Holzkirchen

Das Ende im Kuhglocken-Streit?

Es fühlte sich an wie eine unendliche Geschichte – der Kuhglocken-Streit von Holzkirchen. Nachbarn einer Bäuerin klagten mehrfach wegen Gestank, Kuhglocken und Belästigung durch Fliegen. Nun scheint vielleicht ein Kompromiss gefunden.

Das Ende im Kuhglocken-Streit von Holzkirchen? / Quelle: Archiv

Ring frei für die nächste Runde im Kuhglocken-Streit von Erlkam. Die Vorgeschichte: Ein Ehepaar zog 2004 nach Holzkirchen und hatte 2011 ein Haus im Ortsteil Erlkam mit unverbautem Blick an einer Heuwiese erworben. Der Streit begann, als die Gemeinde die neben dem Grundstück liegende Wiese als Weidefläche an die Bäuerin Regina Killer verpachtete. Daraufhin hatte der Ehemann in erster Instanz vor das Landgericht München II Klage eingereicht.

Argumente führte das Ehepaar mehrere an. Durch das Gebimmel der Kuhglocken litten sie unter Schlaflosigkeit und Depressionen. Neben dem unerträglichen Gestank könnten die vom Kuhdung angelockten Weidestechfliegen außerdem Krankheiten übertragen. Dann war da noch der finanzielle Aspekt: Der durch die Kühe und deren Gebimmel hervorgerufene Wertverlust des Hauses summiere sich auf rund 100.000 Euro. Und außerdem seien die Glocken Tierquälerei.

Kühe in Holzkirchen besucht

Es folgten zahlreiche Verhandlungen. Mittlerweile ist die Klage der Ehefrau vor dem Oberlandesgericht (OLG) gelandet. Der Senat kam laut einem Bericht im Merkur gestern sogar extra nach Erlkam, um sich die Sache selbst anzusehen.

Die Kühe auf der Wiese seien jedoch mehr als träge gewesen. Der Richter Nikolaus Stackmann habe die Bäuerin dann gebeten, die Rinder in Bewegung zu bringen – mit wenig Erfolg. Das Fazit lautete am Ende im Gerichtssaal: „Man hat gehört, dass man nichts hört.“

Ein Kompromiss im Kuhglocken-Streit von Holzkirchen

Zudem war der Richter wohl sichtlich verärgert, dass Regina Killer nun Muttertiere auf der Weide stehen hat, heißt es weiter in der Zeitung. Bisher habe sie schließlich immer betont, die Glocken seien für Jungtiere, die eventuell ausbrechen.

Auch eine alternative Sicherung durch GPS oder ein stärkerer Zaun wurden erneut debattiert und von der Bäuerin abgelehnt. Am Ende kam es dann doch noch zu einem Kompromiss. Künftig dürfen nur noch drei Kühe Glocken tragen. Ob das nun das endgültig Ende dieser – mittlerweile fast berühmten – Gerichtsreihe bedeutet?

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