu legen. Koch ergänzt:

Die Anschlüsse für das Almdorf werden auch mitberücksichtigt, damit die Straße im Kreuzungsbereich nicht neu aufgegraben werden muss.

Die Straße bleibt von Montag bis Donnerstag von 07:00 Uhr bis 18:00 Uhr gesperrt. Jeweils Freitags ab 15:00 Uhr sowie Samstags, Sonntags und an Feiertagen ist die Olaf-Gulbransson-Straße frei befahrbar.

In der alten Olaf-Gulbransson-Straße konnte es schon mal eng werden. So wie hier im Januar 2022, als ein parkendes Auto die Durchfahrt eines Busses mit Gästen des Westerhofs verhinderte. / Quelle: Dr. Walter Stephan

Parkgelegenheiten finden sich tagsüber an der Neureuthstraße oder kostenpflichtig auf dem nahegelegenen Neureuth-Wanderparkplatz. Schon im April 2021 sorgte der erste Bauabschnitt für großen Unmut unter den Anwohnern.

Baubeginn nach schwierigen Verhandlungen

Dem Start der Bauarbeiten in dem Nadelöhr oben am Tegernseer Berghang und dem Zugang zur Neureuth waren äußerst zähe Verhandlungen zwischen dem Betreiber des Westerhofs Dr. Andreas Greither, der Stadt Tegernsee und den Anwohner vorausgegangen. Der für das Frühjahr geplante Baubeginn war immer wieder verschoben worden. Erst Ende Mai konnten sich die seit Jahren nicht gerade nachbarlich-freundschaftlich gegenüberstehenden Parteien auf die Modalitäten der Straßensperrung einigen und die Verträge abschließen.

Der Westernhof ist bei diesem Projekt der Bauherr, da der Ausbau des Anfahrtsweges zum Hotel eine Bedingung der Stadt war, das bereits seit 2008 geplante Bauvorhaben überhaupt zu genehmigen. Allerdings hängt der „Nachbarschaftssegen“ oben am Tegernseer Hang schief. Sehr schief.

Nachbarn und Talschützer geben Kampf nicht auf

Die Anwohner einer der exquisitesten Wohnlagen im Tal sträuben sich gegen die Pläne des Westerhof-Betreibers. Auch bei der Schutzgemeinschaft Tegernseer Tal sorgt das sehr großzügig geplante Gesundheitshotel seit Jahren für großes Unverständnis und Kritik.

Schon 2016 fielen die ersten Gerichtsentscheidungen pro Westerhof. Damals peilte Greither noch euphorisch eine Eröffnung für 2020 an. Doch erst 2020 passierten die Pläne letztendlich die Gremien der Stadt Tegernsee und weitere drei Nachbarschaftsklagen wurden bis 2022 noch vor Gericht ausgetragen. Die wichtigste wurde vor einigen Monaten vor dem Münchener Verwaltungsgericht abgewiesen, was Greither erneut sehr positiv stimmte: „Nachdem diese Klage vor Gericht scheiterte, können wir endlich die weiteren Bauabschnitte in Angriff nehmen.“

Der Bauherr nimmts sportlich

Greither selbst reagiert inzwischen auf Fragen zum Fortschritt seines Projektes am Westerhof und auch dem stetigen Gegenwind von Nachbarn und Naturschutzinitiativen mit einer großen Portion Zynismus. Nach der erzielten Einigung beim Ausbau der Straße sagte er Ende Mai gegenüber der TS:

Wahrscheinlich werde ich mir noch ein Hendel und eine Maß beim Volksfest in Gmund auf meine Nachbarn genehmigen.

Um jedoch gleich beschwichtigend hinterher zu schieben, wie froh er sei, dass alle „guten Willens“ seien und er dankbar für die erzielte Einigung ist.


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