Was im Tegernseer Tal so los war

Der Stein sein, nicht das Rollen*

Im Tegernseer Tal geht es manchmal heiß her. Auch in der vergangenen Woche ist wieder einiges passiert. Wir blicken zurück und erinnern uns an Obelix in Rottach, ein Quartier, das nicht fertig wird und Kreuther, die keine Zweitwohnsitzler mehr wollen.

Diese Woche war wieder einiges los im Tal.

Nein, heute gibt es im kleinen Rückblick-Brevier nix von der Westbank, der Miley Cyrus unter den Gemeinden. „Wiessee ist voll Opfer“, raunen die jungen Rangen unten am Pavillon in Rottach-Egern und werfen ihre Bierflaschen in den See, dort wo die vermummten Gespenster aus Dubai ihre Selfies für ihr Instagram-Account machen.

Es ist für Außenstehende leicht, sich über Kreuther lustig zu machen. Die Südstaatler des Tals sind nicht für Innovation und Aufgeschlossenheit bekannt, bleiben gern unter sich und wissen dies mit allerlei Schabernack zu belegen. Mal verbieten sie neue Zweitwohnler („Kreuth den Kreuthern, Zweitwohnler raus“?), mal legen sie harmlosen Wanderern, die den viel gepriesenen Bergsteigerbus nutzen wollen, echte Hürden in den Steig.

Der Bus fährt nämlich erst von der Naturkäserei ab, was für Wanderer jenseits der Kreuther Käsegrenze zuweilen eine echte logistische Herausforderung bedeutet. Aber Kreuth ist eben kein Touri-Liebchen. Kreuth-Kathmandu will mit viel Schweiß und Anlauf bezirzt werden, finden die Romantiker in unserer Redaktion…

Obelix-Teile müssen weg

Weiter geht es nach Rottach-Egern. Hier ist Bürgermeister Köck nicht ein Stein von der Seele, sondern ins achtsame Auge gefallen. Bürger mit Grünstreifen vor der Latifundie würden diese mit Steinen belegen. Die sonst steinreiche Gemeinde sieht hier einen Stein des Anstoßes und will mit einer neuen Verordnung (doch, das muss jetzt sein) einen Stein ins Rollen bringen.

Die den Winterdienst behindernden Obelix-Teile müssten weg. Jetzt. Sofort. Etwas kleinteilig, nahezu kieselig, mag der ein oder andere Beobachter denken. Aber nur dieses genaue Hinsehen wirkt im Zugezogenen-Ghetto am Weißachdamm, sind sich die Stoner der Tegernseer Stimme sicher.

Wer’s ruhig will muss nach Mecklenburg ziehen

Wenn Sie, liebe Leser, das Glück haben, in der Hochfeld- oder Bahnhofstraße zu Tegernsee (hier Stadt!), wohnen zu dürfen, dann sind Sie seit 2017 zudem noch glücklicher Beobachter der größten Baustelle am See. Nichts wäre da falscher als ein rechtzeitiges Bau-Ende. Wie sehr würden Sie als alte Ton-Steine-Scherben Fans den Dreck, den Staub, die laute Tätigkeit zuweilen auch deutscher Bauarbeiter vermissen!

Damit Sie nicht bautrocken laufen, verlängert die Ösi-Baufirma “Planquadrat” ihre Tournee am Hang bis 2021. Es sind noch Luxuswohnungen zu haben. Etwas dumm ist es dort für jene gelaufen, die fest mit einem Einzug gerechnet haben. Sie dürfen aber nach wie vor auf einen feinen Bauzaun schauen. Nur böse Menschen mögen diese Verzögerung mit noch nicht verkauften Wohnungen auf der anderen Talseite in Verbindung bringen.

Aber wenn die Luxuswaben von betuchten Bogenhausern vom Markt gekauft sind, dann kommt die Feuerwehr – und baut. Wer’s ruhig haben will, soll nach Mecklenburg oder Glashütte ziehen, findet das Tinnitus-Team der Tegernseer Stimme.

*Überschrift für die Freunde der gepflegten Led Zeppelin-Kammermusik


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